Darum gehts
- Bei Paris sind insgesamt drei neue Freizeitparks für sechs Milliarden Euro geplant – einer davon dreht sich um «Dragon Ball»
- Hinter dem Mega-Projekt steht eine Tochter des saudischen Staatsfonds PIF
- Saudi-Arabien investiert zwar längst Milliarden in Europa, ein neues Freizeitprojekt dieser Grössenordnung ist jedoch ein Novum
Wer für einen Freizeitparktrip nach Paris reist, hat meist ein Ziel: Disneyland. Seit 1992 ist es der Vorzeige-Themenpark der französischen Hauptstadt. Für den Bau investierte die Walt Disney Company damals umgerechnet rund 3,1 Milliarden Euro.
Nun kündigt Paris ein Projekt an, das diese Summe locker übertrifft: Im Vorort Courdimanche, rund eine Autostunde vom Zentrum der Modemetropole entfernt, sollen auf dem Gelände des früheren Freizeitparks Mirapolis gleich drei neue Vergnügungsparks hochgezogen werden. In das Megaprojekt sollen 6 Milliarden Euro fliessen. Die «aussergewöhnliche Ankündigung» machte Präsident Emmanuel Macron (48) am Montagabend auf der Plattform X publik.
Im Post spricht der Präsident von seiner Leidenschaft für die japanischen Manga-Comics – und lobt die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien. Denn: Einer der Parks soll ganz im Zeichen der japanischen Kultserie «Dragon Ball» stehen.
Finanziert wird das Milliardenprojekt von der saudischen Qiddiya Investment Company, einer Tochter des Staatsfonds Public Investment Fund (PIF). An dessen Spitze sitzt Kronprinz Mohammed bin Salman (40), kurz MBS.
Gemeinsame Leidenschaft von Macron und bin Salman
Macron und MBS sollen bei einem Staatsbesuch des französischen Präsidenten in Saudi-Arabien im vergangenen Jahr ihre gemeinsame Begeisterung für «Dragon Ball» entdeckt haben, erklärte der Élysée- Palast gegenüber französischen Medien. Beim Paris-Besuch des Kronprinzen vom 23. bis 24. August unterzeichneten die beiden nun eine Grundsatzvereinbarung.
Macron spricht von einem «Novum seit Disneyland Paris». Das Projekt soll 22'000 Arbeitsplätze schaffen. Für den Park sind sieben Themenbereiche geplant – passend zu den sieben Dragon Balls. Herzstück wird eine 70 Meter hohe «Shenron»-Achterbahn. So heisst der Drache aus dem Manga, der Wünsche erfüllt.
Auch mehrere Hotels sind vorgesehen. Wann eröffnet wird und wie viel der Eintritt kostet, ist noch offen. Ebenso geheim bleibt, welchen Themen die beiden anderen Parks gewidmet werden.
Saudi-Arabien hat in Westeuropa bereits im grossen Stil investiert. Der saudische Staatsfonds beziffert seine Investitionen in Europa zwischen 2017 und 2024 auf 84,7 Milliarden Dollar, davon 8,6 Milliarden Dollar allein in Frankreich. Aber: Bei den europäischen Investments handelte es sich bisher meist um Beteiligungen oder Übernahmen bestehender Unternehmen und Infrastruktur. Beispielsweise kaufte der Fonds 2024 etwa 15 Prozent am Flughafen London-Heathrow und sicherte sich 40 Prozent an der Luxus-Kaufhausgruppe Selfridges.