Studie aus den USA
Warum KI-Nutzer mehr arbeiten als vorher

Wer künstliche Intelligenz im Job nutzt, arbeitet schneller, länger und an mehr Aufgaben gleichzeitig. Das legt eine Studie aus den USA nahe. Vom gelobten Entlastungseffekt fehlt jede Spur.
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KI hält Einzug ins Büro – und verändert die Art, wie Menschen arbeiten.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Studie zeigt: KI-Tools erhöhen Arbeitsbelastung in Firma mit 200 Angestellten
  • Mitarbeitende arbeiten schneller, aber länger und oft in Pausen oder Freizeit
  • Studie warnt vor Burnout und fordert klare KI-Regeln in Unternehmen
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Zwei Forscherinnen der UC Berkeley haben acht Monate lang untersucht, wie sich KI-Tools auf den Alltag im Büro auswirken. Schauplatz war ein US-Technologieunternehmen mit rund 200 Angestellten. Der Befund ist ernüchternd: KI macht nicht weniger Arbeit. Sie macht mehr.

Die Mitarbeitenden arbeiteten zwar schneller und übernahmen ein breiteres Spektrum an Aufgaben, schoben aber Arbeit in Pausen, Mittagessen und Abendstunden. Nicht weil die Chefin es verlangte. Sondern weil die KI es möglich machte.

Wer räumt auf?

Weil KI plötzlich alle befähigt, in fremde Fachgebiete einzusteigen, übernahmen Nicht-Entwickler immer mehr Programmieraufgaben. Der Haken: Der damit produzierte Code war oft halbfertig oder fehlerhaft. Ingenieure mussten ihn reparieren, zusätzlich zur eigenen Arbeit, und meist ohne dass das irgendwo als Aufwand erfasst wird, schreiben die Forscherinnen. «Du dachtest, du arbeitest dank KI produktiver und sparst Zeit», sagt ein Ingenieur. «Aber du arbeitest gleich viel. Oder sogar mehr.»

Besonders heimtückisch: die verschwimmende Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Weil einen Prompt zu tippen sich nicht nach Arbeit anfühlt, schickten viele noch schnell eine letzte Anfrage an die KI, bevor sie den Laptop zuklappen. Oder in der Kaffeepause. Oder im Meeting. Die Folge: ein Arbeitsalltag ohne natürliche Pausen, mit mehr offenen Aufgaben und steigendem Druck. Entwickler Simon Willison, der verschiedene KI-Tools täglich einsetzt, kennt das aus eigener Erfahrung. Er schreibt in seinem Blog, er kenne Menschen, die nachts keine Ruhe finden, weil sie «nicht aufhören können, der KI Prompts zu schicken».

Was Unternehmen tun sollten

Für ihre Studie waren die Autorinnen, die Professorin Aruna Ranganathan und die Doktorandin Xingqi Maggie Ye zweimal pro Woche vor Ort, sie verfolgten interne Kommunikationskanäle und führten über 40 Interviews. Die Studie wurde im Managementmagazin «Harvard Business Review» publiziert. Aber: Die Forschung läuft noch – die Autorinnen bezeichnen sie selbst als laufende Studie. Und eine einzige Techfirma mit 200 Mitarbeitenden ist keine repräsentative Stichprobe. Die Befunde sind also ein Indiz, kein Beweis.

Die Forscherinnen warnen dennoch: Was kurzfristig wie ein Produktivitätsgewinn aussieht, kann langfristig zu Burnout, schlechteren Entscheidungen und höherer Fluktuation führen. Ihre Empfehlungen: Firmen brauchen klare Regeln für den KI-Einsatz: strukturierte Pausen, bewusste Aufgabensequenzierung und den geschützten Raum für menschlichen Austausch. Ohne solche Leitplanken, schreiben die Forscherinnen, laufe KI-gestützte Arbeit nicht auf Entlastung hinaus. Sondern auf stille Erschöpfung.

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