Die Schweiz kriegt zu wenig Kinder. Die einen geben dem Wunsch nach Selbstverwirklichung die Schuld, die anderen der Leistungsgesellschaft. Aktuelle Studien zeigen: Vor allem die Wohnkosten bremsen die Geburtenrate.
Die Politik diskutiert fast nur über Kita-Subventionen und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Beides hilft, aber nur begrenzt. Wer die Wohnkosten senkt, erzielt mehr.
Erstens: Erschwingliche familienfreundliche Wohnungen schaffen finanziellen Spielraum und machen Kinder wahrscheinlicher.
Zweitens: Bezahlbare Wohnungen erleichtern auch die Selbstverwirklichung. Man kann den Jungen schlecht vorwerfen, sie wollten anderes als Familie. Schon die Babyboomer haben diesen Wunsch stark verspürt. Mit tieferen Mieten hätten junge Menschen mehr Geld zur Verfügung, um persönliche Wünsche früher im Leben abzuhaken. Da bleibt später eher Raum für Kinder.
Drittens: Günstigere Mieten entlasten auch die Rentner. Sie müssten keine Angst mehr haben, sich bei einem Umzug keine Wohnung mehr leisten zu können. Das entspannt die AHV-Debatte.
Dafür muss die Schweiz den Immobilienmarkt neu denken:
- Regulierungen abbauen, damit mehr gebaut wird.
- Baubeschwerden müssen in maximal einem Jahr durch alle Instanzen.
- Vermieter erhalten auf Erträgen einen fixen Teuerungsausgleich.
- Die Einhaltung des Mietrechts wird konsequent kontrolliert.
- Der Bodenpreis darf maximal mit der Teuerung steigen.
- Die Behörden schaffen finanzielle Anreize fürs Verdichten.
Bauen statt Bremsen – damit sich wieder mehr Menschen ein Leben mit Kindern leisten können.