«Ihr seid eine Schande»
Türkischer Kunde beleidigt die falsche Migros

Mert A. schimpft auf dem Kurznachrichtendienst X über die Migros. Blöd nur: Es handelt sich dabei um den falschen Adressaten.
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Die Migros bekam den Ärger eines Türken ab – zu Unrecht.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mert Akkus beschwert sich auf X über eine falsche Migros-Stornierung
  • Migros Schweiz stellt klar: Keine Verbindung zu Migros Türkei seit 1975
  • Migros Türkei wurde 1954 von Gottlieb Duttweiler gegründet, verkauft 1975
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Der Kunde ist so richtig hässig: Mert A.* bestellt bei der Migros Essen. Die Lieferung kommt und kommt aber einfach nicht. Also ruft er an, fragt nach. Man versichert ihm, die Bestellung werde geliefert. Eine Stunde später geht auf seinem Handy eine Nachricht ein: Die Detailhändlerin hat die Bestellung storniert – «aufgrund hoher Auslastung der Lieferdienste». Sein Geld bekommt A.* sofort zurück, das mildert seinen Frust aber nicht wirklich.

Seinem Ärger verschafft er in einem Post auf dem Kurznachrichtendienst X Luft. Darin schildert A. den oben ausgeführten Vorfall – und teilt richtig gegen die Migros aus: «Ihr seid eine Schande», heisst es im Post. Und weiter: «Wenn ihr es nicht schafft, dann lasst es sein – wie oft ist das schon passiert?» Ganz am Ende der X-Nachricht taggt er dann die Migros. Dumm nur: Der orange Riese aus der Schweiz hat mit der missglückten Essenslieferung überhaupt nichts zu tun. Er liefert gar keine warmen Speisen.

Migros ist nicht gleich Migros

Das Ganze ist in der Türkei passiert – und betrifft die Migros Ticaret, einst Migros Türk. Die Schweizer Migros hat deshalb mit einer Antwort auf den Post von A. reagiert, um genau diesen Umstand klarzustellen – in fehlerfreiem Türkisch: «Wir möchten darauf hinweisen, dass das von Ihnen kontaktierte Konto der Migros in der Schweiz gehört», heisst es darin. Und: «Unser Unternehmen steht in keinerlei Verbindung zu Migros Türkei und unterhält seit mehr als 50 Jahren keinerlei Beziehungen zu diesem Unternehmen.»

Die türkische Migros geht aber auf «unsere» Migros zurück: Sie wurde 1954 gegründet – unter Federführung von Gottlieb Duttweiler (1888–1962). «Dutti» hatte dem türkischen Handels- und Wirtschaftsministeriums ein Exposé für die Migros Türk unterbreitet. Und stiess damit auf Anklang. 1975 kaufte dann der Mischkonzern Koç die Detailhändlerin, seit 2015 gehört sie der Anadolu-Gruppe. Geblieben ist bis heute der auch hierzulande bekannte orange Schriftzug.

Missverständnis kommt immer mal wieder vor

Kommt es vielleicht deshalb zu solchen Verwechslungen im Netz? Die Schweizer Migros bestätigt auf Anfrage von Blick, dass türkische Nutzerinnen und Nutzer vereinzelt ihre Social-Media-Beiträge fälschlicherweise ihr zuordnen. «Solche Fehlzuordnungen treten sporadisch auf, bewegen sich jedoch insgesamt auf einem niedrigen Niveau im Verhältnis zur gesamten Interaktion auf unseren Kanälen», teilt eine Sprecherin mit.

Auf solche Inhalte reagiere man situativ «und mit Augenmass». Der Fokus liege darauf, Missverständnisse rasch auszuräumen – auf die höfliche, transparente Art, wie es in der Schweiz üblich ist. Und eben auf Türkisch.

*Name der Redaktion bekannt 

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