Mach sie nicht auch!
Diese Fehler bereuen Schweizer bei der Vorsorge bitter

Knapp jeder Fünfte in der Schweiz bedauert, nicht früher in die Säule 3a eingezahlt zu haben. Viele Männer hätten rückblickend mehr an der Börse investiert. Das Raiffeisen-Vorsorgebarometer 2026 zeigt auch, warum die Frühpensionierung für viele nur ein Traum bleibt.
Kommentieren
1/4
Knapp jeder Fünfte in der Schweiz bedauert, nicht früher in die Säule 3a eingezahlt zu haben.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Studie zeigt: 50 % der über 50-Jährigen bereuen Vorsorgefehler
  • Männer bereuen dreimal häufiger fehlende Investitionen in Wertschriften
  • Nur 5 % nutzten 2026 neue Säule-3a-Nachzahlungsmöglichkeit
Patrik_Berger_Redaktor Wirtschaft Desk_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Fehler bei der Vorsorge sind so richtig ärgerlich! Denn wenn man sie bemerkt, ist es meist schon zu spät. Im Alter zeigt sich gnadenlos, welche Finanzentscheide richtig waren – und welche Chancen man verpasst hat. Umso wichtiger ist es, aus den Fehlern anderer zu lernen. Und genau die bringt das neue Raiffeisen-Vorsorgebarometer 2026 ans Licht.

Die Studie zeigt: Viele Schweizerinnen und Schweizer würden rückblickend einiges anders machen. Besonders deutlich wird das bei den über 50-Jährigen. Rund die Hälfte von ihnen würde heute einzelne Vorsorgeentscheide anders treffen. Ganz vorne auf der Liste der Versäumnisse: zu spät oder zu wenig fürs Alter gespart zu haben. Knapp jeder Fünfte bedauert, nicht früher oder stärker in die Säule 3a eingezahlt zu haben.

Männer trauern Börsenchancen nach

Eine weitere verpasste Chance ist die Börse. Viele Befragte ärgern sich rückblickend darüber, ihr Geld nicht in Wertschriften investiert zu haben. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer nennen nicht getätigte Wertschriftenanlagen dreimal so häufig wie Frauen als verpasste Chance für ihre Altersvorsorge. Zudem nerven sich viele darüber, in jüngeren Jahren keine Einkäufe in die Pensionskasse getätigt zu haben.

Das hätten Schweizerinnen und Schweizer rückblickend anders gemacht bei der Vorsorge: 

Entscheidung:Männer Frauen
Früher in die Säule 3a eingezahlt19%19%
Geld in Wertschriften angelegt18%5%
Säule 3a in Wertschriften angelegt15%5%
Einkäufe in Pensionskasse getätigt12%8%
Pensionsplanung erstellen lassen10%7%
Sparsamer gelebt, mehr zur Seite gelegt8%6%
Wohneigentum gekauft8%3%
Weniger Kapital aus PK bezogen3%6%
Höheres Arbeitspensum gewählt2%4%
Budget für Ausgaben im Alter erstellt3%3%
Erwerbsunterbrüche kürzer gehalten2%4%
Länger gearbeitet2%1%
Ich würde alles gleich machen37%43%

«Die Tragweite von Vorsorgeentscheiden wird oft erst im Rückblick deutlich», sagt Tashi Gumbatshang, Vorsorgeexperte bei Raiffeisen Schweiz. Sein Rat: möglichst früh mit der Planung beginnen.

Denn gerade Zeit lässt sich später kaum zurückholen. Zwar gibt es seit Anfang 2026 erstmals die Möglichkeit, gewisse Lücken bei der Säule 3a nachträglich zu stopfen. Doch genutzt wird sie bislang kaum: 63 Prozent kennen die neue Regel, aber erst fünf Prozent der Erwerbstätigen haben tatsächlich nachgezahlt. Weitere fünf Prozent wollen es dieses Jahr tun. Dabei schöpft fast die Hälfte den jährlichen 3a-Maximalbetrag gar nicht vollständig aus.

Traum von Frühpensionierung plötzlich unrealistisch

Die Studie zeigt zudem, wie stark Entscheidungen mitten im Leben die finanzielle Situation Jahrzehnte später beeinflussen können. Nach der Geburt eines Kindes reduzieren 51 Prozent der Frauen ihr Arbeitspensum, bei den Männern sind es gerade einmal sieben Prozent. Nach einer Scheidung erhöhen wiederum 37 Prozent der Frauen ihr Pensum. Viele vergessen dabei: Weniger Erwerbsarbeit bedeutet auch weniger Vorsorgekapital.

Die Konsequenzen zeigen sich spätestens vor der Pensionierung. Mehr als die Hälfte der 51- bis 65-Jährigen würde gerne vor dem regulären Zeitpunkt aufhören zu arbeiten. Fast ein Drittel glaubt jedoch, sich eine Frühpensionierung nicht leisten zu können. Als Gründe werden unter anderem Pensumsreduktionen, Familiengründung, Scheidung oder der Kauf von Wohneigentum genannt.

Für das Vorsorgebarometer wurden im Frühling 2026 1011 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Zusätzlich wurden Personen zwischen 66 und 79 Jahren einbezogen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen