Eigenheim um jeden Preis
Nullzins, aber höhere Hypotheken – das steckt dahinter

Hausbesitzer aufgepasst: Laut Comparis verteuern sich langfristige Hypotheken weiter. Für die Finanzierung rücken darum kürzere Laufzeiten in den Fokus, schreibt das Vergleichsportal.
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Die Preise für ein eigenes Dach über dem Kopf steigen und steigen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Schweizer Eigenheimpreise steigen weiter, getrieben durch starke inländische Nachfrage
  • Medianpreis für Wohnimmobilien stieg im vierten Quartal auf 996'800 Franken
  • Durchschnittlicher Hypothekarbetrag erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 590'000 Franken
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Ulrich RotzingerWirtschaftschef

Koste es, was es wolle. Ein Motto, das perfekt auf den Schweizer Eigenheimmarkt passt. «Die Preisdynamik bleibt ungebrochen hoch», stellt Fredy Hasenmaile (58) fest. Laut dem Chefökonomen von Raiffeisen Schweiz treibt die inländische Nachfrage die Preise ungebremst in die Höhe. Für selbstgenutzte Einfamilienhäuser mussten im vierten Quartal 2025 fast 6 Prozent mehr hingeblättert werden, dies im Vergleich mit dem letzten Quartal des Vorjahres. Bei Stockwerkeigentum waren es fast vier Prozent mehr. 

Kantonal gesehen ziehen die Preise für Einfamilienhäuser in den Regionen Bern und Ostschweiz derzeit am stärksten an, für Stockwerkeigentum in den Regionen Innerschweiz und Ostschweiz. 

Mittelwert für ein Haus bei 996'800 Franken

Der Medianpreis für Wohnimmobilien legte von Oktober bis Dezember 2025 gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent auf 996'800 Franken zu. Heisst: Die Hälfte der Preise liegt unter diesem Wert, die andere Hälfte liegt darüber. 

Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Hypothekarbetrag um 3,5 Prozent auf 590'000 Franken. Das ist laut einer Studie des Hypothekenvermittlers Resolve auf eine stärkere Nachfrage bei höherpreisigen Eigenheimen zurückzuführen. Das Volumen der neu vergebenen Hypotheken sei gegenüber dem Vorquartal insgesamt um 11,9 Prozent auf 23,62 Milliarden Franken gestiegen.

Neben Wohneigentum auch Hypotheken teurer

Obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Dezember den Leitzins bei 0 Prozent unverändert liess, sind die Hypotheken noch etwas teurer geworden. Zu diesem Schluss kommt Comparis. Das Vergleichsportal hat die Richtsätze von über 30 Finanz- und Kreditinstituten ausgewertet. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Die Richtsätze für 5-jährige Festhypotheken kletterten auf 1,61 Prozent, jene für 10-jährige auf 1,91 Prozent.
  • Viele Banken haben ihre Margen ausgeweitet, was sich direkt auf die Hypothekarofferten auswirkt.
  • Saron-Hypotheken wurden Ende 2025 in einer Handelsspanne von 0,8 bis 1,2 Prozent angeboten.
  • Bei den Abschlüssen zeigt sich eine klare Verschiebung hin zu 8- und 9-jährigen Festhypotheken.

Finanz-Experte Dirk Renkert (60) von Comparis zur Verschiebung weg von 10-jährigen: «Hypothekarnehmende setzen sich bei der Finanzierung oft eine persönliche Obergrenze. Wird sie überschritten, wählen sie Laufzeiten, die diese Vorgaben wieder erfüllen.»

Die Gründe für den jüngsten Anstieg der Hypothekarzinsen sind höhere Kapitalmarktzinsen und Banken, die ihre Margen ausgeweitet haben. Laut Renkert lässt sich das am besten bei Saron-Hypotheken beobachten. «Deren Zinshöhe wird seit der Einführung des Nullzinses durch die SNB ausschliesslich von der Marge bestimmt.» Er hält fest: Die Richtsätze sind sogenannte Schaufensterpreise. Wer Angebote vergleicht und gut verhandelt, kommt meist günstiger bei der Finanzierung weg.

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