Darum gehts
Das Networking Dinner an der Crypto Finance Conference (CfC) im «Suvretta House» hoch über St. Moritz findet traditionell im holzgetäfelten «Grand Restaurant» statt. Um möglichst viele Menschen kennenzulernen, wechseln die Teilnehmer für jeden Gang den Tisch. Die Chance, eine persönliche Geschichte von verlorenen, verschenkten oder zu früh verkauften Bitcoins zu hören, ist so besonders gross.
Als man noch erklären musste, was ein Bitcoin überhaupt ist, kaufte der Franzose Guillaume für 10’000 Dollar 10’000 Bitcoins. Nachdem ihr Kurs von einem auf fünf Dollar gestiegen war, trennte er sich wieder von den Coins. Mit dem Gewinn kaufte er seiner Frau ein Auto. Damals fühlte er sich wie ein Held. Heute ist der Gedanke an diesen Deal «grauenhaft». Kein Wunder, wären diese 10’000 Bitcoins heute fast eine Milliarde Dollar wert.
Der «IPO-Moment» von Bitcoin
Oft schossen die Kurse in der turbulenten Anfangszeit in schwindelerregendem Tempo in die Höhe – um wenig später wieder ins schier Bodenlose zu stürzen. Für die Investoren, die Bitcoin trotz der Widerstände die Treue hielten, hat Guillaume «grössten Respekt». Sie sind die sogenannten Wale. Anders als echte Wale tauchen Bitcoin-Wale selten auf. Nur wenn sie grosse Positionen auf den Markt werfen, erregen sie Aufmerksamkeit. Als Bitcoin Ende 2024 die magische 100’000-Dollar-Hürde übersprang, wurde der Tatendrang geweckt. Im Vorjahr haben einige die Gunst der Stunde genutzt und für mehrere Milliarden Bitcoin verkauft. Seit dem Sommer haben sich solche Deals gehäuft.
In der Kryptobranche spricht man von einem «IPO-Moment». Obwohl Bitcoin kein Unternehmen ist, kommt der Vergleich mit einem traditionellen Börsengang nicht von ungefähr. Erstmals ist es möglich, grössere Mengen Bitcoins zu verkaufen, ohne die Kurse dabei zum Absturz zu bringen. Das tägliche Handelsvolumen liegt bei 50 Milliarden Dollar und mehr. Die von den frühen Investoren abgeworfenen Bitcoins werden nun von der traditionellen Finanzindustrie aufgesaugt.
Die grossen Player an den Finanzmärkten wie Blackrock oder Fidelity sind seit der Zulassung der ersten Bitcoin-ETFs Anfang 2024 an Bord. Gary Gensler, der damalige Chef der US Securities and Exchange Commission (SEC), akzeptierte die Krypto-ETFs nach Klagen zähneknirschend. Seither wurden in den USA zahlreiche weitere Krypto-ETFs auf den Markt gebracht – meist auf Ethereum oder einer Kombination aus beiden. Über diese Produkte wagen sich immer mehr Grossanleger immer weiter auf das unbekannte Terrain vor. So kommt es zu einem Wechsel in der Eigentümerstruktur. Grosse und kleine Investoren, die sich bei etablierten Geldverwaltern wie Blackrock sicherer fühlen, ersetzen die Cyberpunks. Die ursprüngliche Idee, sich mit der dezentralen Technologie von Banken und der Finanzindustrie unabhängig zu machen, rückt so zunehmend in den Hintergrund.
Ein Bombengeschäft
Für die Finanzindustrie sind Kryptos ein Bombengeschäft. Blackrocks Bitcoin-ETF IBIT hat die 80-Milliarden-Dollar-Marke schneller erreicht als jeder ETF zuvor. Vorübergehend wurde sogar die Hürde von 100 Milliarden Dollar übersprungen. Blackrock hält durch ihre verschiedenen Bitcoin-Produkte mittlerweile mehr als drei Prozent aller existierenden Bitcoins und kassiert jährlich rund 250 Millionen Dollar an Gebühren. Die Krypto-ETFs sollen zu Blackrocks profitabelsten Produkten zählen. Kein Wunder, wird Bitcoin heute vom einstigen Kritiker Larry Fink, dem Blackrock-CEO, in den Himmel gelobt.
Vom Saulus zum Paulus. Früher warnte Blackrock-Chef Larry Fink vor Kryptoanlagen, heute sieht er grosses Potenzial. Der Sinneswandel ist nicht uneigennützig: Für den Finanzriesen sind Krypto-ETFs eine Cash Cow. 2026 werden zahlreiche neue Produkte auf den Markt kommen. Erstmals steigen wohl auch Pensionskassen in die Welt der Kryptoanlagen ein.
Vom Saulus zum Paulus. Früher warnte Blackrock-Chef Larry Fink vor Kryptoanlagen, heute sieht er grosses Potenzial. Der Sinneswandel ist nicht uneigennützig: Für den Finanzriesen sind Krypto-ETFs eine Cash Cow. 2026 werden zahlreiche neue Produkte auf den Markt kommen. Erstmals steigen wohl auch Pensionskassen in die Welt der Kryptoanlagen ein.
Franklin Templeton-Chefin Jenny Johnson war einer der Stargäste an der CfC. Der von ihrem Grossvater gegründete Vermögensverwalter hat sich früher als andere in der Kryptowelt positioniert. So brachte Jenny Johnson 2021 Benji, den ersten in den USA registrierten Geldmarktfonds auf der Blockchain, auf den Markt – um die Kunden nicht zu überfordern, zeitgleich als traditionelles Produkt. Um diesen Fonds auf die Beine zu stellen, wurden 50 000 Transaktionen zu 1.50 Dollar ausgeführt. Beim Blockchain-Produkt war es mit einer Transaktionsgebühr von 1.30 Dollar getan. «Das ist ein dramatischer Unterschied. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Infrastruktur der Finanzdienstleistungen vollständig durch Blockchain-Technologie ersetzt wird. Sie wird die Kosten senken und innovativere Produkte hervorbringen», sagt Johnson.
Kevin de Patoul hat das Potenzial der Blockchain vor Jahren erkannt und sich mit der Genfer Firma Keyrock 2017 selbstständig gemacht. Er schwärmt von einer Zukunft, in der sich Werte so einfach verschicken lassen wie WhatsApp-Nachrichten. Ist das Vertrauen zwischen zwei Parteien, die sich nicht kennen müssen, mithilfe der Blockchain hergestellt, lassen sich Werte direkt austauschen. Dazu braucht es keine Börse und keine Bank. Unendlich viele Anwendungen sind so möglich. «Das Gehalt könnte über die Blockchain jede Minute ausgezahlt werden und sich unmittelbar in einem Geldmarktfonds vermehren», sagt de Patoul. Technisch ginge das sofort, in einigen Jahren ist das wohl auch rechtlich umsetzbar.
Hielt man früher SMS für eine einfache Form der Kommunikation, haben sich die Möglichkeiten durch Apps wie WhatsApp noch einmal deutlich vermehrt. «Weil eine kleine Friktion rausgenommen wurde, ist die Zahl der Nachrichten geradezu explodiert», so de Patoul. Er ist sich sicher, dass das unkomplizierte, schnelle Teilen von Werten in Zukunft ständig genutzt werde. Dabei muss man wohl selbst wenig tun. Persönliche AI-Agenten werden sich um die Geldanlage kümmern. «Wir können auf der Blockchain die nächste Generation der Kapitalmärkte aufbauen, das ist sicher», sagt Emma Pecenicic, Global Head of Digital Partnerships bei Fidelity International.
Täglich genutzt
Die meisten Lösungen erfordern Stablecoins. Die eins zu eins an eine Fiat-Währung gebundenen Coins gelten als Killerapplikation und sind nicht erst seit der Regulierung durch den Genius Act gefragt. «In den Emerging Markets sind Stablecoins keine Technologie der Zukunft, sondern werden täglich genutzt», sagt Chris Maurice, CEO von Yellow Card, Afrikas grösstem Anbieter von Stablecoin-Infrastruktur. Auch in Hochinflationsländern wie der Türkei oder Krisenregionen wie Venezuela sind die stabilen Coins gefragt. Für 2026 wird mit einem Transaktionsvolumen von 46 Billionen Dollar gerechnet. Dies, obwohl sie ohne Rendite verkauft werden.
Emittenten wie Tether streichen diese selber ein und scheffeln Milliarden. Derzeit wird diskutiert, ob man die Stables mit einem Yield verkaufen soll. «Die Kunden werden sehen, dass es ihr Geld ist, und die Renditen einfordern», sagt Maurice. Die Banken warnen davor. Sie arbeiten mit kaum verzinsten Bankeinlagen und nutzen diese etwa, um Kredite zu vergeben.
Trotz der institutionellen Adoption haben Kryptoanlagen zuletzt enttäuscht. Während die Nasdaq weiter nach oben kletterte, müssen die erfolgsverwöhnten Kryptoinvestoren über das gesamte Vorjahr gesehen Verluste einstecken. Das im Juli erreichte All-Time High von 123’000 Dollar ist ein schwacher Trost. Wesentlich zum Abverkauf trug Donald Trump bei, den die Branche Anfang des Jahres noch gefeiert hatte. Der Trump-Coin hat mühsam aufgebautes Vertrauen zerschlagen.
Vom Saulus zum Paulus. Früher warnte Blackrock-Chef Larry Fink vor Kryptoanlagen, heute sieht er grosses Potenzial. Der Sinneswandel ist nicht uneigennützig: Für den Finanzriesen sind Krypto-ETFs eine Cash Cow. 2026 werden zahlreiche neue Produkte auf den Markt kommen. Erstmals steigen wohl auch Pensionskassen in die Welt der Kryptoanlagen ein.
Vom Saulus zum Paulus. Früher warnte Blackrock-Chef Larry Fink vor Kryptoanlagen, heute sieht er grosses Potenzial. Der Sinneswandel ist nicht uneigennützig: Für den Finanzriesen sind Krypto-ETFs eine Cash Cow. 2026 werden zahlreiche neue Produkte auf den Markt kommen. Erstmals steigen wohl auch Pensionskassen in die Welt der Kryptoanlagen ein.
Die Zölle für China sorgten am 10. Oktober für einen Altcoin-Crash. Als die Aktienmärkte bereits geschlossen waren, bekam der 24/7 geöffnete Kryptomarkt die Verkaufswelle ab. Weil die Mehrheit der Coins über Terminkontrakte, die Perps, mit grossen Hebeln gekauft worden war, gab es ein Gemetzel. Die Kurse zahlreicher Altcoins implodierten regelrecht. Verluste von mehr als 90 Prozent waren keine Seltenheit. «Das war für die Kryptobranche der Dotcom-Moment», sagt Angel Investor Yat Siu, Gründer von Animoca Brands.
Wale machen Druck
Selbst Bitcoin verabschiedete sich vom Rekordniveau und rutschte immer weiter unter die 100’000-Dollar-Marke. Bitcoin setzte über das Jahr gesehen weniger die Liquidierung hochspekulativer Wetten zu als die Verkäufe der Wale. Laut Jordi Visser, Chefstratege von VisserLabs, der die IPO-Theorie verbreitete, dauern solche Verteilungsphasen nach einem Börsengang in der Regel 6 bis 18 Monate. Zum einen befinde man sich bereits einige Monate in dem Prozess, zudem laufen die Uhren in der Welt der Kryptoanlagen schneller.
2025 hat sich das Retailpublikum anderen Anlageklassen zugewandt, wie Gold, Silber und AI-Aktien. «Ein erheblicher Teil der globalen Liquidität ist in diese Themen geflossen und nicht im Kryptomarkt angekommen», sagt Bitcoin-Suisse-Resarch-Chef Dominic Weibel. Anders als die Stimmung ist die Ausgangslage für Kryptoanlagen im laufenden Jahr nicht schlecht. «Hat 2025 negativ überrascht, könnte es 2026 genau umgekehrt sein», so Adrian Fritz, Chief Investment Strategist von 21Shares. Er rechnet in diesem Jahr mit neuen Allzeithochs, wobei diese eher bei 135’000 denn bei 200’000 Dollar zu finden seien.
Kryptos – und Bitcoin ist hier nicht ausgenommen – sind Risk-on Assets. Je tiefer die Zinsen, desto grösser die Risikobereitschaft und die Liquidität, desto stärker der Rückenwind. Auch die konjunkturelle Lage und die Arbeitslosigkeit in den USA entscheiden über die Bereitschaft, in Kryptos zu investieren. Obwohl sich die enge Bindung der Kryptoanlagen an die Technologieaktien im Vorjahr auflöste, beeinflusst auch die KI-Hausse die Kurse. Die Käuferschichten sind gleich. Brechen die Kurse an der Nasdaq ein, gibt es Margin Calls. Wird Geld nachgeschossen, werden nicht selten Kryptoanlagen liquidiert. Anlässe könnte es geben. Wie sich 2025 und Anfang 2026 gezeigt hat, ist Donald Trump immer für Überraschungen gut.
Besonders wichtig sind in diesem Jahr der Clarity Act und die Midterm-Wahlen. Beide hängen zusammen. Aus den Wahlen werden die kryptofreundlichen Republikaner wohl geschwächt hervorgehen. Daher sollte der Clarity Act aus Sicht der Kryptoindustrie noch dringend vor November vom Senat genehmigt werden. Verzögerungen wirken sich negativ auf die Kurse aus. Sind die Kompromisse zu gross, kann der Widerstand auch aus der Industrie kommen. Zuletzt hat die Kryptobörse Coinbase eine Einigung verhindert.
Der zweite Akt
«Der Clarity Act ist eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Kryptoindustrie. Diese Branche kann sich nur mit klaren Vorschriften verbessern», sagte Binance-Chef Richard Teng an der CfC. Bisher ist nicht einmal geregelt, was ein Token ist. Das Gesetz stellt klar, welche Voraussetzungen ein Coin erfüllen muss, um als Security oder Commodity eingestuft zu werden. Das ist sowohl für Investoren als auch für die Kryptofirmen entscheidend. Securities werden von der SEC kontrolliert und haben deutlich strengere Auflagen.
Um die Commodities kümmert sich die Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Weil die Zuständigkeit bisher nicht gesetzlich geregelt war, operierten Kryptofirmen rechtlich auf dünnem Eis. Daher hielten sie sich mit Innovationen zurück und machten keine Werbung. «Es wird unglaublich sein, wenn der Clarity Act verabschiedet wird. Wir haben unser Unternehmen mit Fussnoten aufgebaut», sagte Yuval Rooz, CEO von Digital Asset, an der CfC.
Die besonders vorsichtigen Investoren halten sich noch zurück. «Der Clarity Act wäre der letzte Stempel, auf den viele Grossinvestoren warten, um von kleineren Versuchen zu einer seriösen Portfolioallokation überzugehen», sagt Adrian Fritz. Geht es nach Dominic Weibel von Bitcoin Suisse, treten Kryptos «in den zweiten Akt der institutionellen Adoption ein». So hat Vanguard, immerhin der zweitgrösste Vermögensverwalter der Welt, die Plattform für den Handel von einigen Krypto-ETFs und -Fonds geöffnet. Bank-of-America-Berater dürfen in die insgesamt mit drei Billionen Dollar grossen Depots ihrer Kunden nun auch Kryptos beimischen. Selbst J.P.-Morgan-Chef Jamie Dimon, der Kryptos vor nicht langer Zeit noch als Betrug bezeichnete, wird Insti-Kunden Kryptotrading ermöglichen. «Die Finanzindustrie riecht natürlich das grosse Business», sagt Relai-Chef Julian Liniger.
Mit gewaltigen Summen hantieren Pensionskassen. Nun beginnen selbst diese konservativen Anleger das Kryptouniversum zu entdecken. «Pensionskassen dürften 2026 erstmals in Krypto-ETFs investieren», sagt Dominic Weibel. Die Harvard University soll mittlerweile fast eine halbe Milliarde in Bitcoin gesteckt haben. Die Kryptowährung sei damit die grösste Position in der Bilanz. Nach und nach greifen Regierungen zu. Die USA haben die Strategic Bitcoin Reserve ins Leben gerufen. US-Bundesstaaten wie Michigan oder Wisconsin haben mittlerweile schon in Bitcoin investiert. In Ländern wie Saudi-Arabien oder Bhutan werden Bitcoins geschürft. Experten rechnen damit, dass sich Staaten aus strategischen Gründen zunehmend als Miner engagieren.
Bei Firmen verbreitet sich Bitcoin als Kapitalreserve. «Wir haben jede Woche mehr Onboardings von Unternehmen, die Bitcoin in die Bilanz nehmen», sagt Julian Liniger. Seine Firma Relai ist nur auf Bitcoin fokussiert. Für ihn ist die Kryptowährung «Sound Money» und nicht weniger als «digitales Gold». «Es gibt eben nur 21 Millionen Bitcoins, und es wird immer mehr Geld gedruckt. Das ist ein starker Treiber.»
Statt Schulden abzutragen, wird von den Regierungen weiterhin auf Pump investiert. Das Vertrauen in Fiat-Währungen sinkt. «Die Geldentwertung wird sich eher noch beschleunigen», sagt Dominic Weibel. In der Theorie müsste der Bitcoin von dieser Entwicklung profitieren. Wie Gold ist Bitcoin ein begrenztes Gut. Die Inflation liegt bei Bitcoin inzwischen unter einem Prozent und damit deutlich unter Gold. Goldminen fördern bei hohen Preisen einfach mehr, das geht bei Bitcoin gar nicht.
Trotz dieser Ausgangslage hat Bitcoin zuletzt nicht von der Schuldenkrise profitiert. «Gold und Bitcoin haben beiden ähnliche Charakteristiken, aber sie traden komplett verschieden. Hat Gold ein gutes Jahr, hat Bitcoin ein schlechtes, und andersrum», weiss Adrian Fritz von 21Shares. Nach wie vor ist Bitcoin ein Risk-on Asset, während echtes Gold bei globalen Krisen mit Kurszuwächsen reagiert. Zuletzt hat sich das bei der Grönland-Krise wieder gezeigt. Während Gold die 4700-Dollar-Marke übersprang, brach der Bitcoin-Kurs binnen Tagen um 7000 Dollar ein.
Ein Quantensprung droht
Dass Bitcoin von Quantencomputern bedroht wird, hat bisher nur in kleinen Kreisen für Unsicherheit gesorgt. «Sollte Bitcoin entgegen unseren Erwartungen 2026 noch einmal deutlich schwächeln, könnte das Narrativ einer Quantenbedrohung rasch an Dynamik gewinnen, unabhängig davon, wie realistisch und unmittelbar sie tatsächlich ist», sagt Dominic Weibel. Rund 30 Prozent der Bitcoins liegen auf sehr alten oder wiederholt genutzten Adressen. Diese verwenden kryptografische Verfahren, bei denen sich theoretisch ein Private Key aus dem Public Key ableiten liesse. Wann es so weit ist, weiss derzeit niemand. Die Prognosen gehen weit auseinander.
Vitalik Buterin zählt in der Branche zu den anerkannten Genies. Mit den jüngsten Updates hat er Ethereum, die zweitgrösste Blockchain, nicht nur stabiler, sondern auch günstiger gemacht. Ether zählen zu den wenigen Bluechips unter den Altcoins und sind nicht nur unter Investoren gefragt. Bei besonders professionellen Projekten ist Buterins Blockchain der Goldstandard. Ether wird von der Verbreitung der ETFs und Stablecoins profitieren.
Vitalik Buterin zählt in der Branche zu den anerkannten Genies. Mit den jüngsten Updates hat er Ethereum, die zweitgrösste Blockchain, nicht nur stabiler, sondern auch günstiger gemacht. Ether zählen zu den wenigen Bluechips unter den Altcoins und sind nicht nur unter Investoren gefragt. Bei besonders professionellen Projekten ist Buterins Blockchain der Goldstandard. Ether wird von der Verbreitung der ETFs und Stablecoins profitieren.
Laut den progressiveren Modellen könnte ein Quantencomputer bereits 2028 stark genug sein, um diese Private Keys abzuleiten. Grundsätzlich reicht zur Abwehr ein Update. Doch in der Bitcoin Community ist der Code Gesetz. Es besteht das Risiko, dass man sich nicht rechtzeitig auf eine Anpassung einigt. «Wenn Bitcoin irgendwann gehackt wird, wenn auch nur in Teilen, wäre das natürlich ein extremer Vertrauensverlust», sagt Dominic Weibel. Dann gäbe es wohl die Möglichkeit, Bitcoin noch einmal sehr günstig zu kaufen.
Mit dem Einstieg der traditionellen Finanzindustrie macht die Kryptobranche einen Wandel durch. Wiederkehrende Muster verlieren an Gültigkeit. War es bisher geradezu ein Gesetz, dass auf eine Bitcoin-Hausse eine Altcoin-Hausse folgte, bleibt diese wohl nicht nur 2025 aus. Es ist der erste Zyklus, in dem die Alternativen zu Bitcoin nicht mitgezogen haben. «Bislang scheint der Zyklus ein wenig unterbrochen zu sein. Es bleibt also abzuwarten, ob das zur Regel wird», sagt Expertin Emma Pecenicic.
So eine Altcoin Season, in der sämtliche Coins nach oben streben, wird es wohl nicht mehr geben. «War es in solchen Phasen fast egal, ob die Coins nützlich waren oder nicht, schauen die Investoren jetzt genauer hin», sagt Adrian Fritz. Cashflows, die Qualität der Teams werden unter die Lupe genommen. Die Spreu trennt sich vom Weizen.
Definitiv zum Weizen gehören Projekte wie Hyperliquid, eine dezentrale Börse, die 2025 einen Umsatz von 844 Millionen Dollar erzielt hat. Da das mit nur elf Mitarbeitern geschah, gilt Hyperliquid als das profitabelste Unternehmen der Welt, noch vor dem von Paolo Ardoino geführten Stablecoin-Riesen Tether. Auch Vitalik Buterins Ethereum ist als zweitgrösste Blockchain nach erfolgreichen Updates bestens positioniert. Für wichtige Projekte wie ETFs oder Stablecoins ist Ether die erste Wahl.