Steht der grosse Umbruch an?
Tech-CEO warnt vor «KI-Tsunami» – «wir sind nicht bereit»

Anthropic-CEO Dario Amodei ist überzeugt, dass künstliche Intelligenz die Wirtschaftswelt und die geopolitischen Machtverhältnisse dramatisch verändern wird. Kürzlich sprach er von einem Begriff, der in der Szene häufiger verwendet wird: von einem «KI-Tsunami».
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Anthropic-CEO Dario Amodei warnte kürzlich vor dem heranrollenden «KI-Tsunami».
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Anthropic-CEO Dario Amodei warnt vor einem «KI-Tsunami» mit drastischen Folgen
  • KI entwickelt sich exponentiell und übertrifft bald menschliche Fähigkeiten in vielen Bereichen
  • Experten erwarten massive Arbeitsplatzautomatisierung und neue Wirtschaftssysteme in 5–15 Jahren
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Dario Amodei (43), CEO und Gründer des amerikanischen Tech-Unternehmens Anthropic, warnt vor einem «KI-Tsunami». Dieser stünde kurz bevor, nur: «Wir als Gesellschaft sind nicht vorbereitet». Das sei gefährlich, so der Chef des KI-Unternehmens hinter dem Chatbot Claude.

Was der Anthropic-CEO damit meint: Die Fortschritte bei KI schreiten viel schneller voran, als den meisten Menschen bewusst ist. Und sie werden schon bald enorme Auswirkungen auf Wirtschaft, Jobs und die globale Politik haben.

Anthropic-CEO fordert indirekt stärkere Regulierung

Laut Amodei machen KI-Systeme derzeit sehr schnell Fortschritte in Richtung menschenähnlicher Fähigkeiten. Währenddessen hinken die Gesellschaften, Regierungen und Regulierungsbehörden beim Verständnis und der Vorbereitung auf diese Veränderungen hinterher.

Er warnt: Künstliche Intelligenz könne ganze Wirtschaftsbranchen, den Arbeitsmarkt und die Machtverhältnisse zwischen Staaten dramatisch verändern. Gleichzeitig gebe es derzeit aber weder eine ausreichend entwickelte Regulierung noch ein öffentliches Bewusstsein dafür, wie gross diese Veränderungen sein werden.

Seine Aussagen haben in der Technologiebranche heftige Diskussionen ausgelöst. Gewisse Experten sind der Ansicht, dass Regulierung und gesellschaftliche Vorbereitung dringend notwendig sind. Andere vertreten die Meinung, Markt und Innovation werden von sich aus für ein Gleichgewicht sorgen.

Was genau bedeutet «KI-Tsunami»?

Der Begriff «KI-Tsunami» wird bereits häufig verwendet, um einen massiven und rasanten technologischen Wandel zu beschreiben. Dieser tritt plötzlich ein und überfordert damit die Gesellschaft. So wie ein Tsunami schnell kommt, schwer aufzuhalten ist und alles vor sich verändert, so kann KI die Gesellschaft viel schneller verändern als frühere Technologien.

Es gibt vier Hauptgründe, warum Experten diesen Begriff verwenden. Künstliche Intelligenz entwickelt sich exponentiell, nicht linear. Ein Beispiel: Im Jahr 2018 konnte KI kaum Texte schreiben. Bereits 2022 war sie in der Lage, Aufsätze zu verfassen und Codes zu schreiben. Und in den letzten zwei Jahren haben KI-Tools damit begonnen, zu programmieren, medizinische Analysen durchzuführen und Forschungen anzustossen. Deshalb erwarten viele Experten in den kommenden Jahren eine künstliche Intelligenz, die in vielen Bereichen intelligenter ist als die meisten Menschen.

KI-Wandel birgt Gefahren und Chancen

Die meisten KI-Forscher sind davon überzeugt, dass es in den nächsten 5 bis 15 Jahren zu einer massiven Automatisierung von Arbeitsplätzen kommen wird – wobei KI dann den Grossteil der intellektuellen Arbeit übernimmt. Die Folge: eine enorme Steigerung der Produktivität, aber auch die Entstehung neuer Wirtschaftssysteme. Diese Entwicklung birgt auch Gefahren – etwa eine stark steigende Arbeitslosigkeit, die Manipulation von Informationen und die Konzentration der Macht in den Händen grosser Tech-Unternehmen.

Wenn von einem «KI-Tsunami» die Rede ist, ist damit nicht zwangsläufig eine Katastrophe gemeint. Der Begriff beschreibt vielmehr einen tiefgreifenden Wandel, der unmittelbar bevorsteht. Er kann den grössten technologischen Durchbruch der Weltgeschichte auslösen. Oder eine riesige Gesellschaftskrise, wenn der KI-Wandel falsch gehandhabt wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Blic. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.  

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