«Behalte mir vor, Schadenersatz zu verlangen»
Jetzt spricht der verhaftete Schweizer Airline-Chef

Der Gründer und Pilot der schweizerisch geführten Fluggesellschaft GP Aviation, der kürzlich wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung verhaftet wurde, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Jetzt äussert er sich erstmals zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.
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Ganesh Piga, Gründer von GP Aviation, ist nicht mehr in Untersuchungshaft. Jetzt äussert er sich erstmals zu seiner Verhaftung im Mai.
Foto: Screenshot Instagram

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • GP-Aviation strich kürzlich Flüge und kämpft offenbar mit hohen Schulden in Deutschland
  • Gründer Ganesh Piga wurde im Mai wegen Steuerhinterziehung verhaftet
  • 2019 gegründete Airline verbindet Pristina mit Genf, Basel und Zürich
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Sven SchumannRedaktor Wirtschaft

Die bulgarische Airline GP Aviation mit engen Verbindungen zur Schweiz steht unter Druck: In den vergangenen Wochen brachte sie ihre Passagiere mit kurzfristigen Flugstreichungen gegen sich auf. Diese bleiben auf den bezahlten Tickets sitzen, weil Rückerstattungen ausbleiben, wie die «NZZ» berichtet. Ausserdem soll die 2019 gegründete Airline beim deutschen Staat tief in der Kreide stehen. Und dann sorgte auch noch der schweizerisch-italienische Gründer Ganesh Piga für Negativ-Schlagzeilen: Im Mai dieses Jahres wurde bekannt, dass Piga wegen Vorwürfen der Steuerhinterziehung in Deutschland in Untersuchungshaft sass.

Die Behörden verhafteten den Airline-Chef an der bulgarisch-nordmazedonischen Grenze und lieferten ihn anschliessend nach Deutschland aus. Das dortige Finanzamt warf ihm vor, in rund 50 Fällen gegen geltendes Recht verstossen und dabei Luftverkehrssteuern in der Höhe von umgerechnet 8,2 Millionen Franken nicht bezahlt zu haben.

Zurück im Cockpit

Jetzt ist Piga, der selbst Pilot ist, wieder auf freiem Fuss und zurück im Cockpit. Gegenüber den Tamedia-Zeitungen hat sich der Manager nun erstmals zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäussert: Er sei «ohne Sicherheitsleistung, ohne Kaution und ohne sonstige Auflagen» aus der Untersuchungshaft entlassen worden und behalte sich vor, Schadenersatz für die gegen ihn ergriffenen Massnahmen zu verlangen.

Gegen Piga gilt die Unschuldsvermutung. Doch das Medienhaus zweifelt an seinen Angaben. So ist das Unternehmen ein Fall für die deutschen Behörden, heisst es im Bericht. Sowohl die Zollfahndung als auch die Staatsanwaltschaft würden gegen GP Aviation und Piga ermitteln. Unter Berufung auf das Steuergeheimnis machen die Behörden gegenüber der Zeitung aber keine Angaben zum Stand der Ermittlungen. 

Airline mit Schweizer Wurzeln

GP Aviation, benannt nach den Initialen ihres Gründers, hat ihren Sitz in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Da aber wichtige Funktionen in der Schweiz angesiedelt sind, bezeichnet sie sich als schweizerische Airline. Sie verbindet hauptsächlich ihr Drehkreuz im kosovarischen Pristina mit Städten in der Schweiz und Deutschland. In der Schweiz fliegt sie Genf, Basel und Zürich an.

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