Kampf gegen Überalterung
Griechische Kleinstadt lockt Paare mit saftiger Baby-Prämie

In Europa schrumpft die erwerbstätige Bevölkerung seit längerer Zeit. Einige Orte haben deshalb begonnen, Zuzüger mit Geldgeschenken und anderen Vorteilen zu locken. In Griechenland gibt es jetzt sogar eine Baby-Prämie.
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Die griechische Gemeinde Servia will mit einem Geldbetrag von 5000 Euro junge Paare anlocken.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Europäische Gemeinden locken mit Geld, um Abwanderung und Überalterung entgegenzuwirken
  • Nordgriechische Gemeinde zahlt 9200 Franken pro geborenes Kind
  • Irland bot 2023 84'000 Euro für Hausrenovationen auf abgelegenen Inseln an
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Marian NadlerRedaktor News

«Die Kombination aus Überalterung und tiefer Geburtenrate macht mir Sorgen», sagte der Demografie-Forscher Hendrik Budliger (51) Mitte Mai in einem Interview mit Blick. Er sieht dadurch das langfristige Überleben unserer Gesellschaft gefährdet. Laut ihm schrumpft die erwerbstätige Bevölkerung in Europa bereits seit 13 Jahren.

In diesem Dorf leben zehnmal mehr Puppen als Menschen
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Überalterung und wenig Kinder:In diesem Dorf leben mehr Puppen als Menschen

Die Länder sind sich dieses Problems bewusst. Schon längst stehen die europäischen Staaten in einem Wettstreit um Fachkräfte und junge Familien. Immer mehr Ortschaften, die unter Überalterung leiden, locken deshalb mit (Geld-)Geschenken.

Kind geboren, 10'000 Stutz kassiert

Das jüngste Beispiel: In der nordgriechischen Kleinstadt Servia können junge Paare bis zu 5000 Euro (4600 Franken) Unterstützung erhalten. Für die Geburt eines Kindes im Ortsteil Elati gibt es zudem 10'000 Euro (9200 Franken). Das berichtet die griechische Tageszeitung «Protothema» unter Berufung auf die Gemeindeverwaltung.

Das Programm lief vielversprechend an, wie Bürgermeister Christos Eleftheriou verrät: Bislang wurden 14 Anträge für die Unterstützungsleistungen für junge Paare eingereicht. Acht Paare sollen die Förderung bereits erhalten haben. Auch die Geburtenprämie soll bereits einmal ausgezahlt worden sein.

Das Buhlen um junge Familien in Europa dürfte in Zukunft noch zunehmen. Wo wird oder wurde sonst noch um Zuzüger geworben? Ein Blick auf die verlockendsten Angebote.

Irland – 84'000 Euro für Renovationsarbeiten

Die irische Regierung gab 2023 bekannt, dass sie bis zu 84'000 Euro (rund 77'000 Franken nach heutigem Wechselkurs) an diejenigen auszahlen würde, die auf einer der 23 abgelegenen Inseln an der Westküste des EU-Staats ein Haus kaufen und anschliessend renovieren würden. Bedingung für die staatliche Unterstützung war, dass das Haus vor 1993 gebaut wurde und seit mindestens zwei Jahren leer stand oder baufällig war. 

Italien – 15'000 Euro für Hauskauf

Auch auf Sardinien ist der Bevölkerungsschwund ein Problem. Jeder, der sich Wohneigentum auf Sardinien kaufte, wurde 2022 mit 15'000 Euro (13'800 Franken nach heutigem Wechselkurs) bezuschusst. Das Angebot galt aber nur für Personen, die ihren Erstwohnsitz auf die Mittelmeerinsel verlegten. Und die meisten Immobilien befanden sich nicht in Strandnähe.

Schweiz – Albinen VS griff tief in die Tasche

Albinen VS lockte Familien 2019 mit mehreren Zehntausend Franken. Die exakte Summe orientierte sich dabei an der Familiengrösse. Das Geld wurde aber nur unter einer Bedingung ausgezahlt: Wer sich im Bergdorf oberhalb von Leukerbad ansiedelte, durfte für mindestens zehn Jahre nicht mehr wegziehen

Italien – Haus für 1 Euro

2023 machten Häuser für 1 Euro, die von italienischen Geisterdörfern angeboten wurden, Schlagzeilen. Und auch heute sind auf casea1euro.it noch immer Schnäppli zu finden.

Spanien – in Arenillas gibt es ein Haus geschenkt

Das kleine Dorf Arenillas in der spanischen Provinz Soria bietet im Kampf gegen die Abwanderung kostenlosen Wohnraum an. Damit nicht genug: Das 40-Einwohner-Dorf hatte für die Neuankömmlinge auch ein Jobangebot als Maurer in petto. Ob das reicht, um die Dorfgemeinde wieder zu vergrössern?

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