Darum gehts
- Die britische Regierung hat versucht, die UBS zu einem Umzug nach London und einer dortigen Börsenkotierung zu bewegen
- Die frühere britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves traf sich mehrfach mit UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher
- Um die Schweizer Grossbank ranken sich viele Wegzuggerüchte wegen strengerer Eigenkapitalregeln
Die UBS weckt im Ausland Begehrlichkeiten: Immer wieder tauchen neue Gerüchte auf, wonach die Schweizer Grossbank den Wegzug aus der Schweiz in Erwägung ziehe. Sie soll dafür mehrere Notfallpläne ausgearbeitet haben – als Reaktion auf die politische Debatte um strengere Eigenkapitalvorschriften. Die neuen Regeln könnten die Bank laut eigenen Angaben zu einer Kapitalaufstockung von bis zu 16 Milliarden Franken zwingen. Deshalb buhlen andere Länder um die UBS – auch Grossbritannien, wie die britische Wirtschaftszeitung «Financial Times» nun berichtet.
Demnach hat die britische Regierung versucht, die Grossbank nach London zu holen. Die UBS soll ihren Hauptsitz in die britische Hauptstadt verlegen und an die Londoner Börse wechseln, so die Pläne. Laut dem Bericht traf sich die ehemalige britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves (47) mehrfach mit UBS-Präsident Colm Kelleher (69), um sich über diesen Schritt zu unterhalten. Der letzte Austausch soll Anfang 2026 stattgefunden haben. Weder die UBS noch die britische Regierung wollten den Bericht kommentieren.
Es gibt mehrere Wegzugszenarien
Erst am Donnerstag berichtete das «Wall Street Journal» – das führende Medium des US-Finanzplatzes – unter Berufung auf Insider, dass sich mehrere US-Finanzinstitute eine Fusion mit der Schweizer Grossbank vorstellen können – und darum bei der UBS vorstellig geworden sind. Insider berichteten Blick bereits im September vom Interesse ausländischer Banken an der UBS. Mindestens acht globale Finanzinstitute seien offen für Gespräche mit der UBS.
Rund um die Wegzuggerüchte geistern mehrere Szenarien: Neben einer Fusion mit einer Konkurrentin könnte die UBS auch ohne Partner ihren Sitz ins Ausland verlegen. Oder den Verkauf an einen der grossen Player an der Wall Street anstreben.
Ökonom Aymo Brunetti (63) hält all diese Szenarien für unwahrscheinlich. «Swissness ist nach wie vor sehr wichtig für die Grossbank», sagte er im September zu Blick. Doch die Gerüchte spielen der UBS auch in die Karten. Sie sind ein Druckmittel gegenüber der Schweizer Politik und deren neuen Eigenkapitalvorschriften. Bislang zeigte sich das Parlament wenig beeindruckt. Im September sprach sich der Ständerat für eine harte Umsetzung aus. Er will, dass die UBS ihre Auslandstöchter mit 90 Prozent Eigenkapital unterlegt.