Darum gehts
- Schweizer bevorzugen zunehmend Luxusstrände statt Skigebiete für Winterurlaub
- Malediven-Urlaub für Familien günstiger als Skiferien in einigen Schweizer Regionen
- Skiferien in der Schweiz kosten Familien zwischen 3399 und 11'787 Franken
Schneemangel, dynamische Preise der Bergbahnen, steigende Ausrüstungskosten: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer verbringen die kalten Jahreszeiten lieber am sonnigen Luxusstrand als auf den Pisten in den Alpen. Schliesslich müssen insbesondere Familien für Skiferien immer tiefer in die Taschen greifen, wie die Bank Cler kürzlich ausrechnete. Aber sind Ferien auf einer Trauminsel im Indischen Ozean tatsächlich billiger als der Pistenspass?
Ein Vergleich von Blick mit Zahlen der Reisebüros zeigt: Ja! Zumindest bei einigen Skigebieten kostet der Skipass samt Skimiete und Unterkunft mehr als Flug und Hotel auf der Luxus-Insel.
Malediven für weniger als 7000 Franken
Bucht eine vierköpfige Familie eine Woche Ferien auf den Malediven über den Reiseanbieter Dertour für Februar 2026, kostet sie das 6794 Franken. Mit inbegriffen sind sieben Übernachtungen im All-Inclusive-Hotel, der Flug sowie den Transfer zum Hotel. Beim Reisebüro Tui Suisse lässt sich eine Woche Malediven-Ferien für den nächsten Februar ab 6478 Franken buchen, ebenfalls alles inklusive. Das bei einer spontanen Buchung Ende Dezember.
Fast gleich viel bezahlt die Familie für eine Woche Ferien in der Jungfrau-Region BE, gemäss der Bank Cler. Die Kosten für eine Woche Ferienwohnung, Skipass, -verleih und -schule belaufen sich auf 6296 Franken, sofern im Oktober gebucht wurde. Hinzu kommen noch Kosten für Anreise, Verpflegung sowie Unterhalt.
Unter dem Strich kosten Skiferien in der Jungfrau-Region die Familie folglich mehr als eine einwöchige Auszeit auf den Malediven. Nochmals deutlich mehr müssen Gäste für Skiferien in St. Moritz GR, Flims Laax Falera GR, Gstaad BE, Saas-Fee VS oder Zermatt VS berappen.
Für die Analyse hat die Bank Cler 14 Skigebiete untersucht. Die Unterschiede sind enorm: Eine vierköpfige Familie zahlt für eine Woche Skiferien zwischen 3399 und 11'787 Franken.
Dass Skiferien in einem grossen Schweizer Skigebiet für den Mittelstand kaum noch zu schultern sei, kritisierte Sara Stalder (59), Geschäftsleiterin beim Konsumentenschutz, bereits Mitte Wintersaison 2025. «Es ist manchmal günstiger, auf die Malediven zu fliegen, als eine Woche Ski zu fahren», sagte sie in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin «Spiegel».
Lieber Sonne statt Schnee
Nicht nur wegen der Preise werden Fernreisezielen in der Wintersaison immer beliebter. «Ein Grossteil unserer Kundinnen und Kunden sehnt sich in der kalten Jahreszeit nach der Sonne und entscheidet sich deshalb für wärmere Destinationen», teilt Dertour, zu der auch die ehemalige Migros-Tochter Hotelplan gehört, auf Anfrage mit. Die Malediven sind auch dieses Jahr wieder stark gefragt: Die Buchungen übertreffen gar das Vorjahr.
Neben den Malediven sind aber auch Thailand, die Vereinigten Arabischen Emirate, Mauritius und die Dominikanische Republik beliebte Reiseziele in den kalten Monaten.
Ähnlich tönt es beim Konkurrenten Tui Suisse: «Die Malediven zählen bei uns schon seit Jahren zu den Top 5 der beliebtesten Reiseziele im Winter, mit stetig steigender Tendenz.» Auch für die Kanaren, Ägypten, die Kapverden oder Marokko entscheiden sich die Reisenden vermehrt.
Für Paare lohnt es sich weniger
Die Malediven sind zudem ein beliebtes Reiseziel für die Flitterwochen. Für eine spontane Reise im Februar bezahlt ein Paar gemäss Dertour 4214 Franken, samt Flug und Hotel. Hier gibts für den Preis jedoch nur Halbpension. Zum Vergleich: In Verbier, Gstaad oder St. Moritz zahlen Paare für eine Woche Skiferien dagegen zwischen 6580 und 6763 Franken, ohne Verpflegung oder Anreise. Aber es geht auch deutlich günstiger, wie beispielsweise in Airolo TI (2465 Fr) oder Adelboden-Lenk BE (3116 Fr).
Dabei kommt es aber sehr auf den Buchungszeitpunkt an. Generell lohnt es sich, früh zu buchen – egal ob in den Schweizer Bergen oder einer Insel im Ozean.