Bulgari-Designer Fabrizio Buonamassa
Bulgari-Designer entwickelt die kleinsten Uhren der Welt

Wenn es um die Uhren von Bulgari geht, führt kein Weg an ihm vorbei: Fabrizio Buonamassa, Creative Executive Director Watches, prägt das Design der Marke – auch bei der neusten Kreation. Was den 54-Jährigen antreibt und weshalb ihn Perfektion eher langweilt.
Kommentieren
1/4
Fabrizio Buonamassa: Der 1971 in Neapel geborene Designer ist Product Creation Executive Director der Bulgari Watch Division. Nach seinem Industrial-Design-Studium in Rom startete er im Fiat Style Centre in Turin, 2001 wechselte er zu Bulgari.
Foto: ZVG

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Designer Fabrizio Buonamassa erklärt seine obsessive Sicht auf Perfektion und Design
  • Er analysiert ständig Objekte, auch im Urlaub, und strebt Perfektion an
  • Die Bulgari-Uhr Octo Finissimo Automatic 37 ist das neuste Beispiel für innovative Uhrmacherkunst
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Vanessa-Nyfeler-Ringier.jpg
Vanessa Nyfeler
Schweizer Illustrierte

Schweizer Illustrierte: Herr Buonamassa, es scheint, als mustern Sie jeden Menschen von Kopf bis Fuss. Selbst kleinste Details entgehen Ihnen nicht. Ist Ihr Designerauge jemals ausgeschaltet?
Fabrizio Buonamassa: Nein, nie! In meinem Kopf zerlege ich jedes Objekt, drehe es im inneren Auge, nehme es auseinander und setze es wieder zusammen. Nicht bewusst, es ist ein Zustand. Ja fast schon eine Obsession.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Ihr Gehirn funktioniert also wie ein 3D-Programm. Ist das eine Gabe oder erlernt?
Beides. Es ist ein Geschenk, aber auch das Resultat von viel Übung. Als Kind habe ich stundenlang gezeichnet, ganze Nachmittage auf dem Boden verbracht, sagt meine Mutter. Später wurden daraus oft zehn Stunden am Tag. Deswegen kann ich mir heute im Kopf Gegenstände vorstellen, noch bevor sie überhaupt existieren.

Ist das ständige Analysieren eher ein Segen oder ein Fluch?
Ein Segen. Es ist das Wichtigste für meinen Beruf. Doch natürlich hat es auch eine andere Seite.

Welche?
Ich kann nie abschalten. Selbst in den Ferien nicht. Nach fünf Minuten am Strand denke ich: Und jetzt? Ich habe schon alle Uhren gesehen, alle Sonnenbrillen, alle Menschen beobachtet. Mein Gehirn braucht stets eine Herausforderung, sonst langweile ich mich. Meine Partnerin Serena meint immer, sie habe Glück mit mir: Ich finde ständig etwas zu tun, sie muss sich nie um meine Freizeit kümmern.

Bleibt Ihre Partnerin von Ihrem kritischen Blick verschont?
(lacht.) Nein, ich mustere wirklich alles und jeden. Aber Serena ist sowieso perfekt. Fast perfekt.

Sie lieben Objekte. Haben Sie je genug davon?
Nein, ich sammle wahnsinnig gern. Kameras, Gadgets, Motorräder. Und jedes Mal denke ich: Sie könnten noch besser sein. Ich suche immer nach dieser Idee von Perfektion, und gleichzeitig weiss ich, dass sie nicht existiert. Genau das treibt mich an.

Sie sprechen oft von Perfektion und gleichzeitig davon, dass sie langweilig sein kann.
Perfektion ist gefährlich. Wenn etwas perfekt ist, gibt es nichts mehr zu entdecken. Wir lieben ja oft gerade die kleinen Imperfektionen. Sie erzählen Geschichten. Perfektion sagt nur: Ich bin fertig. Und ja, das ist ziemlich langweilig.

Wo beginnt ein neues Design?
Mit einer Idee. Oder mit einem Bedürfnis. Und dann beginne ich zu zeichnen. Ganz klassisch mit Stift und Papier.

Viele denken, Design ist bloss Zeichnen. Ist es so?
Nein, Zeichnen ist nur ein Teil davon. Das Wichtigste ist das Denken. Wenn ich ein Objekt im Kopf nicht sehen kann, lässt es sich auch nicht zeichnen.

Was macht ein gutes Design aus?
Es muss verständlich sein. Wenn ich Ihnen erklären muss, wie eine Uhr funktioniert oder wie man sie trägt, habe ich etwas falsch gemacht. Eine gute Uhr erklärt sich von selbst.

Woran merken Sie, dass etwas wirklich fertig ist?
Eigentlich nie. Ich sehe immer, was man noch optimieren kann. Das ist das Problem: Ich bin nie zufrieden. Allerdings ist genau das die richtige Energie für meinen Job. Wenn man zufrieden ist, sollte man vielleicht aufhören.

Was bedeutet Luxus für Sie?
Zeit. Alles andere kann man kaufen. Ein anderer Luxus: Bulgaris neue Octo Finissimo mit 37 Millimetern Durchmesser.

Was macht sie besonders?
Jeder kennt Bulgari für die ikonische Serpenti. Lange wusste jedoch kaum jemand, dass wir auch die dünnsten Uhren der Welt entwickeln. In der Uhrenwelt galten wir vor allem als Schmuckhaus. Dieses Bild zu verändern, ist schwierig, weil die Branche sehr konservativ ist. Mit der Octo Finissimo 37 konnten wir zeigen, dass eine hochkomplexe Uhr auch anders gedacht und getragen werden kann. Für uns ist sie eine neu gedachte leere Leinwand. Jedes Detail ist eine neue Interpretation der Uhrmacherkunst. Und das alles in einem italienischen Stil.

Apropos Stil: Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?
Ich mag nichts, das zu laut ist. Mein Stil ist sehr italienisch, eher sportlich, aber mit Gespür für Feinheiten. Ich arbeite viel mit Schneidern, auch weil es früher schwierig war, passende Stücke für meine Grösse und meine Proportionen zu finden. Heute ist es für mich fast ein Spiel geworden: Stoffe auswählen, über Schnitte sprechen. Kann man Stil und Eleganz lernen? Nur bis zu einem gewissen Grad. Wahre Eleganz ist etwas sehr Natürliches. Wenn sie erzwungen wird, wirkt sie nicht echt. Eleganz liegt in den Details, genau wie bei einer Uhr. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen