Edelmetall wieder gefragt
Preiszerfall bei Gold gestoppt – kommt jetzt die Trendwende?

Der Goldpreis stürzte Mitte Juli unter 4000 Dollar – nach einem Rekordhoch zu Jahresbeginn. Doch jetzt gibt es Anzeichen, dass die Abwärtsspirale langsam zum Stillstand kommt. Wie geht es jetzt weiter? Raiffeisen-Anlagechef Matthias Geissbühler ordnet ein.
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Gold hat eine schwere Zeit hinter sich: Der Preis für das beliebte Edelmetall ist zuletzt unter 4000 Dollar pro Unze gefallen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Goldpreis erreichte im Januar Rekordwert von 5354.80 Dollar pro Unze, fiel aber seit April stark
  • Am 16. Juli erstmals seit Oktober unter 4000 Dollar gefallen
  • Raiffeisen prognostiziert 4500 Dollar pro Unze bis Dezember, 10 Prozent Anstieg nötig
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Anfang dieses Jahres erreichte der Goldpreis neue Rekordhöhen. Im Januar kletterte das beliebte Edelmetall auf den Höchststand von 5354.80 Dollar pro Feinunze. Doch dann begann der Preiszerfall. Gerade der Iran-Krieg drückte auf den Goldpreis: Der Anstieg des Ölpreises befeuerte Inflationsängste, was wiederum die Zinsen steigen liess. Höhere Zinsen machen andere Anlagen attraktiver als Gold, das keine Zinsen abwirft. Das schlug sich auf dem Markt nieder: Der Goldpreis erlebte von April bis Juni sein schwächstes Quartal seit über einem Jahrzehnt.

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Der Anfang des zweiten Halbjahres zeigt noch keine grosse Erholung – im Gegenteil: Am 16. Juli fiel der Goldpreis erstmals seit letztem Oktober wieder unter die 4000-Dollar-Marke. Ist der Boden damit erreicht? Experten aus der Branche und aus der Finanzwelt ordnen ein.

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Hat der Goldpreis die Talsohle erreicht?

Ein niedriger Preis verleitet Anlegerinnen und Anleger vermehrt dazu, beim Gold wieder einzusteigen. Damit sich das Investment aber auszahlt, muss jedoch ein Aufwärtstrend in Aussicht sein. Und genau das ist der Fall. Der Schweizer Edelmetallhändler Philoro prognostiziert, dass der Goldpreis nach dieser Abwärtsbewegung einen Boden finden sollte und sich dann schrittweise erholen dürfte. Matthias Geissbühler (51), Anlagechef bei Raiffeisen Schweiz, sieht das auch so: «Wir sehen eine Bodenbildung bei 4000 Dollar», sagt der Experte zu Blick.

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Wie weit könnte der Preis im zweiten Halbjahr steigen?

Höhenflüge wie Anfang dieses Jahres werden nicht erwartet. Laut Experte Geissbühler rechnet Raiffeisen mit einem Preis von rund 4500 Dollar bis zum Jahresende. Auch die Branchenorganisation World Gold Council (WGC) sieht etwas Potenzial nach oben: «Nur ein deutliches Anzeichen einer globalen Konjunkturabkühlung dürfte den Goldpreis über 4500 US-Dollar pro Unze treiben», schreibt die Organisation in einer Medienmitteilung. Heisst: Ein Goldpreis von 4500 Dollar ist möglich, viel mehr aber nicht. Schon für das Erreichen dieser Marke braucht es einen deutlichen Kurssprung: Der Goldpreis muss dafür rund 10 Prozent bis Ende Jahr zulegen.

Was treibt den Goldpreis im zweiten Halbjahr an?

Der Goldpreis ist von Entwicklungen auf der ganzen Welt abhängig. Konsumentenstimmung, Investorenstimmung und die Anlagen verschiedener Institutionen können grosse Auswirkungen auf den Preis haben. Im ersten Halbjahr war die Lage für Gold nicht optimal, wie Geissbühler sagt: «Der Inflationsanstieg hat zu einem Zinsanstieg geführt. In der Regel kommt der Goldpreis unter Druck, wenn die Zinsen steigen.» Dazu kommt laut dem Experten noch, dass der Dollar im ersten Halbjahr anstieg. Das macht das Edelmetall für ausländische Investoren teurer. «Bei beiden Faktoren erwarten wir, dass der Höhepunkt erreicht wurde», sagt der Raiffeisen-Anlagechef.

Im zweiten Halbjahr sollten laut Geissbühler mehrere Faktoren helfen, den Goldpreis wieder in die Höhe zu treiben: «Wir erwarten weniger Gegenwind von Zinsen und einen leichten Rückenwind durch einen schwächeren Dollar.» Die Nachfrage nach Gold von Notenbanken aus Schwellenländern sollte auch nicht abschwächen, meint Geissbühler. Denn: «Diese bauen ihre Dollar-Reserven ab und kaufen damit Gold, um sich mehr Unabhängigkeit vom Dollar-Zahlungssystem zu verschaffen.» Über längere Zeit betrachtet ist noch ein Faktor wichtig: «Die Staatsverschuldung weltweit steigt weiter an, davon profitiert Gold als sichere Anlage», sagt der Anlagechef.

Keine Empfehlung für Anleger

Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.

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