Kurz vor den Midterms
Fed-Chef Kevin Warsh verzichtet auf Zinserhöhung

Die US-Notenbank legt eine Zinspause ein. Wenige Tage vor den Midterms hält Fed-Chef Kevin Warsh die Füsse still – und belässt den Leitzins bei 3,75 bis 4 Prozent.
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Fed-Chef Kevin Warsh lässt den US-Leitzins unverändert.
Foto: Dukas
Sven Schumann
Sven SchumannRedaktor Wirtschaft

Die US-Notenbank Federal Reserve rüttelt nicht an den Zinsen: Die amerikanischen Währungshüter um Fed-Chef Kevin Warsh (56) belassen bei ihrem Entscheid am Mittwoch den Leitzins unverändert bei 3,75 bis 4 Prozent. Nach der Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte im September gibt es damit nun eine Zinspause.

Der Entscheid kommt nicht überraschend: Analysten hatten zuvor die Wahrscheinlichkeit für einen unveränderten Zins auf rund 90 Prozent beziffert. Doch es gab auch Gegenstimmen: Die steigende Inflation und die gleichzeitig stabile Wirtschaft lieferten der Notenbank Argumente für eine weitere Erhöhung.

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Stabile US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft zeigt sich zurzeit robust. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Konjunktur gut. Ganz anders sieht es bei der Preisstabilität aus: Im September lag die Inflation mit 3,7 Prozent deutlich über der angestrebten 2-Prozent-Marke. Und die Tendenz ist steigend. Im August befand sich die Teuerung noch bei 3,5 Prozent.

Doch der Druck zum Handeln ist noch nicht gross genug, dass Fed-Präsident Warsh zu einer Zinserhöhung greifen muss, gerade zu diesem Zeitpunkt. In wenigen Tagen finden die US-Zwischenwahlen statt. Am Dienstag, 3. November, wählen die Amerikaner alle Mitglieder des Repräsentantenhauses und ein Drittel der Sitze im Senat neu. Eine überraschende Zinserhöhung nur sechs Tage vor den Wahlen hätte unter Umständen direkte Auswirkungen auf den Ausgang der Wahlen haben können. Und den Zorn des US-Präsidenten Donald Trump (80), der seit seiner Rückkehr ins Weisse Haus auf tiefe Zinsen pocht, heraufbeschwören können.

EZB folgt am Donnerstag

Nach dem Fed folgt am Mittwoch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Schweizerische Nationalbank entscheidet erst Mitte Dezember wieder über den nächsten Zinsschritt. Zur nächsten Lagebeurteilung trifft sich das Fed-Gremium Anfang Dezember. Analysten erwarten, dass sich Kevin Warsh dann zu einer Zinserhöhung durchringt.

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