Darum gehts
- Investor Vinod Khosla prophezeit: In 15 Jahren arbeitet fast niemand mehr
- Roboter könnten bis 2030 weltweit 80 Prozent aller Jobs übernehmen
- Citigroup: 2035 weltweit 1,3 Milliarden KI-Roboter, 2050 bereits 4 Milliarden
Künstliche Intelligenz (KI) spaltet die Geister. Für die einen führt uns die Technologie direkt in den Abgrund. Für die anderen ist sie die Lösung für (fast) alle Probleme auf dieser Welt – etwa für Vinod Khosla (71). Der renommierte US-Finanzier mit indischen Wurzeln gehört zu den frühen Förderern von KI-Unternehmen, ist etwa Investor bei der Chat-GPT-Firma Open AI. In einem Interview mit dem US-Magazin «Fortune» stellte Khosla eine steile These auf: Künftig wird fast niemand mehr arbeiten müssen, um überleben zu können. Und zwar bereits in 15 Jahren.
Konkret: «Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass ein heute 5-Jähriger später einmal einen Job suchen wird», so der Milliardär. Denn die Notwendigkeit, sich den Lebensunterhalt verdienen zu müssen, werde in Zukunft wegfallen. Das bedeute aber nicht, dass niemand mehr arbeiten werde. Vielmehr könne man den kleinen Kindern getrost empfehlen: «Folge deiner Leidenschaft».
Diese Zukunftsvision begründet Khosla mit den grossen Fortschritten bei KI. Seine Prognose: Roboter übernehmen bereits ab 2030 rund 80 Prozent aller Jobs weltweit – zu sehr tiefen Kosten. Dadurch sinken auch die Preise für Produkte und Dienstleistungen drastisch. Und: «Fast das gesamte Fachwissen der Welt wird kostenlos sein», sagt Khosla im «Fortune»-Interview. Für Menschen mit wenig Einkommen sei deshalb ein Lebensstandard möglich, den aktuell nur den Gutbetuchten vorbehalten ist.
Tech-CEO warnt vor «KI-Tsunami»
Alle Experten sind sich einig: Künstliche Intelligenz wird unser Leben grundlegend verändern. Nur gibt es auch prominente Skeptiker – selbst in der Tech-Blase. So warnte Dario Amodei (43), CEO und Gründer von Anthropic, kürzlich vor einem «KI-Tsunami». Was er damit meinte: KI wird wie eine Welle über uns hereinbrechen. «Wir als Gesellschaft sind nicht vorbereitet», sagte Amodei.
KI-Systeme machen derzeit so schnell Fortschritte, dass sie schon bald den Menschen in seinen Fähigkeiten eingeholt haben. Darauf sind viele Länder, ihre Regulierungsbehörden und auch die Bürger laut dem Anthropic-Chef aber nicht vorbereitet. Die Befürchtung: Der Übergang ins grosse KI-Zeitalter wird nicht so harmonisch vonstattengehen, wie von Kholsa prognostiziert.
Ein neuer Bericht der US-Grossbank Citigroup geht davon aus, dass es 2035 bereits 1,3 Milliarden hochleistungsfähige KI-Roboter auf der Welt geben wird. Diese werden unsere alltäglichen Hausarbeiten übernehmen, Produkte herstellen und Bürojobs ausüben. Und 2050 sollen es dann 4 Milliarden Roboter sein. Je nach Lesart bedeutetet das eine düstere Zukunft mit Massenarbeitslosigkeit und viel Armut. Oder dann eine Utopie, in der niemand mehr einen Job machen muss, nur um zu überleben.