Wenige Stunden nach Rücktrittsankündigung
EZB-Präsidentin Lagarde verzichtet auf weitere Zinserhöhung

Die Europäische Zentralbank hält wie die US-Notenbank am aktuellen Leitzinsfest – trotz Inflationssorgen. Wenige Stunden zuvor hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde für Aufsehen gesorgt.
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Das Gremium der Europäischen Zentralbank um Präsidentin Christine Lagarde (70) legt eine Zinspause ein.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • EZB belässt den Einlagezins vorerst bei 2,5 Prozent
  • Steigende Energiepreise und Markterwartungen schüren die Sorge vor weiteren Erhöhungen
  • EZB-Präsidentin Christine Lagarde plant ihren vorzeitigen Rücktritt per 7. Februar 2027
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrer bisherigen Geldpolitik fest: Die Währungshüter um Präsidentin Christine Lagarde (70) lassen den Leitzins unverändert. Damit bleibt der für Sparer und Anlegerinnen wichtige Einlagezins im Euroraum bei 2,5 Prozent.

Nach Zinserhöhungen im Juni und September gönnt die Zentralbank den Märkten damit eine erneute Verschnaufpause. Ein Grossteil der Analysten und Finanzexpertinnen hatten mit einer Zinspause gerechnet. Doch die Ruhe dürfte nicht lange anhalten: Im nächsten Jahr erwarten Marktbeobachter bis zu drei weitere Zinserhöhungen. Und auch beim nächsten Entscheid im Dezember dürfte die EZB an der Zinsschraube drehen, so die derzeitige Prognose.

Frankreich wackelt, Energiepreise klettern

Die EZB steckt in der Zwickmühle: Die steigenden Energiepreise heizen die Teuerung an. Gleichzeitig geht es der europäischen Wirtschaft immer noch nicht rosig. Unternehmen und Hausbauer ächzen unter teuren Krediten. Auch die Turbulenzen am Anleihemarkt von Sorgenkind Frankreich setzen die Zentralbank unter Druck.

Für viel Aufsehen sorgt auch eine die oberste EZB-Personalie: Lagarde plant ihren vorzeitigen Abgang, wie die Präsidentin wenige Stunden vor dem Leitzinsentscheid bekannt gab. Statt bis zum regulären Mandatsende im Oktober 2027 zu warten, will die Französin ihren Posten bereits per 7. Februar 2027 räumen.

Hinter den Kulissen brodelt die Gerüchteküche: Lagarde gilt seit Monaten als Top-Favoritin für das Präsidium des Weltwirtschaftsforums (WEF). Die Wahl des neuen WEF-Chefs könnte bereits am 2. November über die Bühne gehen.

Auch Fed legte eine Zinspause ein

Am MIttwochabend Schweizer Zeit befand auch die US-Notenbank Federal Reserve über ihre Zinspolitik. Sie hielt ebenfalls die Füsse still und beliess das Zinsband bei 3,75 bis 4,0 Prozent. Zwar gäbe es auch in den USA angesichts der Teuerung Gründe für Straffungen, doch die Fed scheute kurz vor den Zwischenwahlen das Risiko. In der Schweiz heisst es derweil noch abwarten: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) fällt erst Mitte Dezember ihren nächsten Zinsentscheid.

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