Mario Irminger
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Migros-CEO Mario Irminger:«Ich bin überzeugt, dass es der richtige Zeitpunkt ist»

Fast vier Jahre Mario Irminger
Das ist die Bilanz von Mister Tiefpreis

Migros-Chef Mario Irminger krempelt den orangen Riesen seit 2023 radikal um: Fachmärkte wie Hotelplan und Micasa wurden verkauft, 1000 Produkte auf Discounter-Niveau verbilligt und Milliarden in die Läden investiert. Jetzt lanciert er die nächste Reform – und tritt ab.
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Migros-Chef Mario Irminger hat mit der Tiefpreisstrategie 1000 Produkte des täglichen Bedarfs günstiger gemacht.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

  • Mario Irminger leitete ab Mai 2023 den radikalen Umbau der Migros ein
  • 2025 erzielte die Migros 1133 Millionen Franken Gewinn, 171 Prozent mehr als 2024
  • Supermarktumsatz 2025: 12,7 Milliarden Franken, Rückgang um 0,5 Prozent
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Er kam von Denner und brachte eine Discounter-Mentalität mit: Mario Irminger (61) übernahm im Mai 2023 die Führung der Migros. Sein Auftrag war klar: Den schwerfälligen Detailhandelsriesen wieder auf Kurs bringen. Der frühere Denner-Chef fackelte nicht lange – und veränderte die Migros in dreieinhalb Jahren stärker als mancher seiner Vorgänger in einem Jahrzehnt.

Im Februar 2024 kündigte die Migros den grössten Umbau ihrer jüngeren Geschichte an. Irminger setzte bei den Fachmärkten an. Hotelplan, Mibelle, Melectronics, SportX und weitere Geschäfte mussten weg. Selbst traditionsreiche Namen wie Micasa und Do it + Garden blieben nicht verschont. Irminger wollte Schluss machen mit dem Gemischtwarenladen, den er übernommen hatte.

Rosskur hat ihren Preis

Die Migros sollte sich wieder auf ihre Stärken konzentrieren: Supermärkte, günstige Preise und ein dichtes Filialnetz. Irminger lancierte die gelben Tiefpreis-Schilder. Sein Versprechen: 1000 Produkte des täglichen Bedarfs wurden auf Discounter-Niveau verbilligt – eine Kampfansage an Aldi und Lidl, die in der Schweiz Jahr für Jahr wachsen. Gleichzeitig versprach die Migros, bis 2030 zwei Milliarden Franken in ihre Supermärkte zu investieren.

Doch die Rosskur hatte ihren Preis. Zahlreiche Mitarbeitende verloren ihre Stellen. Und mit jedem verkauften Geschäft verschwand ein weiteres Stück der Migros, wie sie Generationen von Schweizern kannten.

Radikale Reform als Abschluss

Die Zahlen geben Irminger aber recht: Die Migros-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn von satten 1133 Millionen Franken eingefahren – auch wegen der Verkäufe ihrer Töchter. Das sind 714 Millionen Franken mehr als im Jahr zuvor oder ein Plus von 171 Prozent. Der eigentliche Härtetest steht alleridngs noch aus. Der Supermarktumsatz sank 2025 um 0,5 Prozent auf 12,7 Milliarden Franken. Das war schwächer als der wachsende Lebensmittelmarkt.

Besonders hartnäckig kämpfte Irminger gegen die komplizierten Machtstrukturen des Konzerns von Gründer Gottlieb Duttweiler (1888–1962). Zehn Regionalgenossenschaften, zahlreiche Gremien und Doppelspurigkeiten machen schnelle Entscheidungen schwierig und den Konzern vom Zürcher Limmatplatz entsprechend träge.

Deshalb stösst Irminger jetzt eine radikale Reform an: die Zusammenlegung der zehn Regionalgenossenschaften zu einer einzigen Genossenschaft. Selber umsetzen wird er sie nicht mehr, Mitte 2027 – nach der Urabstimmung – räumt Irminger sein Büro. Und hinterlässt damit eine solid aufgestellte Migros mitten im Umbruch. Sein Vermächtnis lässt sich sehen: Irminger hat vieles abgerissen, einiges neu aufgebaut – und einen tiefgreifenden Kulturwandel angestossen.

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