Und die Schweiz?
Österreich will gegen Mogelpackungen gesetzlich vorgehen

Gleicher Preis, aber es ist weniger drin! Mogelpackungen sind ein grosses Ärgernis für Konsumenten. Österreich will dagegen nun gesetzlich vorgehen. Wäre das auch in der Schweiz eine Option?
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Die Kiri-Verpackung ist geschrumpft: Drin sind nur noch 144 Gramm statt 160, wie Blick berichtete.
Foto: Daniel von Aarburg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Österreich will ab April schrumpfende Verpackungen kennzeichnen
  • Shrinkflation betrifft grosse Marken wie Milka: 90 statt 100 Gramm Schoggi
  • Frankreich führte 2024 ähnliches Gesetz ein, Schweiz ohne Vorstoss dazu
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Es ist megaärgerlich: Du kaufst deine Lieblingspackung Gummibärli. Zu Hause auf dem Sofa fällt dir dann auf – es ist weniger drin als sonst! Eine Sauerei finden viele Konsumentinnen und Konsumenten – aber auch eine gängige Methode der Lebensmittelproduzenten. Man spricht auch von Shrinkflation: Der Preis bleibt, aber der Inhalt schrumpft (Englisch: to shrink)

Österreich geht nun gegen die sogenannten Mogelverpackungen vor. Ab April müssen im Detailhandel sämtliche Verpackungen, die verkleinert wurden, gekennzeichnet werden. Beispielsweise mit dem Text: «Achtung: weniger Inhalt, höherer Preis». Der Hinweis soll gut sichtbar am Produkt oder Regal für 60 Tage angebracht werden.

Das Gesetz soll bis Mitte 2030 gelten. Die Europäische Union hat jedoch noch bis heute um Mitternacht Zeit, ein Veto einzureichen. Dadurch könnte sich die Einführung des Gesetzes um bis zu sechs Monate verzögern. Dabei handelt es sich aber um ein formales Verfahren. Am Mittwoch wird das österreichische Parlament endgültig über das Gesetz entscheiden, schreibt die österreichische Zeitung «Krone». 

Vor allem grosse Marken

Für Sara Stalder (59) vom Konsumentenschutz wäre das Gesetz auch in der Schweiz eine Möglichkeit. «Das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten leidet enorm, wenn sie feststellen, dass mit Tricks und Verschleierungen Preiserhöhungen kaschiert werden», so Stadler gegenüber Blick. Immer wieder erhält sie vereinzelt Meldungen von Konsumenten. Vor allem grosse, internationale Marken und Konzerne würden zu diesem Kniff greifen.

So hat letztes Jahr der US-Riese Mondelez die Milka-Tafeln verkleinert. Die lila Schoggitafel wiegt nur noch 90 statt 100 Gramm. Grosse Tafeln verlieren gar 20 Gramm. Als Grund nennt Modelez die stark gestiegenen Preise für Kakao. Doch statt den Preis anzupassen, wird stattdessen die Packung kleiner, damit es dem Konsumenten auch ja nicht auffällt. «Dieses Kaschieren einer Preiserhöhung ist intransparent und unfair», findet die Konsumentenschützerin. Die Markenvertreter vom Verband Promarca liessen Blick-Fragen unbeantwortet.

Aber auch Schweizer Hersteller greifen zur Mogelpackung, wie Blick berichtete. Unter anderem bei Kiri-Frischkäse: Statt 8 Portionen à 160 Gramm sind auf einmal nur noch 144 Gramm in der Verpackung. Aber Mogelpackungen gibt es nicht nur bei Lebensmitteln. Auch im Kosmetikbereich, wo beispielsweise weniger Parfüm im Fläschchen ist, oder im Haushaltsbereich, wo die Backpapierrolle auf einmal kürzer ausfällt, wird auf den fiesen Trick gesetzt.

Auch Frankreich greift durch

Shrinkflation ist vor allem ein Thema, wenn Rohstoffpreise steigen – wie das Beispiel Milka zeigt – oder wenn sich eine Rezession bemerkbar macht. Vor allem nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 wurden Mogelpackungen wieder verstärkt zum Thema. 

Wegen des Krieges war die Inflation unter anderem in Frankreich überdurchschnittlich hoch. Seit Mitte 2024 gilt im Land deshalb ein ähnliches Gesetz, wie es nun in Österreich geplant ist. In der Schweiz scheint es aktuell keinen Vorstoss zum Thema Mogelpackungen oder Shrinkflation zu geben, wie ein Blick auf die Parlamentsseite zeigt. 

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