Keine Pächter gefunden
Historisches Urner Gasthaus steht wohl bald zum Verkauf

Das Gastro-Duo Angela Hug und Koshua Lüscher verliess Ende 2025 das traditionsreiche Restaurant Zwyssighaus am Urnersee. Der zuständigen Stiftung ist es bislang nicht gelungen, neue Pächter zu finden. Nun beschäftigt sie sich mit dem Verkauf des Hauses.
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Ist das Zwyssighaus bald kein Restaurant mehr?
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zwyssighaus in Bauen UR seit Januar 2026 geschlossen, Verkauf geplant
  • Stiftung scheitert an neuer Pacht, beantragt Auflösung für historischen Erhalt
  • Gebäude von 1796 soll auf Heimatschutz-Plattform angeboten werden
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Seit Anfang Jahr bleibt die Küche im altehrwürdigen Zwyssighaus in der Ortschaft Bauen UR kalt. Gastgeberin Angela Hug und Küchenchef Koshua Lüscher verliessen das Restaurant mit integriertem Hotel direkt am Urnersee Ende 2025. Zuvor hatte das Gastro-Duo den Pachtvertrag nicht verlängert. Es war ein herber Verlust für die Schweizer Gastro-Szene: Spitzenkoch Lüscher hatte sich dort 15 GaultMillau-Punkte erkocht. «Eine wunderbare Zeit geht zu Ende», schrieb GaultMillau damals. Jetzt wirten Hug und Lüscher im Restaurant Wysses Rössli in Schwyz.

An ihrer alten Arbeitsstätte hat sich derweil wenig getan: Noch immer steht das historische Haus aus dem 18. Jahrhundert leer – seit gut 8 Monaten. Das ist zu lange, findet man bei der Stiftung Zwyssighaus, die das Gasthaus seit 1934 bewahrt. Die Stiftung strebt jetzt den Verkauf an, wie die «Urner Zeitung» zuerst berichtet hat.

Komponist der Nationalhymne wuchs im Zwyssighaus auf

Über all die Zeit hat die Stiftung nach neuen Pächtern gesucht – erfolglos. «Leider ist es uns nicht gelungen, jemanden zu finden», sagt Stiftungspräsidentin Irène Philipp Ziebold gegenüber Blick. Die Suche gestaltete sich als sehr herausfordernd. Bauen sei als Standort sehr abgelegen, das Restaurant könne nur saisonal betrieben werden. «Es ist nicht einfach, das Zwyssighaus wirtschaftlich zu führen», so Philipp Ziebold. Der ausbleibende Pachtzins belastet auch die Finanzen der Stiftung.

Die Stiftung Zwyssighaus gibt die Pächtersuche nun auf. Genau dadurch erfüllt sie aber ihren Hauptzweck nicht mehr. Dieser besteht nämlich darin, den Gastwirtschaftsbetrieb im traditionsreichen Restaurant sicherzustellen. Darum wollen Philipp Ziebold und ihre Kollegen bei der Stiftungsaufsicht den formellen Antrag stellen, die Stiftung aufzulösen.

Stimmt die Aufsicht dem Antrag zu, kann anschliessend auch das Gasthaus mit Baujahr 1796 verkauft werden. Dies soll noch dieses Jahr passieren, glaubt die Präsidentin der Stiftung Zwyssighaus. «Uns ist wichtig, dass der historische Gehalt des Hauses bewahrt bleibt», betont sie. Der Plan ist, das Geburtshaus des Schweizerpsalm-Komponisten Alberik Zwyssig (1808–1854) dann auf der Immo-Plattform des Schweizerischen Heimatschutzes zum Verkauf anzubieten. 

Kanton Zürich versteigert Bauernhof und Wohnhaus

Dass solche historischen Liegenschaften zu verkaufen sind, passiert immer mal wieder. Der Kanton Zürich etwa will sich gleich von zwei denkmalgeschützten Häusern trennen. In Höri, in unmittelbarer Nähe des Flughafens Zürich, kommt ein ehemaliges Bauernhaus mit anliegendem Bauland unter den Hammer. Und im Dorfkern von Rheinau im Zürcher Weinland ein im Jahr 1720 erbautes Wohnhaus. Beide Versteigerungen sind im November.

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