Jetzt geht auch Verkaufschef
Was ist denn nur beim Schweizer Discounter Denner los?

Mit Christian Staub verlässt ein zweites Geschäftsleitungsmitglied innert Kürze den Discounter Denner. Der Verkaufschef ist spätestens Ende Jahr weg. Ende April sprang bereits CEO Thorsten Friedrich ab. Die Migros-Tochter steckt in einer Identitätskrise.
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Schon wieder ein prominenter Abgang beim Schweizer Discounter Denner.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Denner-Verkaufsleiter Christian Staub verlässt das Unternehmen Ende 2026 auf eigenen Wunsch
  • Staub war seit März 2023 bei Denner, zuvor tätig bei Coop und Lidl
  • Ex-Denner-Besitzer kritisiert Migros: «Kaum Investitionen in Filialen oder Technologie»
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Bei Denner gehen die Chefs von Bord: Der Schweizer Discounter verliert ein weiteres Geschäftsleitungsmitglied. Christian Staub (42), Leiter Verkauf, verlässt die Migros-Tochter – «auf eigenen Wunsch», wie Denner in einer Mitteilung schreibt. Künftig übernehme Staub eine Führungsfunktion in einem anderen Unternehmen. Wohin es ihn zieht, ist unklar.

Ebenfalls bleibt offen, wann der Verkaufsleiter Denner genau verlässt. Der Discounter schweigt darüber in der Mitteilung. «Christian Staub bleibt bis Ende Jahr in der Geschäftsleitung von Denner und verantwortet dort weiterhin den Bereich Verkauf», präzisiert Denner-Sprecher Thomas Kaderli auf Anfrage von Blick. Es ist also kein abrupter Absprung. Denner hat die Nachfolgesuche aber bereits eingeleitet. Heisst: Findet der Discounter schnell einen Ersatz, ist Staub vielleicht schon früher weg.

Ende Mai ging der CEO von Bord

Christian Staub ist erst seit gut drei Jahren für Denner tätig. Er stiess im März 2023 zum Discounter – von Coop, wo er Leiter von Coop City war. Zuvor war er unter anderem auch für Lidl tätig. Denner verliert also einen ausgewiesenen Detailhandelsfachmann – bereits den zweiten innert kurzer Zeit. Denn Ende April war Torsten Friedrich (49) als CEO abgesprungen. Nach nur etwas mehr als einem Jahr hatte der Deutsche genug, ihm war das von der Mutter Migros aufgezwungene Korsett zu eng geworden. Seither leitet Michel Gruber übergangsmässig die Geschicke von Denner.

In der Mitteilung dankt Gruber seinem Geschäftsleitungsmitglied Staub für dessen «ausserordentlichen Einsatz und sein grosses Engagement». Mit seiner Arbeit habe der Verkaufsleiter Denner nachhaltig geprägt. Selbst spricht Staub von einer «bereichernder Zeit bei Denner». Er werde die Erfahrung in bester Erinnerung behalten.

Kritik an der Denner-Besitzerin Migros

Nur: Ganz so harmonisch dürfte der Abgang von Staub nicht sein. Die Stimmung ist beim Discounter gedrückt. Das hat vor allem mit dem Umbau bei der Mutter Migros zu tun. Migros-Chef Mario Irminger (61), der den Anpacker Friedrich zu Denner geholt hatte und dem Discounter einst selbst als CEO vorstand, rief Ende Oktober 2024 die Tiefpreisstrategie beim orangen Riesen aus. Schon damals stellte sich die Frage: Macht der Migros-Chef damit Denner überflüssig?

Gleichzeitig trieb Irminger auch den Migros-Umbau voran. Er hat zahlreiche Fachmärkte abgestossen, viele Eigenmarken zusammengestrichen. Der Fokus liegt voll auf dem Supermarkt-Geschäft. Und in diesem baute er Doppelspurigkeiten ab und zentralisierte. Zum Beispiel den Einkauf. Die Migros hat das Ruder bei der Denner-Beschaffung übernommen.

Zuletzt gab es an der Entwicklung von Denner unter der Migros harsche Kritik – von prominenter Seite. Der ehemalige Denner-Besitzer Philippe Gaydoul (54) schoss am Wochenende scharf gegen den orangen Riesen. «Viele Läden sehen fast so aus wie vor bald 20 Jahren. Es wurde kaum investiert – weder in Filialen noch in neue Technologien wie Self-Scanning, die für Discounter interessant wären», sagte er der «NZZ am Sonntag». Sieht das vielleicht auch Christian Staub so?

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