Darum gehts
- Die Schweiz verbessert sich im weltweiten Renten-Index verglichen mit 2025 leicht auf 73,6 Punkte
- Das System glänzt bei der Regulierung und der Zukunftsfähigkeit
- Die magere Angemessenheit an den früheren Lebensstandard drückt die Gesamtwertung
Die Sorgen um die Altersvorsorge begleiten die Schweiz. Reicht die Rente noch fürs Alter – oder droht der Sparkelch? Dazu nimmt eine weltweite Studie 55 Rentensysteme ins Visier. Für die Schweiz gibt es eine bittere Pille: Wir verpassen die weltweiten Top 10 schon wieder knapp.
Der Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026 liefert die frischen Fakten: Die Schweiz verbessert sich gegenüber letztem Jahr leicht von 72,4 auf 73,6 Punkte. Damit bleibt es im Zeugnis aber bei der Gesamtnote B. Zum weltweiten Spitzen-Trio – den Niederlanden (85,8 Punkte), Dänemark (84,1) und Island (84,0) – fehlt noch ein ganzes Stück.
Die Schweiz schlägt ihre Nachbarn haushoch
Der Blick über die Grenze zeigt jedoch: Wir können noch von Glück reden. Vor allem bei der Frage, ob ein System für die junge Generation finanzierbar bleibt, schlägt die Schweiz ihre Nachbarn haushoch: Wo die Schweiz 72,8 Punkte (Note B) erhält, stürzt Deutschland bei der Zukunftsfähigkeit mit 47,2 Punkten (Note D) regelrecht ab.
Unser südliches Nachbarland Italien hat es noch schlimmer. Das Land landet mit desaströsen 27,0 Punkten auf der schlechtesten Note E.
Was landet am Monatsende auf dem Konto?
Wo liegt also das Problem, das der Schweiz den Sprung in die Bestnote A verwehrt? Es ist die sogenannte Angemessenheit – also die effektive Rentenhöhe und Ersatzrate im Verhältnis zum früheren Lohn: Bei der Sicherheit und Regulierung räumt die Schweiz glänzende 83,1 Punkte (Note A) ab. Das Vertrauen in unsere Gesetze und Kassen ist hoch. Bei der Angemessenheit reicht es dagegen nur für magere 68,4 Punkte (Note B).
Zum Vergleich: Bei der Angemessenheit erzielen Frankreich 85,0 Punkte und Spanien 83,0 Punkte. Sie schütten im Verhältnis zum Arbeitseinkommen deutlich üppigere Renten aus – schneiden aber bei der Zukunftsfähigkeit ihrer Systeme auch deutlich schlechter ab (Frankreich Note D mit 49,3 Punkten; Spanien Note E mit 33,0 Punkten).
Lob für die Politik
Einen Lorbeerkranz verteilen die internationalen Studienautoren an die Schweizer Politik: Im Kapitel über den weltweiten Schock der Überalterung wird die Schweiz als Vorbild hervorgehoben.
Der Grund: Das Schweizer Drei-Säulen-Prinzip ist fest in der Bundesverfassung verankert. Dort steht schwarz auf weiss, dass die Rente den Existenzbedarf angemessen decken und der Teuerung angepasst werden muss. Das schaffe Vertrauen und klare Spielregeln für Reformen, so das Lob der Experten.