Darum gehts
- Läderach eröffnet im Dezember in Shanghai ein Schoggi-Museum
- Bis Ende Jahr will das Unternehmen seine 300. Filiale eröffnet haben
- Konkurrent Lindt muss seine Pläne für ein Schoggi-Museum in Dubai vorerst auf Eis legen
Seit einigen Monaten ragt in einem ehemaligen Industriegebiet von Shanghai ein imposanter, bronzefarbener Bau in die Höhe. Hinter dem futuristisch anmutenden Gebäudekomplex stecken aber keine gewöhnlichen Büros, sondern das neuste Projekt des Glarner Schoggiproduzenten Läderach: Im Dezember eröffnet das Familienunternehmen sein zweites «House of Läderach», wie «Schweiz heute» zuerst berichtete. Das Erdgeschoss ist bereits seit dem 1. Oktober zugänglich.
Im edlen Kulturviertel West Bund entsteht auf drei Etagen eine 1200 Quadratmeter grosse Erlebniswelt rund um die Glarner Schoggi. Zum Erfolg verhelfen soll dem Museum etwa eine grosse Chocolaterie, in der das Handwerk präsentiert wird, ein Schoggibrunnen und ein Atelier, in dem Besucher ihre eigenen Schoggitafeln kreieren können. Auch eine interaktive Ausstellung zur Geschichte des Unternehmens, diverse Veranstaltungsräume und ein Läderach-Shop sollen dafür sorgen, dass in den kommenden Jahren Tausende Besucher den Weg in den neuen Schoggi-Tempel finden werden.
19 Mitarbeitende werden im chinesischen «House of Läderach» beschäftigt sein. Kostenpunkt: ein Betrag im «unteren einstelligen Millionenbereich». Genauer will es Firmenchef Johannes Läderach (39) gegenüber «Schweiz heute» nicht beziffern.
Bereits 400'000 jährliche Besucher in Bilten GL
Dass das Konzept funktioniert, zeigt das erste «House of Läderach» am Firmensitz in Bilten GL. Das Museum wurde im November 2020 eröffnet, der Bau kostete 20 Millionen Franken. Mit 1600 Quadratmetern ist es sogar etwas grösser als der neue Standort in China.
Das kommt bei Schoggi-Fans gut an: Rund 400'000 Museumseintritte verzeichnete Läderach im vergangenen Jahr. Das sind mehr als siebenmal so viele wie im Eröffnungsjahr. Bereits 2024 hatte das Unternehmen den millionsten Besucher seit der Eröffnung begrüsst. An das Home of Chocolate von Konkurrent Lindt in Kilchberg ZH reicht das aber noch nicht heran: Dieses empfängt inzwischen über 850'000 Gäste pro Jahr – mehr als jedes andere Museum der Schweiz.
Der Schoggi-Tempel in Schanghai ist derweil nur ein weiterer Baustein in Läderachs grosser Expansionsoffensive: Allein in Asien betreibt das Unternehmen mittlerweile über 60 Standorte in zehn Ländern. Weltweit sind es bereits 290 Filialen auf fünf Kontinenten. Bis Ende Jahr soll laut Geschäftsführer Johannes Läderach die Marke von 300 Filialen geknackt werden. Zum Vergleich: Erst im November 2024 feierte Läderach die Eröffnung seiner 200. Filiale in London.
Lindt muss Pläne für neues Schoggi-Museum auf Eis legen
Auch Lindt schmiedet Pläne für ein zweites Schoggi-Museum im Ausland. Der Konzern rund um Patron Ernst Tanner (80) fasste dabei aber eine andere Region ins Auge: den Nahen Osten. In Dubai wollte der Schoggiriese noch dieses Jahr mit dem Bau seines ersten Home of Chocolate ausserhalb der Schweiz beginnen.
Doch aus dem geplanten Ableger in der Wüstenmetropole wird vorerst nichts. «Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage im Nahen Osten» werde das Projekt ausgesetzt, teilt Lindt im September mit. Damit hat Läderach im internationalen Rennen um die Schoggi-Touristen vorerst die Nase vorn.