Darum gehts
- Das spanische Dorf Arenillas sucht Bewohner, bietet fast kostenlose Wohnungen
- Neue Bürger erhalten ein möbliertes Haus, keine Miete, Job als Maurer
- Dorf zählt nur 40 Einwohner, Familien besonders willkommen für Zuzug
Nur noch wenige Menschen leben in Arenillas, einem kleinen Dorf in der spanischen Provinz Soria. Das soll sich jedoch ändern. Die Gemeinde, die mit Abwanderung zu kämpfen hat, hat einen Plan. Laut spanischen Medienberichten ist das mit dem Auto gut 2,5 Stunden nördlich von Madrid gelegene Dorf auf der Suche nach Freiwilligen, die zuziehen wollen.
Fast kostenlos wohnen
Soria ist laut einem Bericht der Zeitung «Diario AS» eine der spanischen Regionen, die am stärksten unter einem Bevölkerungsrückgang leidet. In Arenillas sollen derzeit nur noch rund 40 Personen leben. Daher sucht die Gemeinde mit einem Aufruf nach Menschen, bestenfalls nach einer Familie, die dort hinziehen möchten.
Versprochen wird demzufolge nicht nur eine fast kostenlose Unterkunft, sondern auch eine Beschäftigung. So seien über die vergangenen Jahre mehrere Häuser saniert worden, von denen eines den neuen Bürgerinnen oder Bürgern zur Verfügung gestellt werden soll.
Das Haus sei voll ausgestattet und es werde keine Miete fällig, alles werde von den örtlichen Behörden organisiert. Bezahlt werden müssten lediglich die Kosten, die beim Bewohnen entstehen.
Familien bevorzugt
Daneben werde auf Wunsch auch eine unbefristete Anstellung als Maurer geboten. Der Job, bei dem sich die jeweilige Person um die Instandhaltung und Sanierung kommunaler Gebäude kümmern soll, soll ein sicheres Einkommen gewährleisten. Alternativ stehe auch eine gute Internetverbindung zur Verfügung, die es neuen Bewohnerinnen und Bewohnern etwa auch ermögliche, von zu Hause aus zu arbeiten.
Es sei wünschenswert, wenn sich Familien bewerben, heisst es. Eine Regionalschule gibt es demnach etwa 20 Kilometer entfernt in Berlanga de Duero. Gesucht sind keine Menschen, die hier nur Ferien machen oder schon in Kürze weiterreisen möchten, sondern Personen, die wirklich ortsansässig werden möchten und mit einem Leben auf dem Land klarkommen. Die Gemeinde soll wieder wachsen, weshalb gerade junge Familien wohl perfekt wären.
Entsprechend ist auch die Rede davon, dass diejenigen, die ins Dorf ziehen, bestenfalls die Leitung einer Bar oder eines Gemeindezentrums übernehmen – als Orte, die ein fester Treffpunkt für alle vor Ort werden können und in denen die Dorfgemeinde etwa auch Feiern veranstalten kann. Verpflichtend sei dies aber nicht. Bei Interesse soll man sich an die Gemeinde wenden.
Nicht nur dieses Dorf versucht, mit besonderen Angeboten, mehr Einwohner anzulocken.
Zustupf für Zuzüger in Albinen VS
Das Bergdorf hatte mit stetiger Abwanderung zu kämpfen. Darum wurde eine drastische Massnahme ergriffen. Wer neu in den Ort zieht, bekommt dafür je nach Familiengrösse mehrere 10'000 Franken Startgeld, aber nur unter einer Bedingung: Er darf dafür aber mindestens zehn Jahre nicht mehr wegziehen. Das Lockangebot kam gut an. Kein Wunder: Eine Aargauer Familie bekam insgesamt 70'000 Franken.
Steuergeschenk in Emmen LU
2004 sorgte Emmen LU mit einem besonderen Anreizsystem für Schlagzeilen: Wer als Einwohner einen Neuzuzüger in die Gemeinde brachte, der mindestens 10'000 Franken Steuern zahlte, erhielt bis zu 40 Prozent dieses Betrags als Steuerabzug.
Die Strategie funktionierte: Bis 2018 wuchs die Gemeinde um rund 3800 Menschen, und neue Wohnhäuser schossen wie Pilze aus dem Boden. Doch statt Wohlstand folgte die Ernüchterung. Die Erschliessung neuer Quartiere verschlang Hunderttausende von Franken, Schulhäuser platzten aus allen Nähten, teure Neubauten wurden notwendig. 2019 griff der Kanton ein und erzwang eine Steuerfusserhöhung. Heute ist die alte Wachstumseuphorie verflogen.
1-Euro-Häuser in Italien
Italienische Dörfer buhlen um Einwohner. Deshalb verkaufen Gemeinden Häuser für einen symbolischen Euro. Der Haken: Man muss sie renovieren – und dafür tief in die Tasche greifen. Und in manchen Fällen sind von Erdbeben und Fluten nur noch Ruinen übrig.