Darum gehts
- Blick-Leserin Dina Jakobs erhielt doppelte Serafe-Rechnungen für denselben Zeitraum.
- Drei verschiedene Adressen tauchten auf, trotz korrekt gemeldeter Wohnanschrift.
- Seit 2019 verschickte Serafe über 40 Millionen Rechnungen an Haushalte.
Die Serafe-Gebühr ist eine der unbeliebteren Rechnungen, die Schweizerinnen und Schweizern in die Briefkästen flattern. 335 Franken sind für eine Privatperson pro Jahr fällig. So richtig nervig wirds aber, wenn man die Radio- und Fernsehabgabe doppelt bezahlen soll. Passiert ist das Blick-Leserin Dina Jakobs. «Serafe belastet mich doppelt für denselben Zeitraum 01.04.2023–31.03.2024, als hätte ich gleichzeitig in mehreren Haushalten gewohnt!», enerviert sie sich. Und schickt Blick die betreffenden Unterlagen zu.
Damit nicht genug: «In den Unterlagen erscheinen sogar drei verschiedene Adressen», sagt Jakobs. «In der ersten Rechnung für diesen Zeitraum steht die korrekte Adresse, in der zweiten plötzlich eine andere, und im Kontoauszug taucht sogar eine dritte Adresse auf!» Schon im vergangenen Jahre habe sie Probleme mit der Serafe-Rechnung gehabt. «Laut Kontoauszug wurde mir 2024 bereits 340 Franken fälschlich belastet und später zurückerstattet», berichtet sie. Und wundert sich: «Jetzt passiert es wieder, mit einer Forderung von 418.75 Franken für 15 Monate!»
Die gebürtige Ukrainerin arbeitet in einer IT-Firma, kennt sich aus mit Datensicherheit. «Warum hat die Serafe kein System, das solche Doppelbelastungen automatisch verhindert?» Und fügt an: «Nach einer strengen Arbeitswoche würde ich lieber meine Freizeit geniessen, als offensichtliche administrative Fehler beweisen zu müssen!» Am Telefon habe die Serafe die Schuld auf falsche Daten geschoben, die von den Gemeinden kommen. «Stellt die Serafe auch anderen falschen Rechnungen?», fragt sie sich. «Was, wenn Betroffene die Forderungen einfach begleichen, weil sie der Serafe vertrauen?»
Das sagt die Serafe
Blick schildert den Fall der Serafe. Ein Sprecher erklärt: «Die Serafe verwendet ausschliesslich jene Daten, die ihr monatlich durch die zuständigen Einwohnerdienste, also die Einwohnerregister der Gemeinden und Kantone, übermittelt werden.» Daran dürfe man nichts ändern. Der Sprecher betont denn auch: «Wir können die Richtigkeit der gelieferten Daten weder verifizieren noch korrigieren.» Das sei nicht ihre Aufgabe. «Und es fehlen die gesetzlichen Grundlagen dazu», so der Sprecher weiter.
Weiter betont der Sprecher: «Die Erhebung der Haushaltabgabe ist ein ausserordentliches Massengeschäft.» Konkret: Seit Anfang 2019 hat die Serafe laut eigenen Angaben rund 40 Millionen Rechnungen an Schweizer Haushalte verschickt. «Die eingesetzten Systeme sind etabliert, getestet und funktionieren einwandfrei», kontert er die Kritik von Jakobs.