Sparen wird wichtiger – immer mehr setzen auf eigene Vorsorge
Jeder zweite Schweizer vertraut der AHV nicht mehr

Reicht das Geld im Ruhestand noch? Wer im Alter nicht jeden Franken umdrehen will, muss früh mit Sparen beginnen. Das neue Selbstbestimmungsbarometer von Swiss Life zeigt: Viele Schweizer verlassen sich längst nicht mehr auf die AHV.
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Die AHV deckt für fast die Hälfte der Schweizer nur noch die Grundbedürfnisse ab.
Foto: CHRISTIAN BEUTLER

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 45 Prozent der Schweizer glauben, dass die AHV nur eine Grundabsicherung bietet
  • Die Hälfte findet Sparen ab dem ersten Lohn sinnvoll
  • 35 Prozent der Schweizer glauben, dass sie im Alter arbeiten müssen
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Dass die AHV allein im Alter keinen üppigen Lebensstandard ermöglicht, ist vielen bewusst. 45 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer gehen davon aus, dass ihnen die staatliche Rente lediglich eine finanzielle Grundabsicherung bieten wird. Weitere 7 Prozent rechnen sogar damit, dass die AHV für ihre Altersvorsorge gar keine Rolle mehr spielen wird. Das zeigt das neue Selbstbestimmungsbarometer des Lebensversicherers Swiss Life. Dafür wurden im Juli 1000 Personen zwischen 18 und 79 Jahren befragt.

Die Einsicht führt zum Handeln: So können viele Schweizer gar nicht früh genug mit dem Sparen anfangen. 50 Prozent finden, dass man direkt mit dem ersten Lohn fürs Alter vorsorgen sollte. 20 Prozent würden sogar schon während der Ausbildung oder des Studiums die ersten Batzen für später auf die Seite legen.

Krisen lassen Sorgen aufkommen

Die Gründe für den Spardrang: Teuerung, wirtschaftliche Unsicherheit und geopolitische Krisen. Jeder Vierte sorgt sich deshalb aktiv um seine finanzielle Zukunft – und gibt an, sich deshalb stärker um die eigene Absicherung und Vorsorge zu kümmern. Auf den Staat wollen sich dabei die wenigsten verlassen: Nur 22 Prozent glauben, dass die öffentliche Hand einspringt, sollten sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Die Konsequenz: Arbeiten im Rentenalter wird für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung zu einem realistischen Szenario. 35 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sie als Rentner weiterarbeiten oder andere Nebeneinkünfte brauchen, um ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. Bei denjenigen, die bereits pensioniert sind, zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Ihre finanzielle Zuversicht ist innert eines Jahres gar deutlich gestiegen: um 8 Prozentpunkte auf 40 Prozent.

Optimismus zieht wieder an

Auch insgesamt blicken Herr und Frau Schweizer wieder zuversichtlicher auf ihre Finanzen: 58 Prozent erwarten, dass sich ihre finanzielle Lage in den kommenden zehn Jahren verbessert. Zum Vergleich: 2024 lag dieser Wert noch bei 46 Prozent.

Besonders deutlich ist die Erholung bei den heutigen Rentnerinnen und Rentnern. Ein möglicher Grund für die gestiegene Zuversicht könnte die 13. AHV-Rente sein, die im Dezember erstmals ausbezahlt wird und den Pensionierten ein zusätzliches Monatseinkommen beschert.

So nimmst du deine Altersvorsorge selbst in die Hand

Wer bei der Vorsorge mehr Eigenverantwortung übernehmen will, hat dafür mehrere Möglichkeiten. Der erste Schritt ist eine einfache Bestandesaufnahme: Was ist von AHV und Pensionskasse im Alter ungefähr zu erwarten – und wie viel Geld braucht es, um den gewünschten Lebensstandard zu finanzieren? Eine erste Schätzung der AHV-Rente liefert der kostenlose Online-Rechner ESCAL der AHV. Wer es genauer wissen will, kann bei seiner Ausgleichskasse eine individuelle Rentenvorausberechnung beantragen. Der Pensionskassenausweis zeigt zudem, mit welcher Rente oder welchem Alterskapital aus der zweiten Säule zu rechnen ist.

Bleibt voraussichtlich eine Lücke, gilt vor allem: möglichst früh anfangen. Wer kann, zahlt regelmässig in die Säule 3a ein und profitiert dabei auch von Steuerabzügen. Selbst kleinere Sparbeträge können sich über Jahrzehnte summieren. Wer das Geld langfristig nicht benötigt, kann je nach Risikobereitschaft zudem einen Teil in Wertschriften anlegen.

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