Darum gehts
- Beat Mörker lässt in Berlin 150 Familien gratis tanken
- Nur 70 Rappen von 50 Franken WC-Papier-Preis gehen an Hilfswerke
- Mörker verdient 76'000 Franken netto pro Monat, hat 500'000 Tiktok-Follower
Der Schweizer Selfmade-Millionär Beat Mörker (45) sorgt erneut für Schlagzeilen – diesmal mit einer aufsehenerregenden Wohltätigkeitsaktion in Deutschland. Vergangenes Wochenende liess der als «König des WC-Papiers» bekannte Unternehmer in Berlin rund 150 Familien kostenlos tanken. Die Aktion richtete sich gezielt an Eltern und sozial schwächere Haushalte und wurde in Zusammenarbeit mit dem Bündnis Kinderschutz organisiert, wie die «Bild» zuerst berichtet hat.
Vor Ort zeigte sich der Unternehmer aus Pfeffingen BL emotional: Eltern und Kinder hätten teils Tränen in den Augen gehabt. Zusätzlich verteilte sein Team rosafarbene WC-Papierrollen seiner Marke – ein Markenzeichen, mit dem Mörker während der Corona-Pandemie gross geworden ist. Für ihn ist klar: «Wenn wir reden, wollen wir auch handeln.» Erst vor ein paar Tagen hat der WC-Papier-Unternehmer in seinem Heimatkanton in Buckten BL Benzin im Wert von 10'000 Franken verschenkt. Weitere ähnliche Aktionen seien bereits geplant.
Luxusautos, Villa mit Helikopterlandeplatz
Mörkers Aufstieg vom Sohn eines Lastwagenfahrers und einer Putzfrau zum Millionär ist eine klassische Tellerwäscher-Story. Mit seiner Marke «Roosa» traf er in der Pandemie einen Nerv und baute ein florierendes Geschäft rund um rosa Toilettenpapier auf. Heute verkauft er seine Produkte nicht nur online, sondern auch über grosse Händler in Deutschland.
Gleichzeitig inszeniert sich Mörker in den sozialen Medien als schillernde Figur: Luxusautos, Villa mit Helikopterlandeplatz und ein demonstrativ zur Schau gestellter Reichtum gehören zu seinem öffentlichen Image. Über eine halbe Million Menschen folgen ihm auf Tiktok, wo er kürzlich sogar seine eigene Gehaltsabrechnung präsentierte – rund 76'000 Franken netto pro Monat. Das brachte dem vermeintlichen Wohltäter auch zunehmend Kritik ein.
Fehlende Transparenz wirft Fragen auf
Mörkers Geschäftsmodelle standen wiederholt im Fokus von Medienberichten. Bereits 2020 geriet der Baselbieter mit der SMAV Schulmaterial-Verband AG in den Fokus, weil er Druckerpatronen mutmasslich mit irreführenden Angaben verkaufte. Auch sein heutiges Kerngeschäft wirft Fragen auf: Kunden berichten, dass beim Verkauf seines WC-Papiers der Eindruck erweckt werde, ein bedeutender Teil des Kaufpreises komme einem Kinderhilfswerk zugute.
Tatsächlich spendet Mörkers Unternehmen laut Recherchen des «Beobachters» nur rund 70 Rappen von knapp 50 Franken. Kritiker sprechen von emotionalem Marketing auf Kosten der Transparenz. Auch fehlende klare Deklarationen des Spendenanteils sowie die Nähe zwischen kommerziellem Geschäft und Hilfswerk werden bemängelt. Mörker selbst weist die Vorwürfe zurück und betont: Alles sei sauber getrennt und transparent kommuniziert. Mit seinen Benzin-Spenden ist ihm ein neuer Marketing-Coup gelungen, um sich als spendabler Selfmade-Millionär zu inszenieren.