Darum gehts
- Swiss-Crews klagen über schlechte Zustände im Miami-Crewhotel
- Beschwerden umfassen Schimmel, Taubenkot, Ungeziefer und blockierte Fluchtwege
- Swiss hält trotz Kritik am Hotel fest
Seit Dezember 2025 bringt die Schweizer Fluggesellschaft Swiss ihre Besatzung bei einem Aufenthalt in der US-Stadt Miami in einem neuen Hotel unter. Die Angestellten der Airline sind von der Bleibe aber alles andere als begeistert, wie das Flugportal «Aerotelegraph» zuerst berichtet hat.
Demnach klagen Crewmitglieder über «unakzeptable» und «schäbige» Zustände im Drei-Sterne-Betrieb. Versperrte Fluchtwege, Schimmel, Taubenkot im Pool, Ungeziefer und verschmutzte Flure und Bettwäsche stehen auf der langen Liste der Beschwerden, die sich bei der Teppichetage der Swiss und ihrer Mutter Lufthansa häufen. «Es gehen täglich Dutzende Meldungen ein», berichtet eine anonyme Quelle gegenüber dem Portal.
Gewerkschaft schlägt Alarm
Die Swiss-Mutter Lufthansa hat mittlerweile die Reissleine gezogen: Ihre Crews wurden nach Angaben von «20 Minuten» in ein neues Hotel umquartiert. Auf Anfrage von «Aerotelegraph» erklärt der Konzern, dass im Betrieb «wesentliche vereinbarte Vertragskonditionen nicht eingehalten wurden».
Gegen welche Konditionen das Hotel genau verstossen hat, dazu äussert sich Lufthansa nicht. Der Name des Hotels am Strand des beliebten Viertels North Beach ist Blick bekannt, wird zum Schutz der Crews jedoch nicht genannt.
Mittlerweile hat sich auch die Kabinengewerkschaft Kapers – die nach eigenen Angaben mehrere Tausend Kabinenbesatzungsmitglieder von Schweizer Airlines vertritt – in einer E-Mail an alle Gewerkschaftsmitglieder geäussert, wie «Aerotelegraph» weiter berichtet. Darin schreibt sie, dass geltende Mindeststandards für die Crewunterbringung im Hotel aktuell teilweise nicht eingehalten würden – es gehe um Sicherheit, Hygiene und Ruhe. Für viele sei die Unterkunft «mit erheblicher Belastung verbunden». Eine weitere Unterbringung dort sei «nicht vertretbar».
Swiss hält an Hotel fest
Die Swiss will das Haus dennoch weiter als Unterkunft für die Crew zu nutzen, erklärt ein Sprecher gegenüber Blick. Die Crews seien seit 2016 mit Unterbrechungen mehrfach in dem Hotel untergebracht worden – zuletzt eben seit Dezember 2025. Es gebe auch positives Feedback, beispielsweise die Nähe zum Meer.
Zudem lägen der Swiss «keine Hinweise vor, dass grundlegende Vertragskonditionen verletzt wurden», so der Sprecher. Man prüfe alle Crewhotels regelmässig. Das Hotel in Miami erfülle denselben Standard, der für alle Destinationen gelte.
Zudem hat die Swiss gemeinsam mit der Gewerkschaft besprochen, «dass das Crewhotel aktuell unverändert bleibt». Heisst: Die Swiss-Crews übernachten vorerst bei ihren Miami-Stopps weiter im Problem-Hotel.