Darum gehts
- Ab 1. August neues digitales Visa-System am Flughafen Kairo
- Visa-Kosten steigen um 20 Prozent auf 30 Franken
- Erstes Quartal 2026: Tourismus wuchs stark
Die Einreise nach Ägypten wird einfacher, schneller – und teurer: Am Samstag tritt am Flughafen in Kairo ein neues digitales System fürs Touristenvisum in Kraft. Rund 25 Franken zahlten Schweizer Feriengäste bisher für das alte Papiervisum. Die neuen QR-Codes hingegen kosten 30 Franken, wie das ägyptische Tourismusministerium in einer Medienmitteilung schreibt.
Konkret geht es um das «Visa on Arrival», also das Einreisevisum. Dieses benötigen alle Schweizer Touristen für ihre Ferien in Ägypten. Bis jetzt war es so, dass man einen Papieraufkleber auf seinen Pass bekam. Dieses System bleibt eine Zeit lang noch weiter bestehen – auch in Kairo, wo die Testphase nun beginnt. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts soll das neue Digitalvisum auf die anderen Flughäfen Ägyptens ausgeweitet werden. Und das bisherige System ganz ersetzen.
Es gibt drei Wege, wie Reisende zu ihrem Visum per QR-Code kommen können. Ab 48 Stunden vor dem Flug kann man sich auf dem offiziellen Onlineportal darauf bewerben. Wer lieber am Handy Formulare ausfüllt, kann dies in der offiziellen App machen. Ansonsten kann man auch warten, bis man in Kairo angekommen ist, und sich an einem Automaten in der Ankunftshalle sein Visum holen. Dann scannen die Grenzwächter den Code – und die Ferien können beginnen.
Ägypten will Tourismus stärken
Im Land der Pharaonen erlebt der Tourismus gerade einen Boom: Im ersten Quartal 2026 profitierte Ägyptens Tourismusbranche stark vom Iran-Krieg, weil viele auf ihre Ferien in den Golfstaaten verzichteten. Und das afrikanische Land will seine Tourismussparte weiter wachsen lassen. Neue Hotels und die Förderung von Fluglinien und Touristikfirmen sollen entstehen, wie der ägyptische Premierminister Mustafa Madbuli (60) Mitte Juli bekannt gab. Auch das digitale Visum ist Teil dieser Kampagne.
Die neue Strategie wird viele in der ägyptischen Tourismusbranche freuen. Hamed El Chiaty (74), Gründer und CEO des ägyptischen Touristikkonzerns Travco, hat bereits im Mai angekündigt, dass der Konzern eine eigene Fluggesellschaft gründen will. Schon im Herbst sollen die ersten Flugzeuge aus Europa starten, mit beliebten Touri-Hotspots wie Sharm el-Sheikh und Marsa Alam als Destinationen.
Der Iran-Konflikt hat Ägypten zwar mehr Touristen beschert, löste jedoch auch eine Energiekrise aus. Diese zog in Ägypten landesweite Beschränkungen nach sich. Geschäfte und Restaurants mussten früher schliessen, auch in beliebten Touristenorten. Die Regierung leitete auch Energiesparmassnahmen ein: Der Betrieb von Strassenlaternen und Werbetafeln am Strassenrand wurde zurückgefahren.