Darum gehts
- Migros streicht Marken wie Gillette und Garnier aus dem Sortiment
- Grund sind Preisverhandlungen mit Procter & Gamble und L'Oréal
- Mit der Massnahme möchte die Migros tiefere Margen durchsetzen
«Leider ist dieser Artikel derzeit nicht verfügbar. Wir stehen in Verhandlungen mit dem Lieferanten.» Mit diesen Schildern an den Kosmetikregalen informiert die Migros ihre Kundschaft gerade über Engpässe im Sortiment. Denn: Wer dieser Tage Rasierer, Duschgel oder Shampoos beim orangen Riesen kaufen möchte, hat nur eine begrenzte Auswahl. Hintergrund sind Preisverhandlungen mit den Konzernen Procter & Gamble und L'Oréal, wie Watson zuerst berichtete. Konkret ist das Sortiment der Marken Garnier, Head & Shoulders, Pantene und Gillette in einigen Filialen stark ausgedünnt.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Migros Artikel aus dem Sortiment nimmt, um für niedrigere Einkaufspreise zu kämpfen. Kurz vor Weihnachten fehlten Produkte wie Kelloggs, Toblerone und Getränke von Pepsi in den Regalen. Die Migros geht dabei besonders hart vor und lässt die Regale leer, anstatt die Lücken mit eigenen Produkten zu füllen.
Unbestimmte Dauer der Engpässe
Die Preisverhandlungen seien Teil des Engagements, faire Preise zu sichern und weitere Aufschläge zu vermeiden, sagt eine Sprecherin auf Anfrage von Blick. Sie erklärt das Vorgehen mit den hohen Gewinnmargen von 15 bis 20 Prozent, die die Konzerne durchsetzen wollen. Im Gegensatz dazu «operiert die Migros mit weniger als 2 Prozent und schüttet als Genossenschaft weder Dividenden noch Boni aus». Die Einsparungen würden direkt in tiefere Preise investiert.
Wie lange die Produkte fehlen werden, könne man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Dies hänge vom Verlauf und Abschluss der Verhandlungen ab. Im grossen Preisstreit mit Lindt & Sprüngli vergangenen Winter konnte nach knapp zwei Monaten eine Einigung erzielt werden – zugunsten des Schoggiriesen.
Auch bei Denner kommt es zu Lieferunterbrüchen
In der Zwischenzeit können Kunden auf die Eigenmarken der Migros ausweichen, so die Sprecherin. So könne man die fehlenden Markenprodukte gut kompensieren und weiterhin hochwertige Alternativen anbieten.
Die Preisverhandlungen haben auch Auswirkungen auf das Sortiment der Migros-Tochter Denner. Der Discounter bestätigt auf Anfrage, dass «einzelne Produkte bestimmter Marken vorübergehend nicht verfügbar sein könnten». Welche Artikel genau betroffen sind, lässt die Migros-Tochter unbeantwortet.