Darum gehts
- Interview: Axa wird lebenslang für Betroffene der Katastrophe von Crans-Montana zahlen
- Axa-Chef fordert runden Tisch für gerechte Opferentschädigung
- Bar Le Constellation und Gemeinde bei Axa versichert
Am 1. Januar schockierte die Brandkatastrophe von Crans-Montana VS die Schweiz und die Welt. Und setzte den Amtsantritt von Axa-Chef Patric Deflorin (55) unter ganz neue Vorzeichen: «Mein erster Gedanke war: Wir müssen für die Opfer da sein. Der zweite Gedanke galt der Frage, wie stark wir als Versicherung betroffen sind», sagt Deflorin im Interview mit der «SonntagsZeitung».
Als eine seiner ersten Amtshandlungen berief der Bündner gleich für Montagmorgen eine Sondersitzung ein, da Axa sowohl als Haftpflicht- und Unfallversicherer involviert ist. Die Gemeinde Crans-Montana hat ihre Haftpflichtversicherung bei der Axa Schweiz abgeschlossen. Die Versicherungssumme betrage 20 Millionen Franken. Auch die Police für die Betriebshaftpflicht der Bar Le Constellation liegt bei der Axa.
Runder Tisch gefordert
Die Katastrophe von Crans-Montana veränderte das Leben vieler junger Menschen auf tragische Weise. Knapp 10 Prozent der 115 Verletzten und 41 Todesopfer sind bei der Axa versichert, was die Versicherung vor grosse Herausforderungen stellt. «Für Verunglückte, die über den Arbeitgeber bei uns unfallversichert sind, zahlten wir ab Tag eins für die Pflege- und Behandlungskosten. Einigen Betroffenen zahlen wir voraussichtlich lebenslang – je nach Fall kann sich das auf Millionen belaufen», so Deflorin.
Dazu kommt noch eine andere Herausforderung: «Die Berechnung der Leistungen für Opfer, die sich nicht wieder vollständig erholen. Wenn jemand arbeitstätig war, wird aufgerechnet, wie sich jemand hätte beruflich entwickeln können», erklärt der Axa-Chef. Bei sehr jungen Personen sei schwer abzuschätzen, wie sich die Karriere entwickelt hätte, auch weil sich darunter Hochbegabte und Sporttalente befinden.
Deflorin war einer der Ersten, der einen runden Tisch forderte, um die Betroffenen zu unterstützen. Dabei gehe es auch darum, langwierige Prozesse und Ungleichbehandlung von Opfern zu vermeiden.