Darum gehts
- Das Zürcher Restaurant Kronenhalle erhöht Preis für südafrikanische Scampi auf 123 Franken
- Grund: Die Einkaufspreise der Delikatesse sind um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen
- Ein Schweizer Importeur beobachtet derweil keine aussergewöhnliche Preisentwicklung
Das Restaurant Kronenhalle am Zürcher Bellevue ist bis weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt. Umringt von Kunstwerken legendärer Maler wie Pablo Picasso, Joan Miró oder Marc Chagall geniessen Gäste Züri-Gschnätzlets, Mistkratzerli oder Bündnerfleisch. Vieles davon angerichtet am Guéridon, dem kleinen Beistelltischchen. Ein Zmittag oder Znacht in der Kronenhalle ist nicht nur ein Essen, sondern ein Erlebnis – und das hat seinen Preis.
Jetzt ist ausgerechnet ein Klassiker des Hauses markant teurer. Die Edelbeiz hat den Preis für ihre südafrikanischen Scampi vom Grill auf 123 Franken erhöht, wie zuerst das Portal «Inside Paradeplatz» berichtet hat. Vorher kostete eine Portion Scampi an Knoblauch und Peterli mit Pilawreis als Beilage 96 Franken – ein Aufschlag von 28 Prozent.
Einkaufspreis um ein Viertel gestiegen
Gegenüber dem Finanzportal teilte Kronenhalle-Geschäftsführer Dominique Godat (66) mit, die Einkaufspreise für die Delikatesse seien «über Nacht durch die Decke gegangen». Nicola Bonnot, Vizedirektor des Edelrestaurants, führt auf Anfrage von Blick aus: «Unsere Lieferanten haben die Preise innerhalb kurzer Zeit erhöht.» Konkret liege der Marktpreis etwa 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Als Reaktion nahm der Betrieb das Gericht zuerst von der Karte – zum Ärger vieler Scampi-Liebhaber: «Unsere Gäste haben das Gericht vermisst und immer wieder danach gefragt», so Bonnot zu Blick. «Deshalb haben wir uns entschieden, es zu den momentanen Marktpreisen wieder auf die Speisekarte zu nehmen.»
Steigt der Preis für den Scampi-Klassiker gar noch weiter? Bonnot sagt dazu: «Wir hoffen, dass sich die Preise stabilisieren und rechnen derzeit nicht mit weiteren Preisanpassungen.» Falls die Preise wieder sinken, würde man dies ebenfalls an die Kundschaft weitergeben.
Scampi-Importeur beobachtet keine aussergewöhnlichen Preise
Warum muss die Kronenhalle nun so viel mehr zahlen? Werden Scampi plötzlich zur raren Ware auf dem Krustentier-Markt? Dem widerspricht Christoph Bacher. Er ist Geschäftsführer der Swiss Prime Taste AG mit Sitz in Aadorf TG, einem grossen Direktimporteur von Fisch, Meeresfrüchten und Krustentieren. CEO Bacher hat selbst Scampi im Angebot und beobachtet die globalen Einkaufspreise laufend. «Einen generellen, sprunghaften Preisanstieg für den gesamten Scampi-Markt können wir aus unserer aktuellen Marktsicht nicht bestätigen», sagt er gegenüber Blick.
Aber: «Nicht alle in der Gastronomie angebotenen Shrimps sind qualitativ gleich», führt Bacher aus. Es gebe erhebliche Unterschiede hinsichtlich Herkunft, Verarbeitung und Zutaten. Preisgünstige Importprodukte seien teilweise mit Zusatzstoffen versehen, während «andere Betriebe auf naturbelassene Premiumqualität setzen». Letzteres ist bei der Kronenhalle der Fall. Ihre südafrikanischen Scampi entsprechen «einer sehr hohen Qualitätsstufe», wie es vonseiten des Nobelrestaurants heisst.