Kitesurfen, Reisen, PC-Chips
So tickt der neue Raiffeisen-Chef Gabriel Brenna

Grosser Auftritt für Gabriel Brenna: Der neue Raiffeisen-CEO stellt zum ersten Mal das Jahresergebnis vor. Was aber noch mehr interessiert: Wie tickt der Neue und welche Weichen will er für die Zukunft stellen?
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Gabriel Brenna ist seit Dezember 2025 CEO von Raiffeisen.
Foto: Gaetan Bally

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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Schon wieder ein Mann aus den Bergen an der Spitze von Raiffeisen. Seit Dezember 2025 ist der Walliser Gabriel Brenna (52) CEO der zweitgrössten Schweizer Bank und präsentiert am heutigen Mittwoch zum ersten Mal die Zahlen der Gruppe. Doch im Gegensatz zu seinem Vor-Vor-Vorgänger Pierin Vincenz (69), der sich bereits im Studium mit dem Bankgeschäft beschäftigte, hatte Brenna lange Zeit mit der Finanzwelt nichts am Hut.

Gerade der Blick von aussen ist bei Raiffeisen jetzt gefragt. Die Genossenschaftsbank muss sich erneuern, das Geschäft mit den Hypotheken ist zwar ein solides. Doch ist das Wachstum im Schweizer Markt als Nummer 2 hinter der UBS begrenzt. Um Raiffeisen fit für die Zukunft zu machen, hilft Brenna seine Vergangenheit als Halbleiterentwickler und Berater bei der Liechtensteinischen Landesbank. Bei der LLB leitete er zunächst das Private Banking, ehe er 2021 zum CEO aufstieg. 

Der Abstecher ins Ländle ist der Grund, warum der Lebensmittelpunkt der vierköpfigen Familie mit Hund, Katze und Pferd seither in Triesen (FL) liegt. Seine Frau arbeitet als Tierärztin im Kanton St. Gallen und ist ehrenamtliche Führerin von Rettungshunden in Liechtenstein. 

Start als Handyentwickler

Brenna gilt als bodenständiger Typ, der gerne und viel arbeitet und gestaltet – und sich immer wieder mal neu erfindet. Zunächst tritt er in die Fussstapfen seines Vaters, interessiert sich für Naturwissenschaften. Aufgewachsen ist der italienisch-schweizerische Doppelbürger in Italien, ehe die Familie ins Wallis zügelt. Der Vater hatte als Chemiker bei Lonza in Visp VS eine Stelle gefunden. Die erste berufliche Leidenschaft von Brenna gilt der Halbleiterindustrie. Nach Studium und Doktorat an den ETH in Lausanne und Zürich entwirft der begeisterte Kitesurfer Halbleiterchips für 3G-Handys. Schnell ist ihm klar, die Schweiz wird nicht zum Zentrum der Halbleiterindustrie.

Ein Berufswechsel ist angesagt, also steigt er bei der Beratungsfirma McKinsey ein. Dort ist der junge Ingenieur mit dem Aufräumen nach der Finanzkrise von 2008 beschäftigt und baut «Bad Banks» auf. Später kümmert er sich als Berater um die Risiken auf dem Finanzplatz und das Private Banking. Was den Weg für einen weiteren Berufswechsel bereitet: Über die LLB landet er schliesslich bei Raiffeisen, wird vom Berater zum Chef, der in der Verantwortung steht. 

In dieser Funktion ist der zupackende Schaffer nun gefordert. Weil ihm der Stallgeruch fehlt, muss sich Brenna als Erstes die Anerkennung der 212 Chefs der lokalen Raiffeisengenossenschaften verdienen. In den ersten Monaten absolviert er eine veritable Tour de Suisse, besucht Dutzende Banken in allen Landesgegenden. Was positiv vermerkt wird, andere Neue seien erst viel später in den Regionen aufgetaucht, heisst es. 

Zentrale wieder stärken

Bei den Hypotheken ist der Markt ausgereizt, also muss Brenna künftig vermehrt auf die Karten Anlagen, Firmen und Jugend setzen. Das Anlagegeschäft ist ausbaufähig, denn obwohl rund 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Kunden von Raiffeisen sind, besitzt nur die Hälfte ein Anlagedepot. Mit der Vermögensverwaltung lässt sich mehr Geld als mit Sparkonten verdienen.

Bei den Firmenkunden bieten sich nach dem Ende der Credit Suisse Wachstumschancen, zumal die Genossenschaftsbank mit ihren vielen Filialen nahe bei der KMU-Wirtschaft ist. Junge Kunden bringen am Anfang wenig Geld, doch sind sie erst mal bei der Bank, steigen die Chancen, sie in späteren Jahren bei lukrativeren Finanzgeschäften zu begleiten. 

Nicht nur die Herkunft aus einem Bergkanton verbindet Brenna mit Vincenz. Wie schon der Bündner will der Walliser die Raiffeisenzentrale in St. Gallen stärken. Widerstand ist vorprogrammiert. Um diesen zu überwinden, wird es viel Überzeugungsarbeit des neuen CEO brauchen. 


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