Experte ordnet ein
Tech-Giganten schicken Börsen auf Talfahrt – das musst du jetzt wissen

Tech-Titel stürzen an den US-Börsen ab. Das versetzt asiatische Anleger in Panik. Raiffeisen-Anlagechef Matthias Geissbühler ordnet das Börsenbeben ein – und zeigt auf, was Schweizer Sparer jetzt wissen müssen.
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An den US-Börsen herrschte am gestrigen Donnerstag Panik.
Foto: RMS

Darum gehts

  • Wall Street, asiatische Börsen verzeichnen grosse Verluste
  • Regulatorische Ängste nach den Wahlen treiben den anhaltenden Ausverkauf
  • Kurskorrektur fällt in der Schweiz deutlich moderater aus als in den USA oder Asien
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Auf das Wahlspektakel rund um die Midterms folgt das weltweite Börsenbeben! Nach dem dramatischen Kursrutsch an der Wall Street sackten in der Nacht auf Freitag auch die Märkte in Asien ab. Während US-Präsident Donald Trump die Schuld bei den Demokraten sucht, zieht das Gewitter einmal um den Globus. Japans Leitindex Nikkei verlor zeitweise fast sieben Prozent. Südkoreas Kospi brach gar um mehr als acht Prozent ein. Die anfängliche Erleichterung über den Wahlausgang ist längst verflogen.

Die grossen Verlierer sind ausgerechnet die gefeierten Überflieger der vergangenen Monate: die Tech- und KI-Giganten. An der Technologiebörse Nasdaq machen sich Zweifel breit. Der Nasdaq 100 büsste am Donnerstag über 6 Prozent ein. Hintergrund ist die Angst der Anleger vor schärferen Regeln für die KI-Branche. Zudem fürchten Investoren, dass der Bau milliardenteurer Rechenzentren ausgebremst wird.

«Die KI-Blase ist schon geplatzt»

Für Matthias Geissbühler (51), Anlagechef von Raiffeisen, kommt der Dämpfer keineswegs aus heiterem Himmel. Er ordnet die Lage ein und sagt: «Die KI-Blase ist aus meiner Sicht schon geplatzt – und zwar bereits im Juni, als wir die Höchststände bei vielen KI-Unternehmen erreicht hatten.» Der breite Markt habe diesen Knall bisher nur kaschiert.

Das zeige laut Geissbühler der Goldman Sachs AI Index eindrücklich: Das Barometer, das wichtige KI-Aktien in einem Korb bündelt, hat seit Frühsommer kontinuierlich an Boden verloren und büsst mittlerweile rund 35 Prozent an Wert ein.

Bitcoin stürzt mit ab, Gold hält sich wacker

Die miese Stimmung erfasst auch den Kryptomarkt. Hatte der Bitcoin unmittelbar nach den Wahlen noch ein Tageshoch von über 80'800 Dollar markiert, folgte am Donnerstag der Rutsch Richtung 75'500 Dollar. Kommt Panik auf, trennen sich Anleger zuerst von riskanten Titeln, um ihr Geld zu sichern. Und der Bitcoinkurs sinkt.

Ganz anders die Lage beim Krisen-Klassiker Gold: Das Edelmetall hält sich auch bei den aktuellen Turbulenzen stabil über der wichtigen Marke von 4000 Dollar pro Feinunze. Auf Wochensicht winkt gar ein Plus von vier Prozent.

SMI federt den Schock ab

Wie geht es weiter? Während Anleger in New York und Tokio zittern, dürfen Schweizer Sparer und Pensionskassen verhalten optimistisch bleiben. «Am heutigen Handelstag ist zwar mit Verlusten zu rechnen, aber die Korrektur fällt wohl deutlich moderater aus als in den USA oder in Asien», beruhigt Raiffeisen-Experte Geissbühler.

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Wie geht es den Schweizer Firmen? Was läuft an der Wall Street? Und wie entwickelt sich der Goldpreis? Wir halten dich über die neusten Entwicklungen an den Märkten auf dem Laufenden – hier im Liveticker.

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Die Zahlen geben ihm recht: Der Leitindex SMI startete am Freitagmorgen mit einem Minus von 1,8 Prozent in den Handel. Zu Mittag liegt er bei einem Minus von rund 2,4 Prozent. Der Schweizer Aktienmarkt ist anders aufgestellt als der amerikanische. «Es gibt zwar Zulieferer, der Tech-Sektor ist insgesamt aber stark unterrepräsentiert», erklärt Geissbühler.

Hoffnung auf Zugewinne

Viele Schweizer investieren vornehmlich in heimische Aktien – und das zahlt sich jetzt aus. Geld fliesst vermehrt in defensive Branchen wie Pharma und Nahrungsmittel. Geissbühlers Rat: Ruhe bewahren, aber das Depot prüfen. «Wenn man eine langfristige Anlagestrategie verfolgt, sollte man auch bei Turbulenzen daran festhalten», so der Anlagechef zu Blick.

Gleichzeitig warnt er aber davor, blind auf eine rasche Erholung der Tech-Werte zu wetten: «Der Abverkauf kann durchaus noch anhalten.» Und: «Die Gewinneraktien der Zukunft sind nicht unbedingt die der Vergangenheit», so Geissbühler.

Droht nun der «schwarze Freitag» an der Wall Street? Das bleibt noch offen. Immerhin: Die Futures des Nasdaq 100, der die grössten US-Tech-Werte vereint, liegen vorbörslich wieder im Plus. Auch die des breiten Leitindex S&P 500 notieren knapp über null Prozent.

Keine Empfehlung für Anleger

Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.

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