Mehr als die Deutschen!
So viele Stunden chrampfen wir Schweizer jede Woche

Die Schweizerinnen und Schweizer arbeiten pro Woche mehr Stunden als die Nachbarländer. Im europäischen Vergleich gibt es aber noch solche, die einiges fleissiger sind.
Kommentieren
1/6
35 Stunden arbeiten die Schweizerinnen und Schweizer im Schnitt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer arbeiten durchschnittlich 35 Stunden pro Woche, Männer 39, Frauen 30
  • Italien ist das Nachbarland mit der höchsten Arbeitszeit
  • Montenegriner arbeiten mit 44 Stunden pro Woche am längsten in Europa
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Die Schweizerinnen und Schweizer sind als fleissige Büezer bekannt: Im Schnitt arbeiten wir 35 Stunden pro Woche. Die neusten Daten der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) berücksichtigen dabei Angestellte, Selbständige und auch Teilzeiter. 

Dabei gehen Männer hierzulande nach wie vor deutlich mehr Stunden einer Lohnarbeit nach: im Schnitt 39 Stunden pro Woche. Bei den Frauen sind es 30 Stunden, da diese öfter im Teilzeitpensum arbeiten – unter anderem, weil sie zwei Drittel der unbezahlten Arbeit im Land leisten.

Im Vergleich mit unseren Nachbarländern belegt die Schweiz den Spitzenplatz: Nur die Italiener kommen mit einer Arbeitszeit von knapp 34 Stunden an die Schweizer ran. In Frankreich wird knapp 31 Stunden pro Woche gewerkelt, in Österreich sind es gerade mal 28,5 Stunden. Liechtenstein fehlt in der Übersicht. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Fünf Stunden mehr als die Deutschen

Unsere deutschen Nachbarn schuften etwas mehr als die Österreicher: pro Woche 29,5 Stunden – und damit deutlich weniger als die Schweizerinnen und Schweizer. Genau das kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz (69) vor wenigen Monaten in einem Interview

«Wir arbeiten 200 Stunden weniger als die Schweizer!», schimpfte er. Die ILO-Zahlen scheinen das nun zu bestätigen: Die Beschäftigten in Deutschland arbeiten pro Woche im Schnitt über fünf Stunden weniger. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Merz sieht die Schuld bei der deutschen Arbeitsmoral. Seit zehn Jahren sei die Produktivität nicht mehr gestiegen, sagte er weiter. Auch die deutsche Wirtschaft stagnierte 2025. Das BIP-Wachstum lag bei 0,2 Prozent, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 

Reiner Stundenvergleich ist heikel

Für die Unterschiede gibt es mehrere Gründe: Je nach Politik in einem Land werden Produktivitätsgewinne in der Wirtschaft stärker in Form einer kürzeren, regulären Wochenarbeitszeit an die Beschäftigten weitergegeben. Der Vergleich der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit pro Arbeitskraft verleitet noch aus einem weiteren Grund leicht zu Fehlschlüssen: In Ländern, in denen das klassische Familienmodell stärker verbreitet ist, liegen die im Schnitt geleisteten Arbeitsstunden pro Woche tendenziell höher. Der Mann arbeitet Vollzeit und die Frau kümmert sich um Kinder und Haushalt.

Das zeigt sich beispielsweise beim Blick nach Osteuropa: In Bosnien und Albanien liegt die Wochenarbeitszeit bei über 40 Stunden. In Bosnien sind knapp 50 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstätig, während es bei den Männern über 75 Prozent sind. Spitzenreiter bei der Arbeitszeit sind die Montenegriner mit 44 Stunden: Hier gehen 40 Prozent der Frauen einer Erwerbsarbeit nach. 

Norden versus Osteuropa

In Ländern wie der Schweiz, Schweden, Deutschland oder der Niederlande sind hingegen zwischen 80 und 85 Prozent der 15- bis 64-Jährigen erwerbstätig – also deutlich mehr als in Osteuropa. Paare teilen die Haushalts- und Carearbeit anders auf – entsprechend ist auch die Teilzeitquote höher und mehr Menschen nehmen am Erwerbsleben teil. 

In den Niederlanden kommt so eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 27 Stunden zustande – der tiefste Wert in der ILO-Auswertung. Die Norwegerinnen und Norweger verbringen nur geringfügig mehr Zeit bei der Arbeit. Darauf folgen die Finnen, Dänen und Schweden, die pro Woche im Schnitt ebenfalls weniger als 30 Stunden einer Erwerbsarbeit nachgehen. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen