Darum gehts
- UBS gestaltet Zürcher Paradeplatz neu, Fertigstellung des Projekts bis Mitte 2027
- Nobu Matsuhisa und Matcha Club bereichern Gastronomie im Finanzzentrum
- Mieten unter 10'000 Fr./m², Marktpreise als Orientierung für Luxusstandort
Seit der Übernahme der Credit Suisse gibt die UBS den Takt am Zürcher Paradeplatz allein an – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch baulich. Mit dem Hotel Savoy, dem ehemaligen CS-Hauptsitz und dem Sitz der UBS gehören der Grossbank drei der vier Gebäude im Finanzzentrum der Limmatstadt.
Eines davon ist aktuell in Baugerüste eingekleidet. Vor drei Jahren hat die UBS angekündigt, das Erdgeschoss am Paradeplatz 6 für die breite Bevölkerung zugänglich machen zu wollen. Die Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron führen die Renovation durch. Jetzt verrät die Grossbank gegenüber der «NZZ» erstmals, welche Läden und Cafés den Paradeplatz ab Mitte 2027 beleben werden.
Sternerestaurant und Matcha-Kette
Insgesamt drei Gastronomieunternehmen sollen am Paradeplatz 6 einziehen. Neben dem Bleachers Pub der Zürcher Party-Ikone Yves Spink dürfte besonders ein Name Restaurantkenner aufhorchen lassen: Die gleichnamige Kette des Starkochs Nobu Matsuhisa eröffnet ein neues Lokal im UBS-Gebäude. Die japanisch-peruanische Küche wurde bereits mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Die bisherigen Standorte des «Matsuhisa» sprechen für sich: Beverly Hills (USA), Paris, Mykonos (Griechenland), Porto Cervo (I) und St. Moritz GR.
Daneben hat die UBS auch mit der Zürcher Kette «The Matcha Club» einen Mietvertrag abgeschlossen. Das junge Café eröffnete im März 2023 an der Bärengasse im Herzen von Zürich den ersten Laden – später folgte ein zweiter Standort am Zürcher Hauptbahnhof. Statt Kaffee gibt es hier eben Matcha. Das Getränk mit gemahlenen japanischen Grünteeblättern ist vor allem bei Jungen beliebt.
Das Lokal an der Bärengasse wird demnach an den Paradeplatz umziehen – und diesen damit auch für die Generation Z attraktiv machen. «Die Freude ist riesig», erklärt CEO und Mitgründer Alrik Bytyqi (27) gegenüber Blick. «Für uns ist dieser Schritt etwas ganz Besonderes: Mit dem Umzug ist es derselbe Standort im Herzen von Zürich, aber in einem noch moderneren, innovativeren Umfeld.» Die Lage sei ideal, weil die Kette so ihren bestehenden Kundinnen und Kunden treu bleiben und sie weiterhin an einem für sie vertrauten Ort begrüssen könne.
Nur noch eine Verkaufsfläche zu vermieten
Nebst den Gastrobetrieben ergänzen vor allem Verkaufsgeschäfte aus dem höheren Preissegment das Erdgeschoss des UBS-Sitzes. Dazu gehört die italienische Marke Sease. Mit Schweizer Geschäften in St. Moritz, Gstaad BE und Genf verkauft die Kette modische Funktionsbekleidung. Ein Pulli kostet schnell einmal 1000 Franken. Zudem erhält mit der Mailänder Eleventy eine zweite Modemarke einen Platz am Hauptsitz.
Weiter werden die französische Designer-Möbelmarke Roche Bobois, die Fluggesellschaft Swiss mit einem «Experience Hub» und ein «Wellbeing-Studio» des Studio Artes im Untergeschoss vertreten sein. Nur ein grosses Verkaufslokal zur Seite des Paradeplatzes ist noch nicht vergeben, wie die «NZZ» weiss.
Wie hoch die Mietzinse im UBS-Gebäude sind, bleibt ein Geheimnis. Die Bank lässt allerdings durchblicken, dass die Preise unter den 10'000 Franken pro Quadratmeter liegen, die Luxusmarken für absolute Toplagen in der Stadt bezahlen. Die Mieten würden sich aber an den Marktpreisen orientieren.