Es lauern auch Gefahren
Schweizer Börse boomt – gehts im zweiten Halbjahr so weiter?

Auf den hiesigen Aktienmarkt kommen nach Höhenflügen im ersten Halbjahr spannende Monate zu. Es herrscht grundsätzlich die optimistische Hoffnung, dass die Kurse an der Schweizer Börse weiter steigen. Doch es bestehen auch Risiken, wie zwei Börsenexperten warnen.
Kommentieren
1/8
Das erste Halbjahr ist vorbei, der Schweizer Leitindex hat neue Höhen erreicht. Was passiert im zweiten Halbjahr?
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der SMI erreichte im ersten Halbjahr 2026 ein Rekordhoch
  • Börsenexperten blicken optimistisch auf das zweite Halbjahr
  • Mögliche Gefahren: Inflation und höhere Leitzinsen
Bernadette_Hogg_Journalistin Wirtschaftsdesk_Ringier Medien Schweiz_1.jpg
Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Am Ende des ersten Halbjahrs war der Schweizer Aktienmarkt nicht mehr aufzuhalten: Der Leitindex SMI durchbrach Ende Juni wieder die Schwelle von 14'000 Punkten – und eilt derzeit von Rekordhoch zu Rekordhoch. Dabei war es ein turbulentes erstes Halbjahr 2026 mit vielen Hürden. Der Iran-Krieg hatte Anfang März zu Kurseinbrüchen an den Börsen weltweit geführt. Doch die Anlegerinnen und Anleger liessen sich nicht lange verunsichern – auch in der Schweiz nicht: Der SMI stieg bald wieder an und beendete die ersten sechs Monate mit einem Plus von 7 Prozent.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Was war der Auslöser für die Rekordjagd? «Sie war stark getrieben von KI-Profiteuren», sagt Arben Hasanaj, Analyst bei Vontobel, zu Blick. Als Beispiel nennt er ABB. Der Schweizer Industrieriese war der grosse Börsengewinner im ersten Halbjahr. Er glänzte mit einem Plus von 43 Prozent seit Jahresbeginn. Auch die Aktien des Pharma-Schwergewichts Novartis und jene des Logistikunternehmens Kühne+Nagel liegen seit Anfang Jahr 15 Prozent im Plus.

Jetzt ist bereits das zweite Halbjahr angebrochen. Geht das Kurs-Feuerwerk des SMI so weiter? Und welche Gefahren lauern? Zwei Experten ordnen für Blick ein.

Wie wird das zweite Halbjahr für den SMI aussehen?

Die Experten bleiben bezüglich Leitindex SMI auch für die zweite Hälfte des Jahres optimistisch. Aber: «Wir erwarten keine Überperformance gegenüber den wachstumsstärksten internationalen Märkten», sagt Mathieu Racheter, Leiter Aktienstrategie bei Julius Bär, zu Blick. Heisst: Offensivere Leitindizes wie der Dow Jones dürften besser performen als der SMI. Dieser hatte den US-Leitindex und auch den deutschen DAX im ersten Halbjahr noch geschlagen, was ungewöhnlich ist.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Der Iran-Krieg hatte im ersten Halbjahr massive Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Während des Höhepunkts des Konflikts verlor der SMI zeitweise über 6 Prozent. Jetzt hat sich der Konflikt im Nahen Osten aber etwas entspannt. Deshalb erwartet Vontobel-Analyst Hasanaj, dass konjunkturabhängige Aktien ins Blickfeld rücken. Ein Beispiel sind Titel aus der Luxusgüterbranche – unter anderem der Genfer Konzern Richemont oder der Uhrenhersteller Swatch von Patron Nick Hayek (71). Auch die Baustoffunternehmen Holcim und Sika gehören laut Hasanaj dazu.

Für welche Schweizer Aktientitel werden Höhenflüge erwartet?

Die Börsenprofis haben einige Titel im Kopf, die von einer anhaltenden Rally des SMI profitieren könnten. «Wir denken da an Sika, Holcim, Amrize oder Kühne+Nagel», sagt Hasanaj. Auch Konsumgüterhersteller wie Nestlé oder Givaudan könnten von den abklingenden Inflationsängsten profitieren, sagt der Kenner. 

Gemäss Racheter wird ABB den Leitindex auch im zweiten Halbjahr tragen. Was unterstützt den Höhenflug des Zürcher Tech-Konzerns? «ABB profitiert unter anderem von der anhaltend starken Nachfrage nach neuen Rechenzentren», sagt Racheter. Bei den Pharmariesen sieht der Börsenkenner auch Grundlagen für eine gute Entwicklung: «Sowohl Roche als auch Novartis haben das Potenzial, den SMI in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu stützen.» Es gibt laut Racheter aber auch Konzerne, die den Schweizer Leitindex nach unten ziehen könnten: «Richemont könnte aus Bewertungsgründen den SMI-Höhenflug bremsen.»

Welche Gefahren bestehen im zweiten Halbjahr?

Auch wenn grundsätzlich Optimismus besteht: Es gibt durchaus auch Anzeichen dafür, dass die Kursgewinne im SMI ein Ende finden könnten, wie die Experten betonen. «Eine allgemeine Gefahr für den Aktienmarkt ist, dass die Inflationswelle doch grösser ausfällt als erwartet. Das würde dann Zentralbanken zu Zinserhöhungen zwingen – ein schlechtes Szenario für Aktien», warnt Hasanaj.

Julius-Bär-Aktienanalyst Racheter sieht anderweitige Probleme auf den Aktienmarkt zukommen. «Ein potenziell stärkerer Schweizer Franken könnte die Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Unternehmen belasten.» Zudem prägen einige wenige Schwergewichte wie Roche und Novartis den SMI, was ihn anfällig macht.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen