Darum gehts
- Donald Trump verhängt ab August 2028 100-Prozent-Zoll auf Generika-Importe
- Pharmafirmen müssen binnen zwei Jahren Werke in den USA bauen
- Schweizer Pharma: 50 % der Exporte gehen in die USA, wichtigster Markt
Donald Trump (80) schwingt wieder die Zoll-Keule: Erst am Montag verhängte der US-Präsident neue Strafzölle von 50 Prozent auf kanadische Produkte. Und jetzt hat er auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social einen 100-Prozent-Zoll auf Generika angekündigt, also auf günstige Alternativen zu Marken-Medikamenten.
Konkret soll der Zoll auf Generika-Importe in die USA ab August 2028 gelten. Im Jahr darauf steigen die Importabgaben dann auf 200 Prozent. Die Pharma-Firmen haben nun zwei Jahre Zeit, um den Zoll-Hammer abzuwenden, indem sie neue Generika-Werke in den USA aufbauen. «Das Ziel dieser Politik ist es, die Bevölkerung der Vereinigten Staaten zu schützen», schreibt Trump auf Truth Social.
Pharma-Zölle kommen bald
Die Pharma-Branche ist schon länger im Visier des US-Präsidenten. Er will die vergleichsweise hohen Medikamentenpreise in den USA senken – und wirft deshalb Pharma-Unternehmen vor, den Wettbewerb zulasten von US-Firmen zu verzerren, indem sie Medikamente günstig im Ausland produzieren.
Darum verhängte Trump im April einen Pharma-Zoll von bis zu 100 Prozent, gültig ab 31. Juli. Damals klammerte er Generika noch aus. Und gleichzeitig zeigte sich der US-Präsident gegenüber der Schweiz gnädig. Wegen des bestehenden Deals mit der Pharmabranche bleibt für Produkte aus der Schweiz und Liechtenstein der Zollsatz bei 15 Prozent.
Die Schweizer Wirtschaft ist stark von der hiesigen Pharmabranche abhängig. Sie erwirtschaftet rund 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Rund ein Viertel aller Exporte entfällt auf die von Konzernen wie Novartis und Roche getragene Industrie. Und gleichzeitig haben sich die USA zum entscheidenden Absatzmarkt entwickelt. Mittlerweile geht die Hälfte der Pharma-Exporte ins Trump-Land.