Heisses Duell der Top-Banker
Sergio Ermotti und Andrea Orcel – früher Kumpels, heute Rivalen

Gemeinsame Vergangenheit, jetzt Konkurrenten im Bank-Olymp. So läuft das Duell zwischen Sergio Ermotti und Andrea Orcel.
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Sergio Ermotti (oben links) und Andrea Orcel: Zwei Top-Banker, die sich nichts schenken.
Foto: Imago/Keystone; Montage HZ

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Stefan Barmettler
Handelszeitung

Ihre Muttersprache ist Italienisch, sie lieben beide feines Tuch – und lange waren sie die Shootingstars der UBS. Sergio Ermotti war ab 2011 der Chef, der aufräumte und auf die Vermögensverwaltung fokussierte; Andrea Orcel war sein Mann, der das riskante Investmentbanking domestizierte.

Ihre Wege trennten sich, als der UBS-Verwaltungsrat dem karrierebewussten Orcel partout nicht versprechen wollte, dass er dereinst Ermotti nachfolgen würde. Das war 2018. Seither sind die alten Kumpels zwei Konkurrenten, die sich in allen Disziplinen messen.

Artikel aus der «Handelszeitung»

Dieser Artikel wurde erstmals im Angebot von handelszeitung.ch veröffentlicht. Weitere spannende Artikel findest du unter www.handelszeitung.ch.

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Der Challenger und der Kapitän auf dem Luxusdampfer

Die Rollen sind verteilt: Orcel ist der hyperaggressive Herausforderer, der Europas Bankenwelt von hinten aufrollt und UBS-Chef Ermotti in den Nacken schnauft. Dieser ist der Kapitän auf dem prestigeträchtigen Luxusdampfer, der das globale Wealth-Management prägt und sich seit Monaten mit Bundesbern einen Kampf um Eigenmittel und Regulierungstiefe liefert.

Orcel hat das Momentum: Innert sechs Jahren verachtfachte er den Börsenwert seiner Unicredit und liegt nun mit Ermottis UBS gleichauf: Die Mailänder standen Mitte Woche bei 104 Milliarden Euro, die Zürcher bei 103 Milliarden.

Lohntüte von je 15 Millionen

Was Orcels Strahlen noch heller macht: 2025 hievte er den Reingewinn seiner Retailbank auf die neue Rekordmarke von 9,6 Milliarden Franken, Ermottis UBS schaffte 6 Milliarden. Bei der Kompensation ist die Differenz marginal: Ermotti erhielt 14,9 Millionen Franken, Orcel strich umgerechnet 14,8 Millionen Franken ein.

Auch beim Timing schenkt man sich nichts: Ermotti will sein Engagement über das Jahr 2027 hinaus verlängern, bis die Kapitalfrage bei der UBS abschliessend geklärt sei. Orcel hat offenkundig ebenfalls nicht genug und drängt auf eine Nachspielzeit als Unicredit-Alleinherrscher. Sein Vertrag läuft zwar im April 2027 aus, doch in der italienischen Wirtschaftspresse kündigte der Gipfelstürmer schon mal an, er freue sich auf die nächsten Abenteuer mit seinem Team. Nach Abgang tönt das jedenfalls nicht.

Auch der Firmenslogan für die nächsten drei Jahre, den Orcel soeben ausrief, deutet kaum auf Amtsmüdigkeit hin: «Unicredit Unlimited». Der Spruch gilt wohl auch für ihn selbst. Sergio Ermotti, sein ehemaliger Chef, ist herausgefordert.

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