Heizöl über 30 Prozent teurer – als vor einem Jahr
Im Herbst droht der nächste Heizkosten-Schock

Der Konsumentenpreisindex von Comparis misst, wie sich die gefühlte Teuerung für Schweizerinnen und Schweizer entwickelt. Ausgerechnet vor der kalten Jahreszeit ziehen die Heizöl-Preise kräftig an – und eine baldige Entspannung ist laut einem Experten nicht in Sicht.
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Die Preise für Heizöl sind aktuell über 30 Prozent teurer als im Vorjahr.
Foto: STEFAN BOHRER

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Inflation in der Schweiz lag im Juli bei 0,4 Prozent
  • Heizöl bleibt teuer: 31 Prozent höher als im Juli 2025
  • Parahotellerie-Preise stiegen ferienbedingt um 19,7 Prozent im Juli
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Die Preise in der Schweiz steigen aktuell gemächlich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die landesweite Teuerung im Juli 2026 bei 0,4 Prozent. Dasselbe gilt für den Konsumentenpreisindex von Comparis. Damit versucht der Vergleichsdienst in Zusammenarbeit mit der KOF-Konjunkturforschungsstelle der ETH, die «gefühlte» Inflation abzubilden. Und der Index für den Monat Juli hat sich mit 0,4 Prozent gleich wie der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) entwickelt, teilt Comparis mit.

Im Hinblick auf die kommenden Herbst- und Wintermonate sticht aber ein Bereich ins Auge, der kräftig zulegen soll: die Kosten für Heizenergie. Also Gas, Öl, Brennholz oder Fernwärme. Im Vergleich zum Vorjahr wurden sie um 3,7 Prozent teurer. Besonders beunruhigend ist die Entwicklung des Heizöls. Zwar ist Heizöl in den letzten drei Monaten 7,4 Prozent günstiger geworden, kostet aber laut Comparis noch immer 31 Prozent mehr als vor einem Jahr. Wer sich in den eigenen vier Wänden mit einer Ölheizung warm hält, dürfte das kaum freuen.

Keine Entspannung in Sicht

«Die erneute Verschärfung der Lage in Nahost hat beim Heizölpreis zu starken Schwankungen geführt», erklärt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert (61) in der Mitteilung. Für eine nachhaltige Beruhigung der Rohölmärkte bräuchte es eine dauerhafte Entspannung der Lage – «danach sieht es derzeit aber nicht aus.»

Renkert empfiehlt Konsumenten angesichts der hohen Kosten einen bewussten Umgang mit der Energie. Wer seine Räume im Winter nicht über 22 Grad heizt, könne Verbrauch und Kosten bereits spürbar senken.

Weitere Entwicklungen

Auch andere Kosten haben im Vergleich zum Vormonat Juni laut Konsumentenpreisindex deutlich zugenommen. Mit am stärksten sind ferienbedingt die Preise für Parahotellerie gestiegen, nämlich um 19,7 Prozent. Dazu zählen Ferienwohnungen, Jugendherbergen und Campingplätze.

Aussergewöhnlich ist das allerdings nicht. «In der Sommer-Hochsaison trifft eine sprunghaft steigende Nachfrage nach Ferienunterkünften auf ein begrenztes Angebot», sagt Renkert. «Besonders in beliebten Feriendestinationen treibt das die Preise deutlich nach oben. Nach der Hochsaison dürfte sich die Lage wieder entspannen.» Daneben sind im Juli auch der Individualverkehr (+8,9 Prozent) sowie Liköre und Apéro-Getränke (+5,2 Prozent) überdurchschnittlich teurer geworden.

Andere Produkte gaben indes deutlich nach: Insbesondere Modefans konnten sich im Sommer freuen. Die Preise in Kleiderläden sind gegenüber dem Vormonat nämlich stark gesunken – bei den Damen um 11 Prozent, bei den Herren um 7,4 Prozent. Auch Schuhe wurden günstiger. Finanzexperte Renkert erklärt dazu: «Zum Ende der Sommersaison müssen die Lager für die neue Kollektion Platz machen. Das führt zusammen mit dem hohen Wettbewerbsdruck zu deutlichen Rabatten.»

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