Darum gehts
- Die EZB belässt den Leitzins in der Eurozone bei 2,25 Prozent
- Ölpreise stiegen zuletzt auf 98,79 Dollar pro Fass
- Eurozonen-Inflation im Juni bei 2,8 Prozent, Zielwert liegt bei 2 Prozent
Trotz gestiegener Inflationsängste: Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins der Eurozone unverändert. Der für Sparer und Anlegerinnen relevante Einlagenzins bleibt damit bei 2,25 Prozent. Beim letzten Entscheid im Juni hatten die europäischen Währungshüter die Zinsen erhöht – zum ersten Mal seit fast drei Jahren.
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Im Juni hatte die Zentralbank noch angedeutet, dass weitere Zinserhöhungen möglich seien. Und doch hatten nun Expertinnen und Analysten eine Zinspause erwartet. Denn der jetzige Entscheid des EZB-Rats um Präsidentin Christine Lagarde (70) stützt sich auf eine Reihe solider Daten zu Preisen, Löhnen, Wirtschaftstätigkeit und Inflationserwartungen, die eine rasche weitere Erhöhung unnötig machen. Auch die Ölpreise zeigten sich Anfang Juli nach einer erklärten Feuerpause zwischen dem Iran und den USA rückläufig.
Ölpreise steigen wieder an
Doch: Die Ölpreise sind in den letzten zwei Wochen wieder in die Höhe geschossen. Der wieder aufflammende Konflikt im Nahen Osten und die Unsicherheit bei der Strasse von Hormus haben die Preise für das schwarze Gold nach oben getrieben. Und jetzt kommt noch hinzu, dass die Huthi-Rebellen die für Europa noch wichtigere Meerenge Bab al-Mandab blockieren wollen. Aktuell kostet das Fass Öl der Sorte Brent gut 98 Dollar – rund 40 Prozent mehr als beim Drei-Monats-Tief von gut 71 Dollar pro Fass Anfang Juli.
Der steigende Ölpreis hat grosse Auswirkungen: Die hochschnellenden Energiepreise schüren erneut Inflationsängste. Das könnte laut Experten dazu führen, dass die Euro-Währungshüter bei ihrer nächsten Zusammenkunft im September den Zinssatz wieder erhöhen müssen.