Darum gehts
- Coop senkt Preise bei über 100 Markenartikeln, bis zu 17 Prozent
- Preise bei Migros und Denner bereits ähnlich oder gleich hoch
- 1,76 Mio. Coop-Zeitungen informieren über Preissenkungen bei 500 Produkten 2026
Die Preise für O-Saft, Milch oder Tomatenpüree haben auf die Haushaltskasse viel weniger Einfluss als Krankenkassen-Prämien oder Mieten. Und doch sind Konsumentinnen und Konsumenten bei Lebensmittelpreisen immer sensibler, hört Blick von den Detailhändlern. Kein Wunder werben sie gerne mit dem «Engagement für günstige Konsumentenpreise».
Allen voran Coop in der aktuellen Ausgabe der «Coop-Zeitung», mit einer Auflage von rund 1,76 Millionen Exemplaren. «Wir haben bei über 100 Markenartikeln die Preise gesenkt», informiert Coop die Kundschaft. «Dauerhaft!» Preistabellen zeigen alte und neue Preise. Bis zu 17 Prozent geht der Basler Migros-Rivale mit dem Preis runter. Weiter heisst es, man habe seit Anfang Jahr bereits bei 500 Produkten die Preise reduziert.
Konkurrentin Migros oder deren Discounttochter Denner müssen sich nun warm anziehen, um keine Kunden zu verlieren, dürfte man meinen. Ein Blitz-Vergleich am Donnerstagvormittag einer Auswahl der im Preis gesenkten Markenprodukte zeigt jedoch: Coop hat die Preise nur so viel gesenkt, wie dieselben Produkte bereits seit längerem bei Migros und Denner kosten.
Preisbeispiele liefern den Beweis
So kosten die Lindt-Tafelschoggi Blanc neu 3.60 Franken statt 3.80 Franken, Nestlé Yogolino Biscuit 3.95 statt bislang 4.45 Franken, Kikkoman Sojasauce (500ml) 5.00 statt bisher 5.80 Franken. Nicht-Lebensmittel wie Taft Gliss Hitzeschutz für die Haare (5.50 Franken), Nivea Vital Soja Anti-Age Nachtcreme (17.95 Franken) oder Victorinox Brotmesser (28.95 Franken) sind nun bei beiden Detailhandelsriesen ebenfalls gleich teuer.
Was im Supermarkt von Denner auffällt: Der Granini-Orangensaft, der bei Coop nun 3.70 Franken (alter Preis: 4.35 Fr.) kostet, ist beim Discounter mit dem Preis von 4.35 Franken angeschrieben. Dagegen ist die Mon-Chéri-Packung mit 10.95 Franken bei beiden nun gleich teuer.
Fazit der Stichproben: Detailhändler beobachten aufs Genaueste, welche Preise die Konkurrenz am Regal angeschrieben hat. Bei sogenannten Umsatz-Rennern – Markenprodukte, mit denen sie Kundinnen und Kunden mit Sicherheit in den Laden holen – wird auf Preisentwicklungen schnell reagiert. Mehr oder weniger sind diese Produkte dann überall gleichteuer.
Das ist oft auch bei Preiserhöhungen der Fall. So hat Coop diese Woche die Preise für Coca-Cola angehoben. Noch ist die Migros um ein paar Rappen günstiger. Wohl aber nur so lange, bis die alten Lagerbestände aufgebraucht sind. Denn ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es bei diesen Marken-Softgetränken niemals lange unterschiedliche Preise in den Supermärkten gab.