Vorbild S-Bahn
SBB montieren Güsel-Kübel in den Abteilen auch im Fernverkehr ab

Reisende müssen ihren Abfall neu in den Eingangsbereichen der Züge entsorgen. Das neue Regime betrifft die meisten Fernverkehrszüge – es gibt aber Ausnahmen. Die SBB versprechen sich davon mehr Sauberkeit, Beinfreiheit und tiefere Reinigungskosten.
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Im FV Dosto gibts bald keine Kübel im Abteil mehr.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • SBB entfernt bis 2028 Abfalleimer aus Fernverkehrszügen der 1. und 2. Klasse
  • Zeitungssammler werden zu Abfallkübeln, grosse Behälter bleiben in Eingangsbereichen
  • Seit 2021 keine Abfalleimer mehr in Regionalzügen der 2. Klasse
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Schweizer Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer müssen umdenken: Den leeren Kaffeebecher oder die Sandwichverpackung schnell und bequem im Kübel entsorgen, das geht bald nicht mehr. Die SBB entfernen in den Fernverkehrszügen die Abfalleimer in der 1. und der 2. Klasse, wie die «Aargauer Zeitung» zuerst berichtet hat. Betroffen sind unter anderem Doppelstockzüge der Typen FV-Dosto, Mouette und IR-Dosto.

Die Umstellung erfolgt schrittweise bis Ende 2028. Im Regionalverkehr sind die Kübel in der 2. Klasse bereits seit 2021 verschwunden, seit Herbst 2025 auch zunehmend in der 1. Klasse. 

Es gibt aber Ausnahmen: Bei den Fernverkehrszügen, die international verkehren, schrauben die SBB die Abfalleimer allerdings noch nicht ab. Ein Grund dafür ist, dass dort in den Eingangsbereichen zu wenig Platz vorhanden ist.

Kübel wirken schnell schmuddelig

Die SBB haben positive Erfahrungen gemacht mit Zügen ohne Abfalleimer. Die Reisenden würden die Züge insgesamt als sauberer wahrnehmen. «Die Kübel sind je nach Abfallmenge schnell voll, können schmuddelig wirken und unangenehme Gerüche verbreiten», sagt eine SBB-Sprecherin zur «Aargauer Zeitung». Zudem schaffe ihr Abbau mehr Platz für die Beine.

Wie immer geht es aber auch ums Geld. Ohne die vielen kleinen Eimer wird die Reinigung effizienter, körperlich belastende Arbeitsschritte entfallen – und die Kosten sinken. Im Fernverkehr kommt das direkt den SBB zugute. Im Regionalverkehr profitieren die Kantone als Besteller.

Zeitungssammler werden umgenutzt

Doch wohin mit dem Abfall? Nach Hause nehmen? Nein. In den Eingangsbereichen bleiben grosse Abfallbehälter stehen. Und: Die heutigen Zeitungssammler werden laut einer Mitteilung der SBB in normale Abfallkübel umfunktioniert. Weil nach dem Print-Aus von «20 Minuten» auch die letzte Schweizer Pendlerzeitung verschwunden ist, fällt deutlich weniger Papier an.

Die S-Bahn Zürich fährt bereits seit 2016 ohne Kübel im Abteil. Auch die BLS testete zuletzt den Abbau. Umfragen zeigen immer wieder: Reisende regen sich mehr über dreckige Sitze als über fehlende Abfalleimer auf.

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