Tesla und SpaceX stürzen ab
Für Musk wird Trumps Wahl-Schlappe zum Börsen-Debakel

Donald Trumps Niederlage bei den US-Zwischenwahlen sorgte an den Finanzmärkten für Aufregung. Nach einem ersten Schock drehen die Aktienmärkte nun aber wieder ins Plus. Doch die Firmen von Trump-Freund Elon Musk geraten massiv unter die Räder.
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Elon Musk, Chef der beide Konzerne Tesla und SpaceX, war der mit Abstand grösste Wahlkampfspender der Republikaner bei den Zwischenwahlen.
Foto: imago/ABACAPRESS

Darum gehts

  • Nach dem Wahlsieg der Demokraten rutschen Börsen zunächst ab, drehen später wieder ins Plus
  • Befürchteter Ausverkauf von Tech-Aktien an der Wall Street wegen strengeren Regeln durch Demokraten bleibt aus
  • Tesla und SpaceX verlieren aber je 5 Prozent

Die US-Wahlnacht hat die Finanzmärkte gehörig durchgeschüttelt. Der überraschend deutliche Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen versetzte die Anleger zunächst in Schockstarre. In Asien sackten wichtige Börsenindizes ab, auch die US-Aktienmärkte rutschten vorbörslich tief ins Minus. Zeitweise verlor der technologielastige Nasdaq mehr als 2 Prozent.

Der Grund für die miese Stimmung: Mit der Eroberung beider Parlamentskammern können die Demokraten US-Präsident Donald Trump (80) künftig kräftig in die Suppe spucken. Seine Wirtschafts- und Steueragenda droht ausgebremst zu werden. Gleichzeitig wächst die Angst vor höheren Unternehmenssteuern und strengeren Vorschriften für US-Konzerne. Besonders die Tech-Branche könnte es hart treffen. Vielen Demokraten ist der boomende Bau von KI-Rechenzentren ein Dorn im Auge. Sie wollen den enormen Strom- und Wasserverbrauch der Anlagen stärker regulieren. Für das Geschäft von Tech-Giganten wie Meta, Alphabet oder Nvidia, die am KI-Boom Milliarden verdienen, wäre das ein herber Dämpfer.

Der erste Schock ist aber verflogen – und hat sich in Optimismus gewandelt. So startet die Wall Street mit Kursgewinnen in den Handel: Der Dow Jones legt um 2 Prozent zu, der breit gefasste S&P 500 gewinnt 1,1 Prozent. Selbst der Nasdaq startet mit einem Plus von knapp 1 Prozent in den Handel.

Elon Musk ist der grosse Verlierer

Dabei hatten Analysten im Vorfeld vor den Folgen eines demokratischen Wahlsiegs für die Tech-Konzerne gewarnt. Jetzt zeigt sich: Die befürchtete Verkaufswelle bleibt vorerst aus. Die meisten der sogenannten «Magnificent Seven» – Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia, Meta und Tesla – halten sich zum Handelsstart gut.

Einer schaut allerdings gewaltig in die Röhre: Elon Musk (55). Die Aktien seines Elektroautobauers Tesla und des Raumfahrtkonzerns SpaceX brechen jeweils um rund 5 Prozent ein.

Ein bitterer Rückschlag für den Tech-Mogul: Niemand hat bei den diesjährigen Zwischenwahlen mehr Geld für die Republikaner gespendet als der Multimilliardär. Besonders in Texas, wo seine Konzerne ihren Hauptsitz haben, kämpfte er mit grosszügigen Spenden gegen die Demokraten – vergeblich. Erstmals seit mehr als 30 Jahren haben die Demokraten im südlichen Bundesstaat die Gouverneurswahl gewonnen. Und damit nicht genug: Mit James Talarico (37) schicken die Texaner erstmals seit 1988 wieder einen Demokraten in den US-Senat.

Tausendsassa Musk ist nicht nur mit der Republikanischen Partei, sondern auch mit dem US-Präsidenten höchst persönlich eng verbandelt. Nach den Midterms droht dem Trump-Vertrauten nun politischer Gegenwind. Mit ihrer neuen Mehrheit im Kongress können die Demokraten Musks Firmen deutlich genauer auf die Finger schauen. Denkbar sind parlamentarische Untersuchungen zu lukrativen Staatsaufträgen für SpaceX, zur Sicherheit von Tesla-Fahrzeugen oder zu Musks Einfluss auf die amerikanische Regierung. Zudem könnte die frisch gewählte texanische Gouverneurin Gina Hinojosa (52) Musks-Konzerne deutlich stärker regulieren.

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