Investorenlegende hat genug
Warren Buffett tritt mit 96 Jahren zurück - per sofort

Eine der grössten Börsenkarrieren der Geschichte geht zu Ende: Warren Buffett (96) gibt mit sofortiger Wirkung den Vorsitz von Berkshire Hathaway ab. Buffetts Sohn Howard (71) wird neuer Chairman.
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Warren Buffett gibt den Vorsitz von Berkshire Hathaway mit 96 Jahren ab.
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Es ist das Ende einer Ära: Warren Buffett (96) gibt den Vorsitz seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway ab – mit sofortiger Wirkung. «Die Zeit gewinnt immer», schreibt Buffett zu seinem Rückzug. Sie sei jedoch grosszügig mit ihm gewesen. Er hinterlasse Berkshire an einem Punkt, an dem er zuversichtlicher denn je in die Zukunft blicke. Der legendäre Investor wird Chairman Emeritus – also Ehrenvorsitzender – und bleibt Mitglied des Verwaltungsrats.

Die Nachfolge von Warren Buffett ist längst aufgegleist. Bereits Anfang 2026 hatte Greg Abel (64) den CEO-Posten von Buffett übernommen. Nun rückt auch an der Spitze des Verwaltungsrats die nächste Generation nach: Buffetts Sohn Howard (71) wird neuer Chairman. Er sitzt bereits seit 1993 im Berkshire-Verwaltungsrat. Er soll sicherstellen, dass die Firmenkultur gewahrt ist. Das hat Warren Buffett – wegen seines guten Näschen am Aktienmarkt auch das «Orakel von Omaha» genannt – in seiner Stellungnahme vom Freitag noch einmal betont.

Langfristige Investments und gutes Näschen

Buffett gehört zu den erfolgreichsten Investoren der heutigen Zeit. Er übernahm 1965 die Kontrolle über die damals angeschlagene Textilfirma Berkshire Hathaway und formte sie über sechs Jahrzehnte zu einen gigantischen Mischkonzern – er ist eine Billion Dollar schwer. Heute gehören dazu Unternehmen aus Versicherungen, Energie, Eisenbahn und Industrie sowie milliardenschwere Aktienpakete.

Seine Strategie hat ihn und die Aktionäre reich gemacht. Er ist kein Spekulant, seine Investments legt er langfristig an. Dabei orientiert er sich am inneren Wert eines Unternehmens. Ist das Unternehmen an der Börse deutlich billiger als sein errechneter Wert, also unterbewertet, steigt er ein.

Kommt er zum Schluss, dass das Unternehmen an der Börse überbewertet ist, verkauft er seine Anteile wieder. Ein zentraler Grundsatz seiner Investmentphilosophie: An der Börse kauft man nicht einfach eine Aktie aus Papier, sondern einen Teil eines realen Unternehmens.

Diese Aktien haben ihn reich gemacht

Buffetts Liebe zu Coca-Cola ist nicht nur kulinarischer Natur. Auch finanziell ist der Investor eng mit dem Konzern verbunden. 1987 investierte Buffet eine Milliarde US-Dollar in den Konzern. Seither hat die Aktie massiv an Wert gewonnen, ist über 40-Mal wertvoller. Allein die jährlichen Dividenden spülen fast so viel Geld in die Kasse, wie Buffett ursprünglich für seine Aktien ausgegeben hat.

Ein zweites Schlüsselinvestment ist der US-Autoversicherer Geico, bei dem Buffett im Jahr 1976 eingestiegen ist. Inzwischen ist das Unternehmen eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Berkshire Hathaway. Die Einnahmen durch die verkauften Versicherungspolicen bringen Buffett zuverlässig zinsloses Kapital, das er für andere Investments einsetzen kann.

Eine weitere Erfolgsgeschichte: sein Einstieg bei Apple. Ab 2016 kaufte Berkshire Hathaway in grossem Stil Aktien des kalifornischen Techkonzerns – und machte damit grosse Gewinne. Zwischenzeitlich besass er Anteile im Wert von 137 Milliarden Franken am Unternehmen.

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