Darum gehts
- Fifa erzielt 2026 durch WM in Amerika Rekordeinnahmen von 13 Milliarden Dollar
- Zusätzliche 42 Millionen Dollar Preisgeld für den Weltmeister vorgesehen
- ZKB: Fifa-Effekt steigert Schweizer BIP 2026 um 0,7 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent
Gross. Grösser. Fifa. Der Fussballweltverband katapultiert sich an der WM-Endrunde in Amerika in neue Umsatzsphären. Die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Mannschaften wird Präsident Gianni Infantino (56) auf Anhieb einen neuen Einnahmerekord bescheren. Für die Vierjahresperiode 2023 bis 2026 budgetiert der Verband Einnahmen von rund 13 Milliarden Dollar.
Das ist mehr als dreimal so viel wie in der Periode 2007 bis 2010, als der Verband unter dem früheren Präsidenten Sepp Blatter (90) Umsätze von 4,1 Milliarden Dollar verzeichnete. Der Grossteil davon fiel im WM-Jahr 2010 an, als die Endrunde in Südafrika stattfand. Nun soll die Fifa allein mit der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko neun Milliarden Dollar einnehmen.
Einen Grossteil der Erträge verteilt die Sportorganisation an die nationalen Fussballverbände. Auch der Schweizer Fussballverband bekommt Millionen aus dem Fifa-Topf. Für eine Endrunden-Qualifikation gibt es zusätzliche Millionen. Das Extra-Preisgeld für den Weltmeister beträgt über 42 Millionen Dollar.
BIP steigt um 70 Prozent
Mittlerweile sind die Ticket- und Lizenzeinnahmen so hoch, dass sie sich immer stärker in der Schweizer Volkswirtschaft bemerkbar machen. Der Effekt in diesem Jahr: Das Bruttoinlandprodukt dürfte 2026 um 0,7 Prozentpunkte höher ausfallen, wie die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einer Analyse berechnet hat. Der Fifa-Effekt erhöht das BIP-Wachstum von 1 auf 1,7 Prozent – ein Plus von 70 Prozent.
Ist das ein Grund zur Freude – oder handelt es sich nur um einen Statistikeffekt? «Ja und nein», sagt Kevin Gismondi, Ökonom bei ZKB. Die Einnahmen, die die Organisation alle vier Jahre durch die Fussball-Weltmeisterschaft erzielt, hätten tatsächlich vor allem einen statistischen Effekt. «Die Wertschöpfung durch die Lizenzeinnahmen erhöhen zwar das Zürcher BIP. Direkt für Zürcherinnen und Zürcher spürbar ist das jedoch nicht. Allfällige konjunkturelle Effekte fallen in den Austragungsländern an und nicht in der Schweiz, wo weder neue Stadien gebaut noch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.»
Die Schweiz beziehungsweise der Kanton Zürich profitiere jedoch davon, dass die Weltfussballorganisation ihren Sitz hier habe, sagt der ZKB-Ökonom. Die Organisation beschäftige mehrere Hundert Mitarbeitende, die hier Steuern zahlten und lebten. Zudem veranstalte sie zahlreiche Anlässe, von denen Eventdienstleister, Hotels und weitere Unternehmen profitierten. Trotz der Kontroversen rund um den Verband sieht Gismondi aufgrund der internationalen Sichtbarkeit auch positive Effekte für die Standortattraktivität der Schweiz.