Darum gehts
- Swissair-Pensionskasse ist die beste PK der Schweiz – trotz Grounding im Jahr 2001
- Ehemalige Swissair-Mitarbeitende profitieren von den hohen Umwandlungssätzen und Zusatzrenten
- Das PK-Vermögen beträgt 1,09 Milliarden Franken, mit einem Deckungsgrad von 127,3 Prozent
Das Grounding der Swissair hat sich in unser kollektives Gedächtnis gebrannt. Die Flieger der einst so stolzen Airline blieben am 2. Oktober 2001 am Boden. Die «fliegende Bank», wie die Schweizer Fluggesellschaft wegen ihrer Finanzkraft genannt wurde, war pleite. Ein Schock fürs ganze Land, besonders für die Mitarbeitenden. Gleichzeitig hatten diese aber auch Glück: Über die Jahre ist die Pensionskasse des Swissair-Personals zur potentesten Vorsorgekasse der Schweiz aufgestiegen.
Konkret: Derzeit hat die Allgemeine Pensionskasse (APK) der Swissair rund 2500 Rentenbezüger. Viele von ihnen sind ältere Semester, schliesslich ist das Grounding fast ein Vierteljahrhundert her – und deshalb profitieren viele von Umwandlungssätzen, die deutlich über 7 Prozent liegen. Die Sätze sind im Vorsorgereglement festgelegt und klettern mit zunehmendem Alter auf maximal 7,65 Prozent. Was die Swissair-PK besonders lukrativ macht: Die Kassen sind prall gefüllt, das gesamte PK-Vermögen beläuft sich auf 1,09 Milliarden Franken. Und dank einer starken Rendite stieg der Deckungsgrad im letzten Jahr nochmals an – auf 127,3 Prozent. 2021 waren es sogar noch 138,1 Prozent. Zum Vergleich: Ende 2024 betrug der durchschnittliche Deckungsgrad in der Schweiz 114,7 Prozent.
2024 gab es insgesamt 18 Monatsrenten
Die beste Pensionskasse der Schweiz war immer wieder Anlass für Streit. Die Richter entschieden im Swissair-Prozess, dass sich das Grounding finanziell nicht auf die Angestellten auswirken sollte. Ausgenommen ist aber das Personal zahlreicher Swissair-Töchter, die die Teppichetage aufgrund der Geldprobleme vor der Pleite veräussert hatte. Dazu gehören etwa der Bodenabfertiger Swissport oder die Hotelkette Swissôtel. Auch weil deren Angestellten ausgeschlossen sind, schwimmt die Swissair-APK im Geld.
Entsprechend klimpert es jedes Jahr im Vorsorgekässeli der bezugsberechtigten Rentenbezüger. 2024 bekamen sie 6 Zusatzrenten, insgesamt also 18 Monatsrenten. Ein Zustupf, an den sich die Swissair-Pensionäre mittlerweile gewöhnt haben. Vor vier Jahren gab es insgesamt sogar 23 Monatsrenten. Mitunter bekommen sie jetzt mehr, als sie früher aus den Büros an Lohn mit nach Hause gebracht haben.
Zukunftsplan soll Milliarde fair verteilen
Das ganze Geld bringt aber auch ein Problem mit sich: Weil viele Rentenbezüger eben schon etwas in die Jahre gekommen sind, sinkt die Zahl der Mitglieder wegen Todesfällen deutlich. In den letzten Jahren betrug der Rückgang jeweils rund 5 Prozent. Es stellt sich also die Frage, wie die PK-Milliarde fair unter den Verbliebenen verteilt werden kann.
APK-Präsident Peter Ramel, ehemaliger Finanzchef der Swissair, hat deshalb eine Zukunftsplanung eingeleitet. «Unser Experte erstellt für uns einen Businessplan für die nächsten zehn Jahre, der uns Hinweise auf eine nachhaltige Ausschüttungspolitik gibt», sagte er im letzten Jahr zur «Handelszeitung». Diese Finanzplanung ist dringend notwendig, wie 2017 eine interne Studie ergeben hat: Ohne einen solchen Businessplan dürfte das verbleibende PK-Vermögen im Jahr 2073 an die dann übrig gebliebene Person gehen. Die Summe: 400 Millionen Franken.