Darum gehts
- Oona Caviar stellt Selbstbedienungs-Automat in Frutigen BE auf
- Beim Kauf vor Ort gibts 20 Prozent Rabatt
- Pilotprojekt könnte bei Erfolg weitere Automaten in der Schweiz bringen
Essen aus dem Automaten? Das ist schnell, unkompliziert – und vor allem billig. Eine Butterbretzel oder ein Schokoriegel vom Selecta für ein paar Franken eignen sich perfekt für zwischendurch, sind von Luxus aber weit entfernt.
Doch in Frutigen BE soll die Snackmaschine jetzt zum Feinkostladen werden: An ihrem Produktionsstandort in der Berner Oberländer Gemeinde nahm die Coop-Tochter Oona Caviar kürzlich einen Selbstbedienungsautomaten für den hauseigenen Kaviar in Betrieb. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung und den Vertrieb der Delikatesse spezialisiert. Die handverlesenen Fischeier stammen von Stören, die im rund 20 Grad warmen Bergquellwasser des Lötschbergs herangezüchtet werden.
Zur «Schweizer Premiere» rührt die Firma, die zum Zuchtbetrieb Bergquellfisch Frutigen und damit zu Coop gehört, mit grosser Kelle an. «Ab sofort können Kundinnen und Kunden 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche frischen Schweizer Kaviar sowie weitere Fischspezialitäten direkt beziehen – unkompliziert, frisch und zu einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis», heisst es in der Mitteilung. Neben Premium-Kaviar wird der Automat zusätzlich täglich mit frischen Egli- und Störfilets sowie Kaviar-Löffeln und -Dosenöffnern gefüllt.
Gutbetuchte kaufen Kaviar frisch ab Produktion
Der Kaviar, der in Frutigen gewonnen wird, hat seinen Preis: Für die Sorte «N°103 Classic» legen Kunden für ein Döschen à 50 Gramm 149 Franken auf den Tisch. Bei einer noch edleren Version sind es 195 Franken – für das halbe Kilo bezahlt man 1850 Franken. Wer die Produkte aber direkt vom Automaten bezieht, bekommt 20 Prozent Rabatt, wie ein Sprecher gegenüber Blick erklärt.
«Auf die Idee brachten uns vor allem die Kunden selbst», sagt dieser weiter. Sie können seit jeher Kaviar frisch ab der Frutiger Produktionsstätte beziehen. Bisher war man dafür aber an die Bürozeiten gebunden. «Immer wieder erhielt das Team Anfragen von Kunden, die auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten Kaviar oder Fisch einkaufen wollten.»
Zum Kundenstamm von Oona Caviar gehören nicht nur Hotels, Restaurants oder Cateringbetriebe, sondern auch zahlreiche Privatkunden, wie der Sprecher erklärt. Letztere würden besonders häufig vor Ort einkaufen: «Viele kommen aus der Region, andere machen bei der Durchreise einen Zwischenstopp bei uns.» Das Unternehmen beobachte seit der Inbetriebnahme überraschend viele junge Leute, die sich den Automaten anschauen. Ältere Kunden würden hingegen nach wie vor den direkten Kundenkontakt bevorzugen.
Der erste Automat ist ein Pilotprojekt. Rentiert er, könnten weitere dazukommen. «Da ist aber noch nichts spruchreif», so der Sprecher zu Blick. Das Ziel: Schweizer Fisch und Kaviar erlebbar machen. Mit dem Automaten mache die Firma «Schweizer Premiumprodukte so einfach zugänglich wie nie zuvor», heisst es in der Mitteilung. Auf jeden Fall für jene, die das nötige Kleingeld übrig haben.