Darum gehts
- Griechische Insel Makri für 247'000 Euro im Ionischen Meer zu verkaufen
- Preisverfall wegen rechtlicher Hürden: Insel als Naturschutzgebiet und Privatwald klassifiziert
- Zusätzliche Kosten: Mindestens 20 Millionen Euro Schulden und keine Infrastruktur
Träumst du von einer eigenen privaten Insel? Umgeben von kristallklarem Wasser? Im Ionischen Meer bietet sich eine Gelegenheit: Die griechische Insel Makri, die zum Echinadi-Archipel gehört, steht zu einem unglaublich niedrigen Preis zum Verkauf. Im Jahr 2022 noch auf 8 Millionen Euro geschätzt, wird sie nun für nur 247'000 Euro angeboten – weniger als eine durchschnittliche Wohnung in London oder ein luxuriöser Neubau in Belgrad kostet.
Makri ist die fünftgrösste Insel ihres Archipels – und zeichnet sich durch eine zerklüftete Küstenlinie, viel Sonnenschein und das völlige Fehlen von Massentourismus aus. Sie ist ideal für alle, die absolute Privatsphäre suchen. Doch der drastische Preisverfall von über 95 Prozent ist kein Zufall. Hinter diesem «Jahrhundertschnäppli» verbirgt sich eine Reihe juristischer und finanzieller Hürden, die selbst die mutigsten Investoren abschrecken könnten.
Bau von Luxustempeln strengstens verboten
Der Hauptgrund für den happigen Preisverfall ist die neue Klassifizierung des Grundstücks. Die Insel gilt nun als «Privatwald» und liegt zudem in einem Naturschutzgebiet. Dadurch sind allfällige Pläne zum Bau eines luxuriösen Ferienresorts – einst das Hauptverkaufsargument – nun hinfällig. Die Insel gehört zum ökologischen Netzwerk Natura 2000. Das bedeutet konkret: Infrastrukturprojekte bedürfen einer speziellen staatlichen Genehmigung in Form eines Präsidialdekrets. Derzeit kann Makri fast ausschliesslich für die Landwirtschaft genutzt werden.
Sollten die rechtlichen Einschränkungen potenzielle Käufer nicht abschrecken, so wird es die finanzielle Belastung mit Sicherheit tun. Der künftige Besitzer muss nicht nur den Kaufpreis zahlen, sondern auch enorme Steuerschulden und diverse finanzielle Forderungen im Zusammenhang mit der Insel begleichen. Laut verfügbaren Daten belaufen sich diese Schulden auf mindestens 20 Millionen Euro. Zudem fehlt es der Insel an jeglicher Infrastruktur. Der neue Eigentümer muss also auch für die gesamte Erschliessung aufkommen.
Auch wenn der Preis von 247'000 Euro nach einem unglaublichen Schnäppchen klingt, bleibt Makri ein «heisses Eisen». Die Insel ist nur für diejenigen geeignet, die bereit sind, sich durch komplexe administrative Auseinandersetzungen zu kämpfen. Und über beträchtliches Kapital verfügen, um die ausstehenden Schulden zu begleichen.
Dieser Artikel erschien zuerst auf Blic.rs. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.