Brisante Auswertung zeigt
Bei jeder fünften Zürcher Stadtwohnung sind Mieter zu reich

Wer zu viel verdient, soll rausfliegen: Die Stadt Zürich kontrolliert seit letztem Sommer, ob Mieter mit zu hohem Einkommen in städtischen Wohnungen leben. Neue Zahlen der Stadt zeigen nun: Bei 1400 Stadtwohnungen ist dies der Fall. Droht eine Welle von Kündigungen?
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In 18,4 Prozent der städtischen Wohnungen in Zürich verdienen die Mietenden zu viel, wie aus einer neuen Erhebung hervorgeht.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Stadt Zürich verwaltet 7700 Wohnungen, bei 18,4 Prozent verdienen Mieter zu viel
  • Bis zu 260 Kündigungen möglich, basierend auf Steuerdaten von 2023
  • 1100 unterbelegte Wohnungen, erste Kündigungen ab September 2026 geplant
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Die Stadt Zürich ist auch eine Vermieterin mit grossem Immo-Portfolio. Ihr gehören gut 10'000 Wohnungen, wovon 7700 von der Behörde Liegenschaften Stadt Zürich direkt verwaltet und vermietet werden – zu verhältnismässig günstigen Konditionen. Entsprechend sind die Stadtwohnungen heiss begehrt. Jetzt sorgt eine städtische Auswertung für zusätzliche Brisanz.

Aus der Erhebung von Liegenschaften Stadt Zürich, einer Abteilung des Stadtzürcher Finanzdepartements, geht nämlich hervor: Bei 18,4 Prozent der städtischen Wohnungen verdienen die Mieterinnen und Mieter zu viel. Das entspricht gut 1400 Wohnungen. Der «Tages-Anzeiger» berichtete zuerst über die Auswertung.

Stadt greift vorerst nicht durch

Seit letztem Sommer kontrolliert Zürich die bestehenden Mietverhältnisse, ob diese dem 2019 in Kraft getretenen Vermietungsreglement entsprechen. Demnach dürfen bestehende Mieter maximal sechsmal so viel verdienen, wie sie als Mietzins entrichten. Und um eine Wohnung neu zu bekommen, darf das Einkommen höchstens viermal so hoch sein. Ab einem Vermögen von 200'000 Franken wird dieses ebenfalls angerechnet.

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Kommt es jetzt in Zürich also zu Massenkündigungen durch die Stadt? Vorerst nicht. Erstens gibt es einen Spielraum. So dürfen bei 15 Prozent der Stadtwohnungen die Vorgaben nicht erfüllt sein. Heisst: Gemäss Reglement droht also nur bei 3,4 Prozent der Wohnungen eine Kündigung. Das sind aber immer noch 260 Mietverhältnisse, die auf der Kippe stehen. Zweitens will die Stadt aber noch zuwarten. Die Zahlen in der Auswertung basieren nämlich auf Steuerdaten von 2023. «Die endgültigen Zahlen werden wir in knapp zwei Jahren haben», so ein städtischer Sprecher zum «Tages-Anzeiger». Erst dann will die Stadt durchgreifen.

Gibts bald Kündigungen wegen Unterbelegung?

Viel Aufmerksamkeit erhielt Zürich wegen einer anderen Massnahme gegen die Wohnungsnot: Wer zu viel Platz alleine beansprucht, muss ausziehen. Die simple Formel: «Zimmerzahl minus eins = Mindestpersonenzahl». In einer Vier-Zimmer-Wohnung müssen also mindestens drei Personen wohnen. Ansonsten gilt die Wohnung als unterbelegt. Wer diese Vorgabe nicht erfüllt, muss sich Mitbewohner suchen – oder in eine kleinere Wohnung umziehen. Die Regel sorgte über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen. So berichtete im letzten Jahr der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland darüber: «Zürich will jetzt hart durchgreifen!», stellte der WDR Ende August 2025 in seinem TV-Beitrag fest.

Aus der neuen Auswertung geht hervor, dass 14,8 Prozent der Stadtwohnungen unterbelegt sind. Das entspricht gut 1100 Wohnungen – und damit jener Zahl, von der die Stadt Zürich bereits seit letztem Sommer spricht. 150 Wohnungen gelten als stark unterbelegt. Bei diesen Fällen erhielten die Mieter Ende August Post von der Stadt. Seither hatten diese ein Jahr Zeit, um ein Gesuch für eine kleinere Wohnung einzureichen. In gut eineinhalb Monaten fällt die Frist. Ab dann sind erste Kündigungen möglich.

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